Qualcomm und AMD setzen auf neuen SOCAMM2-Standard für KI-Hardware
29.01.2026 - 22:32:11Die Chip-Riesen Qualcomm und AMD übernehmen den neuen Speicherstandard SOCAMM2 für ihre kommenden KI-Produkte. Diese Entscheidung markiert eine strategische Wende der gesamten Industrie hin zu modularer und effizienter Hochleistungs-Hardware.
Der Schritt folgt der frühen Einführung durch NVIDIA und unterstreicht einen breiten Konsens: Traditionelle Speicherformate stoßen bei den Anforderungen der Künstlichen Intelligenz an ihre Grenzen. Mit SOCAMM2 rüsten beide Unternehmen ihre Ökosysteme für eine neue Welle KI-gestützter Geräte auf – vom Rechenzentrum bis zum PC. Die branchenweite Ausrichtung beschleunigt das Aus für den alten SO-DIMM-Standard in Hochleistungsanwendungen und vereinfacht das Design künftiger Plattformen.
SOCAMM2: Der Speicher-Turbo für die KI-Ära
SOCAMM2 (Small Outline Compression Attached Memory Module 2) löst ein jahrzehntealtes Dilemma der Hardware-Entwicklung. Bisher mussten Hersteller wählen zwischen aufrüstbaren, aber langsameren SO-DIMM-Modulen oder direkt aufgelötetem, schnellem LPDDR-Speicher – der jedoch weder reparierbar noch austauschbar war.
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Der neue, vom Standardisierungsgremium JEDEC spezifizierte Standard vereint die Vorteile: Er bietet die hohe Bandbreite und Energieeffizienz von LPDDR5X in einem kompakten, steckbaren Modul. Entscheidend für KI-Anwendungen ist die Möglichkeit, große Mengen Hochgeschwindigkeitsspeicher physisch näher an den Prozessor zu bringen. Das reduziert Latenzzeiten und Stromverbrauch – beides kritische Engpässe bei komplexen KI-Berechnungen.
Strategische Allianz für leistungsfähigere KI-Systeme
Qualcomm und AMD integrieren SOCAMM2, um ihre KI-Hardware zu optimieren. Die Architektur moderner KI-Systeme erfordert die Verarbeitung riesiger Datensätze nahezu ohne Verzögerung. Der neue Standard fungiert als großer, schneller Arbeitsspeicher, der den spezialisierten High-Bandwidth Memory (HBM) auf KI-Beschleunigern ideal ergänzt. Ganze KI-Modelle können so im aktiven Speicher gehalten werden, was die Abhängigkeit von langsamerem Flash-Speicher verringert.
Für AMD könnte SOCAMM2 in künftigen Systemen zum Einsatz kommen, die EPYC-CPUs mit Instinct-MI-Beschleunigern kombinieren. Qualcomm dürfte den Standard in seiner nächsten Generation von KI-Beschleunigern und möglicherweise in Snapdragon-Compute-Plattformen nutzen. Das ermöglicht eine standardisierte und skalierbare Speichererweiterung – vom Cloud-Rechenzentrum bis zum KI-PC.
Revolution im Systemdesign: Einfacher, modularer, effizienter
Die Einführung von SOCAMM2 bedeutet mehr als nur einen Leistungssprung. Sie verändert grundlegend, wie Hochleistungssysteme gebaut werden. Die Modularität bietet Herstellern enorme Vorteile: Statt zahlreicher Mainboard-Varianten mit unterschiedlich viel fest verlötetem Speicher genügt ein einziges Board-Design. Die Speicherkapazität wird einfach durch verschiedene SOCAMM2-Module konfiguriert. Das vereinfacht Fertigung und Lieferketten und gibt Endkunden mehr Flexibilität.
Berichten zufolge erwägen AMD und Qualcomm sogar ein fortschrittliches Moduldesign, das die Stromversorgungs-IC (PMIC) direkt auf dem SOCAMM2-Modul integriert. Das würde die Stromregelung für den Hochgeschwindigkeitsspeicher verbessern und die Hauptplatine weiter vereinfachen. Dieser Ansatz folgt dem Weg, den NVIDIA mit seinen angekündigten „Vera Rubin“-KI-Plattformen bereits einschlägt.
Branchenweiter Konsens verhindert Format-Krieg
Die koordinierte Bewegung von Qualcomm und AMD zementiert SOCAMM2 als legitimen Nachfolger von SO-DIMM für leistungskritische Anwendungen. Nach NVIDIA’s Vorreiterrolle signalisiert dies, dass sich die Industrie auf einen einzigen, JEDEC-gesicherten Standard für modularen LPDDR-Speicher einigt. Ein potenzieller Format-Krieg wird so vermieden – zur Erleichterung der gesamten Lieferkette, von DRAM-Herstellern wie Micron, Samsung und SK Hynix bis zu den PC- und Server-Herstellern.
Dieser Wandel ist eine direkte Antwort auf das explosive Wachstum der KI. Da große Sprachmodelle und andere KI-Workloads allgegenwärtiger werden, wächst der Bedarf an Systemen, die Terabytes an Speicher pro CPU hocheffizient verwalten können. SOCAMM2 ist die Schlüsseltechnologie, um diese Nachfrage zu bedienen.
Marktstart steht bevor: Erste Produkte ab Mitte 2026
Mit den großen Chip-Designern an Bord reift das Ökosystem für SOCAMM2 rapide. Speicherhersteller haben bereits mit dem Sampling hochkapazitiver Module begonnen, die Geschwindigkeiten von bis zu 9,6 Gbps erreichen. Die breitere Markteinführung von Geräten mit SOCAMM2 wird voraussichtlich mit dem Start der nächsten KI-Plattform-Generation zusammenfallen.
Branchenbeobachter erwarten die ersten Produkte mit dem neuen Speicherstandard etwa im zweiten Quartal 2026, zeitgleich mit dem Launch von NVIDIA’s „Vera Rubin“-Plattform. Mit der Integration von SOCAMM2 in ihre Roadmaps können Verbraucher und Unternehmen eine neue Generation dünnerer, schnellerer und energieeffizienterer Laptops, Workstations und Server erwarten – maßgeschneidert für das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz.
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