Register-Modernisierung: Deutschland schafft digitalen Durchbruch
29.01.2026 - 00:46:12Erstmals hat eine Behörde automatisch Bürgerdaten aus einem Bundesregister abgerufen – ein Meilenstein für den digitalen Staat.
Deutschlands ambitioniertes Projekt zur Register-Modernisierung hat diese Woche seine Praxistauglichkeit bewiesen. Erstmals wurden Bürgerdaten automatisch und sicher aus einem Bundesregister abgerufen, um einen Online-Verwaltungsantrag zu bearbeiten. Dieser erfolgreiche Test markiert einen entscheidenden Schritt hin zu einer effizienteren, nutzerfreundlichen und vernetzten digitalen Verwaltung.
Der Durchbruch gelang am Dienstag, dem 27. Januar. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gab bekannt, den ersten erfolgreichen Live-Datenabruf über das Nationale Einmaltechniksystem (NOOTS) durchgeführt zu haben. In diesem Pilotfall wurden Fahrzeug- und Halterdaten aus dem Zentralen Fahrzeugregister (ZFZR) des KBA abgerufen, während ein Bürger in Baden-Württemberg online einen Bewohnerparkausweis beantragte.
Vom Papierkrieg zur automatischen Abfrage
Der erfolgreiche Test beweist die Funktionsfähigkeit der zentralen technischen Architektur. Sie soll redundante Papierarbeit eliminieren und die Interaktion zwischen Bürgern und Staat vereinfachen. Das lange diskutierte „Once-Only“-Prinzip wird damit erstmals lebendig.
„Statt dass der Nutzer ein Fahrzeugschein-Dokument suchen und hochladen muss, sendete der Onlinedienst eine sichere, autorisierte Anfrage über NOOTS an das KBA“, erklärt ein Projektbeteiligter. Das System lieferte die notwendigen Verifizierungsdaten zurück und ermöglichte so einen nahtlosen Antragsprozess. Das spart nicht nur Zeit für den Bürger, sondern erhöht auch die Datenqualität und entlastet die Verwaltungsmitarbeiter.
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DAMAS: Das Regelwerk für den Datenaustausch
Die technische Grundlage für den sicheren Datenaustausch bildet das Data Management System (DAMAS). Es wird vom Bundesverwaltungsamt (BVA) implementiert und fungiert als zentraler Katalog und Regelwerk für alle Datentransfers über die NOOTS-Plattform.
Fachexperten definieren darin standardisierte „Registertypen“ und zugehörige „Nachweistypen“. Das schafft eine klare, einheitliche Sprache für konkrete Datenpunkte wie „Fahrzeughalter“ oder „Wohnsitznachweis“. Datenhaltende Behörden melden dann in DAMAS, welche spezifischen Nachweise sie gemäß diesen Standards bereitstellen können. Die Konsultation für die erste Version dieses Datenmanagementkonzepts endet am 30. Januar 2026.
Ein Meilenstein mit milliardenschwerem Potenzial
Das Kernziel der gesamten Register-Modernisierung ist die Umsetzung des „Once-Only“-Prinzips. Bürger und Unternehmen sollen ihre Daten der Verwaltung nur ein einziges Mal mitteilen müssen. Für Folgeanträge sollen Behörden die nötigen Informationen – mit Einwilligung des Nutzers – aus dem Register abrufen, in dem sie bereits gespeichert sind.
Der erfolgreiche Pilot beweist dieses Prinzip erstmals in der Live-Umgebung. Das Projekt ist ein Grundpfeiler der deutschen Digitalisierung und arbeitet mit dem Onlinezugangsgesetz (OZG) Hand in Hand. Die potenziellen Vorteile sind enorm: Neben erheblichen Zeitersparnissen werden die administrativen Kosten für Wirtschaft und Steuerzahler um Milliarden Euro sinken.
Der Weg ist frei für die beschleunigte Umsetzung
Mit diesem erfolgreichen Proof-of-concept ist der Weg für einen beschleunigten Rollout frei. Der KBA-Pilot mit dem Bewohnerparkausweis dient als Blaupause für die Anbindung Dutzender weiterer prioritärer Register an die NOOTS-Plattform. Dazu zählen unter anderem Standes-, Melde- und Gewerberegister.
Die Finalisierung des Datenmanagementkonzepts in DAMAS wird den Prozess für weitere Datenanbieter und -nutzer standardisieren und vereinfachen. In den kommenden Monaten werden Bürger und Unternehmen in ganz Deutschland eine spürbare Entbürokratisierung erleben. Die Vision einer Verwaltung, in der Daten nahtlos und sicher im Hintergrund fließen, rückt in greifbare Nähe.
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