Radikale Ruhe: Neuer Trend gegen die Erschöpfungswelle
22.01.2026 - 12:32:12Burnout-Zahlen erreichen neue Höchststände, doch eine Gegenbewegung formiert sich. Statt Selbstoptimierung setzt sie auf „Radikale Ruhe“ – ein Konzept, das Erholung als grundlegendes Menschenrecht und nicht als Mittel zur Leistungssteigerung versteht. Dieser Paradigmenwechsel kommt nicht von ungefähr.
Die alarmierenden Zahlen der Krankenkassen
Hinter dem Ruf nach mehr Ruhe stehen harte Fakten. Analysen der großen Krankenkassen zeichnen ein besorgniserregendes Bild:
* Psychische Erkrankungen verursachen einen erheblichen Teil der Arbeitsausfälle.
* Laut dem DAK-Psychreport 2025 verursachten Depressionen rund 183 Fehltage je 100 Versicherte.
* Der AOK-Fehlzeiten-Report bestätigt ein historisch hohes Niveau bei krankheitsbedingten Ausfällen.
Besonders betroffen sind Branchen wie die Kinderbetreuung und Altenpflege. Die Daten zeigen deutlich: Herkömmliche Wellness-Angebote reichen nicht aus, um der strukturellen Überlastung entgegenzuwirken.
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Sieben Arten der Erholung
Ein zentrales Missverständnis ist die Gleichsetzung von Ruhe mit Schlaf. Die Ärztin Dr. Saundra Dalton-Smith identifiziert sieben verschiedene Arten der Erholung, die Menschen zur Regeneration brauchen:
* Physische Ruhe
* Mentale Ruhe (Abschalten des Gedankenkarussells)
* Sensorische Ruhe (Reduktion von Reizen wie Bildschirmlicht)
* Kreative Ruhe (Inspiration ohne Leistungsdruck)
* Emotionale Ruhe (authentisches Ausdrücken von Gefühlen)
Viele fühlen sich trotz ausreichend Schlaf erschöpft – oft ein Zeichen für Defizite in diesen anderen Bereichen.
Ruhe als politischer Widerstand
Das Konzept der „Radikalen Ruhe“ hat auch eine politische Dimension. Tricia Hersey, Gründerin des „Nap Ministry“, betrachtet Ruhe als Widerstand gegen ein System, das den Menschen primär als Produktionsmaschine sieht.
Ihr Ansatz gewinnt an Relevanz, da KI und ständige Erreichbarkeit die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit weiter verwischen. „Radikale Ruhe“ ist dabei kein passives „Bed Rotting“, sondern ein bewusster Akt des Aussteigens aus dem ständigen Produktivitätsdruck.
Die Wissenschaft liefert neue Werkzeuge
Auch die Neurowissenschaft bietet Ansätze für effektive Pausen. Ein bekanntes Protokoll ist „Non-Sleep Deep Rest“ (NSDR), populär gemacht durch Stanford-Forscher Dr. Andrew Huberman.
Dabei handelt es sich um geführte Entspannungstechniken, die das Gehirn in einen Zustand tiefer Ruhe versetzen – ähnlich dem traditionellen Yoga Nidra. Studien deuten darauf hin, dass NSDR helfen kann, Dopamin-Speicher aufzufüllen und die Neuroplastizität zu fördern. Schon 10 bis 20 Minuten sollen die kognitive Leistungsfähigkeit signifikant verbessern.
Systemwechsel statt Resilienz-Training
Die Hinwendung zur Radikalen Ruhe markiert einen Wendepunkt. Statt nur die Resilienz der Mitarbeiter zu trainieren, wächst die Einsicht, dass das System selbst angepasst werden muss. Der AOK-Report legte bereits einen Schwerpunkt auf den Einfluss von KI und Digitalisierung auf die Erschöpfung.
Experten erwarten, dass „Ruhe-Kompetenz“ 2026 zu einem entscheidenden Faktor in der Arbeitswelt wird. Die Forderungen nach echten, ungestörten Ruhezeiten und einer Abkehr von der reinen Anwesenheitskultur werden lauter. Die Daten sind ein klares Warnsignal: Ohne eine neue Bewertung der Erholung droht die Erschöpfungsspirale sich weiter zu drehen.
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