RENOINVEST-Gipfel, Blaupause

RENOINVEST-Gipfel präsentiert Blaupause für Europas Sanierungswelle

13.01.2026 - 04:43:12

Österreich, Ungarn und Slowenien stellen nationale Aktionspläne vor, um private Investitionen für die Gebäudesanierung zu mobilisieren und die Sanierungsrate zu steigern.

Experten aus Österreich, Ungarn und Slowenien haben in Wien erstmals nationale Aktionspläne für die Gebäudesanierung vorgestellt. Ziel ist es, private Investitionen zu mobilisieren und die Sanierungsrate deutlich zu erhöhen, um die europäischen Klimaziele bis 2040 zu erreichen. Der Gipfel markiert einen Meilenstein des EU-geförderten RENOINVEST-Projekts.

Sanierungs-Bremsen lösen: Das sehen die Pläne vor

Die Strategien adressieren die größten Hürden: komplexe Finanzierungen, regulatorische Barrieren und das Investor-Nutzer-Dilemma im Mietwohnungsbau. Die zentralen Vorschläge sind:
* Innovative Finanzinstrumente wie „grüne“ Hypothekarkredite mit besseren Konditionen.
* One-Stop-Shops, die Eigentümern den gesamten Sanierungsprozess vereinfachen.
* Eine Reform des Mietrechtsgesetzes (MRG), um Investitionen für Vermieter rentabler zu machen.
* Serielle und stufenweise Sanierungen, unterstützt durch angepasste Förderprogramme.

Privates Kapital als Schlüssel zum Erfolg

Ein Hauptziel ist es, privates Kapital für die Sanierungswelle zu aktivieren. Die Pläne setzen auf bessere Rahmenbedingungen, um große Investitionsprogramme attraktiv zu machen. Dazu gehören:
* Project Pooling: Das Bündeln vieler kleiner Sanierungsprojekte zu großen, für institutionelle Anleger interessanten Paketen.
* Energieeinspar-Contracting: Externe Dienstleister finanzieren die Sanierung vor und refinanzieren sich über die eingesparten Energiekosten.

Kann dieser Hebel die aktuelle Sanierungsrate von rund 1,5 Prozent entscheidend erhöhen?

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Von Wien in die EU: Strategie als Blaupause

Der Wiener Gipfel unterstreicht Österreichs Rolle bei der europäischen „Renovation Wave“. Die vorgestellten Aktionspläne sollen als Blaupause für andere EU-Staaten dienen. Ein Highlight war die Vorstellung der European Energy Efficiency Financing Coalition (EEEFC). Diese Initiative wird die Arbeit in nationalen Kompetenzzentren fortsetzen und eine langfristige, europaweite Zusammenarbeit sichern.

Kritischer Zeitpunkt für die Immobilienbranche

Die Pläne kommen zu einem schwierigen Zeitpunkt für die Bau- und Immobilienwirtschaft, die mit hohen Kosten und komplexen Förderlandschaften kämpft. Branchenbeobachter sehen in den Vorschlägen ein starkes Signal für mehr Planungssicherheit. Der Erfolg hängt jedoch maßgeblich von der politischen Umsetzung ab – besonders von der Anpassung des Wohnrechts und stabilen Förderprogrammen.

Nächste Schritte: Von der Theorie in die Praxis

Mit der Präsentation der Pläne beginnt die finale Implementierungsphase des bis März 2026 laufenden Projekts. Die entwickelten Lösungen werden nun in Pilotprojekten in allen drei Ländern getestet. Langfristiges Ziel ist ein nachhaltiger, sich selbst tragender Markt für Gebäudesanierungen.

@ boerse-global.de