QR-Code-Betrug, Phishing-Welle

QR-Code-Betrug: Neue Phishing-Welle alarmiert Behörden

19.01.2026 - 16:02:12

Das BSI warnt vor raffinierter Betrugsmethoden via QR-Codes, die sensible Daten abgreifen und Unternehmen vor erhebliche DSGVO-Herausforderungen stellen.

Deutsche Unternehmen und Verbraucher stehen vor einer neuen Welle raffinierter QR-Code-Angriffe. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Bankenverbände warnen eindringlich vor den als „Quishing“ bekannten Betrugsmethoden. Sie stellen Firmen vor massive Datenschutz-Herausforderungen unter der DSGVO.

„Quishing“: Der tückische Mix aus Brief und Code

Die Gefahr ist so einfach wie tückisch. Kriminelle versenden offiziell wirkende Schreiben – etwa von vermeintlichen Banken. Darin wird unter einem Vorwand wie neuen Zahlungsvorschriften zum Scannen eines beigefügten QR-Codes aufgefordert. Dieser führt jedoch auf gefälschte Webseiten, die Online-Banking-Daten abgreifen. Die Verbindung aus physischem Medium und digitalem Angriffsvektor umgeht oft herkömmliche E-Mail-Filter. Verbraucherzentralen melden eine hohe Fallzahl. Für Unternehmen bedeutet dies: Jeder ausgegebene QR-Code kann Ziel von Manipulation werden. Die Sicherheit des gesamten Kundenprozesses rückt in den Fokus der Compliance.

BSI-Warnung: „Ghost Pairing“ kapert Messenger-Konten

Mitte Januar 2026 warnte das BSI speziell vor der „Ghost Pairing“-Methode. Sie zielt auf die „Verbundene Geräte“-Funktion in Messengern wie WhatsApp ab. Nutzer werden durch betrügerische Nachrichten – manchmal von bereits gekaperten Kontakten – dazu verleitet, einen QR-Code auf einer Fake-Website zu scannen. Das Ergebnis: Das eigene Konto wird mit einem Gerät der Angreifer verknüpft. Diese erhalten so unbemerkt langfristigen Zugriff auf Nachrichten, Kontakte und Medien. Da eine legitime App-Funktion ausgenutzt wird, bleibt der Angriff oft unentdeckt. Diese raffinierte Technik stellt ein erhebliches Risiko für Unternehmen dar, in denen solche Messenger genutzt werden.

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DSGVO-Compliance in der QR-Code-Falle

Die Angriffswelle erschafft ein komplexes Compliance-Umfeld. QR-Codes sind ein effizientes Kundentool, gelten nun aber als kritischer Sicherheits-Endpunkt. Wer keine angemessenen technischen und organisatorischen Maßnahmen zum Schutz der darüber verarbeiteten personenbezogenen Daten ergreift, riskiert DSGVO-Verstöße und hohe Bußgelder. Firmen müssen die Risiken ihrer berührungslosen Systeme neu bewerten. Die Ironie: Während die Angriffe zunehmen, diskutierte die EU im November 2025 im „Digital-Omnibus“-Paket eigentlich, QR-Codes zur vereinfachten Bereitstellung von Datenschutzerklärungen zuzulassen. Ein Werkzeug zur Compliance-Erleichterung wird so gleichzeitig zum Einfallstor für Datendiebe – wenn es nicht abgesichert ist.

Proaktive Sicherheit wird zur Pflicht

Die jüngsten Warnungen markieren eine Zeitenwende. Eine passive Nutzung der QR-Code-Technologie ist nicht länger vertretbar. Unternehmen müssen ihre berührungslose Infrastruktur proaktiv absichern. Dazu gehören Kundenaufklärung über betrügerische Codes, Zwei-Faktor-Authentifizierung für QR-initiiere Transaktionen und regelmäßige Sicherheitsaudits der verlinkten Seiten. Datenschutzbehörden werden die Sicherheit QR-basierter Systeme bei Prüfungen künftig schärfer ins Visier nehmen. Umfassende Risikoanalysen und Schutzstrategien werden zum entscheidenden Nachweis der DSGVO-Konformität. „Quishing“ und „Ghost Pairing“ zeigen: Die Angriffsmethoden entwickeln sich mit der Technologie weiter. Die Wachsamkeit der Unternehmen muss Schritt halten.

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