REDUCE25 startet finale Bauphase in Hallein
06.01.2026 - 01:43:12Das Leuchtturmprojekt für nachhaltiges Bauen in Hallein geht in die Zielgerade. Die Salzburg Wohnbau gab bekannt, dass die Arbeiten am Wohnbauprojekt REDUCE25 voll im Zeitplan liegen. Die Fertigstellung der 28 geförderten Wohnungen ist für Oktober 2026 vorgesehen.
Das Ziel ist ehrgeizig: Der Materialverbrauch im Rohbau soll um 25 Prozent sinken. In einer Branche, die für enorme CO₂-Emissionen verantwortlich ist, gilt das Projekt als wegweisender Praxistest. Kann ressourcenschonendes Bauen den geförderten Wohnbau revolutionieren?
3D-Druck spart Beton und LKW-Fahrten
Herzstück der Innovation ist der erstmals im österreichischen mehrgeschoßigen Wohnbau eingesetzte 3D-Druck von Deckenelementen. Statt massiver Betondecken kommen digitale Hohlkörper zum Einsatz – und zwar genau dort, wo statisch kein Material benötigt wird.
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Das spart enorme Mengen:
* 94 Kubikmeter Beton wurden in der bisherigen Bauphase eingespart.
* Statt 30 benötigte die Baustelle nur fünf Betonmischer-Lieferungen für 800 Quadratmeter Deckenfläche.
Grundlage ist das BauMinator-System in Kooperation mit Baumit. Die nun beginnende Endphase konzentriert sich auf den nachhaltigen Innenausbau, der die innovative Rohbau-Struktur vervollständigt.
Regionale Partner optimieren gesamte Wertschöpfungskette
Der Erfolg basiert auf einer starken regionalen Allianz. Partner wie Leube Zement, Deisl Beton und ISO SPAN lieferten nicht nur Material, sondern entwickelten es weiter. So kam ein speziell optimierter, CO₂-reduzierter Zement (CEM II/C GreenTech) zum Einsatz.
Diese ganzheitliche Optimierung der gesamten Baustoffkette zeigt Wirkung: Allein im Betonbereich konnten über 50 Tonnen CO₂ eingespart werden. Die finale Bauphase dient auch dazu, die Langzeit-Performance dieser Materialien im real verbauten Zustand zu validieren.
High-Tech für bezahlbare Mietwohnungen
REDUCE25 widerlegt ein gängiges Vorurteil: Nachhaltige High-Tech-Lösungen und sozialer Wohnbau schließen sich nicht aus. Das Projekt umfasst 28 geförderte Mietwohnungen zwischen 45 und 93 Quadratmetern.
Die Materialreduktion führt laut Planung zu keinen Einbußen bei Wohnkomfort, Schall- oder Wärmeschutz. Mit Errichtungskosten von rund 7,4 Millionen Euro bewegt sich das Projekt in einem Rahmen, der eine spätere Skalierung für weitere gemeinnützige Bauvorhaben denkbar macht.
Blaupause für die Bauwende unter Druck
Das Projekt kommt zur rechten Zeit. Der regulatorische Druck durch die EU-Taxonomie und nationale Klimaziele zwingt die Bauwirtschaft zum Umdenken. Während sich viele Konzepte auf die Energieeffizienz im Betrieb konzentrieren, packt REDUCE25 das Problem an der Wurzel: die enorme Masse an verbautem Material.
Die erfolgreiche Integration der 3D-Druck-Elemente in den regulären Bauablauf könnte den Weg für eine Standardisierung ebnen. Gleichzeitig positioniert die Zusammenarbeit von Forschung, Industrie und Handwerk Salzburg als innovativen Standort für Bautechnologie.
Nach der geplanten Fertigstellung im Herbst 2026 wird das Gebäude zum lebenden Forschungsobjekt. Ein umfassendes Monitoring soll die berechneten Einsparungen im realen Wohnalltag bestätigen. Bestätigen sich die Prognosen, könnten die Methoden von REDUCE25 schon bald Einzug in die Förderrichtlinien für Wohnbauprojekte in ganz Österreich halten.
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