Punkt, MC03

Punkt MC03: Schweizer Smartphone setzt auf Datensouveränität

03.01.2026 - 09:12:12

Lugano. Das Schweizer Unternehmen Punkt. Tronics AG bringt ein Smartphone auf den Markt, das den Datenhunger von Tech-Giganten bekämpfen soll. Das Punkt MC03 kombiniert Schweizer Design, deutsche Fertigung und ein einzigartiges Betriebssystem für maximale Privatsphäre. Ab sofort vorbestellbar, soll das Gerät Ende Januar 2026 in Europa ausgeliefert werden.

Das Herzstück des MC03 ist das eigene Betriebssystem AphyOS. Es basiert auf Android 15, wurde aber von allen Tracking- und Telemetriefunktionen befreit. Die Software führt ein neuartiges „Zwei-Persönlichkeiten“-Konzept ein, das Nutzern detaillierte Kontrolle über ihren digitalen Fußabdruck geben soll.

Das System teilt sich in zwei strikt getrennte Bereiche: den „Tresor“ und das „Wilde Netz“. Der Tresor dient als abgeschotteter Bereich für sensible Daten und Kommunikation. Hier laufen nur geprüfte, vertrauenswürdige Apps. Im „Wilden Netz“ können hingegen normale Android-Apps installiert werden – jedoch isoliert in einer kontrollierten Umgebung.

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Dieser Sandkasten-Ansatz soll verhindern, dass Apps durch Daten-Triangulation detaillierte Nutzerprofile erstellen. Gleichzeitig bleibt der Zugang zu praktischen Diensten wie Banking- oder Fahrdienst-Apps erhalten. Punkt. versucht so, den typischen Kompromiss zwischen Privatsphäre und Nutzbarkeit zu überwinden.

„Made in Europe“ als Sicherheitsversprechen

In einer von asiatischer Fertigung dominierten Branche setzt Punkt. bewusst auf europäische Wurzeln. Das Gerät wird im schweizerischen Lugano designt und in einer Fabrik in Deutschland produziert. Diese Strategie ist zentral für das Sicherheitsversprechen und soll eine lückenlos kontrollierte Lieferkette garantieren.

Die Hardware platziert das MC03 im oberen Mittelklasse-Segment. Es verfügt über ein 6,67-Zoll-OLED-Display mit 120 Hz, einen MediaTek Dimensity 7300-Chip und 8 GB RAM. Ein besonderes Merkmal ist der herausnehmbare 5.200-mAh-Akku – eine Seltenheit bei modernen Smartphones, die Nachhaltigkeitsbefürworter anspricht.

Das Geschäftsmodell: Bezahlen für Privatsphäre

Der wohl kontroverseste Aspekt der Vorstellung ist das Geschäftsmodell. Punkt. vertritt die Philosophie: „Wenn du nicht für das Produkt bezahlst, bist du das Produkt.“ Daher wird das Betriebssystem AphyOS über ein Abonnement finanziert.

Der Kaufpreis von 699 Schweizer Franken (etwa 699 Euro) beinhaltet das erste Abonnementjahr. Danach müssen Nutzer eine monatliche Gebühr von etwa 9,99 Euro zahlen, um vollen Zugang zu Updates und Premium-Funktionen zu behalten. Das Abo umfasst auch einen VPN, sicheren E-Mail-Dienst und Cloud-Speicher.

In Tech-Foren wird dieses Modell heiß diskutiert. Befürworter argumentieren, dass nur bezahlte Software garantieren kann, dass Entwickler für den Nutzer arbeiten. Kritiker fragen sich, warum sie für ein Betriebssystem ihres eigenen Geräts Miete zahlen sollen.

Marktchance in Zeiten der digitalen Souveränität

Der Launch des MC03 kommt zu einem günstigen Zeitpunkt. Das Thema digitale Souveränität ist in Europa von einer Nischen- zu einer Hauptfrage geworden. Die strikte Durchsetzung des Digital Markets Act (DMA) der EU und wachsende Skepsis gegenüber KI-Datentraining erhöhen die Nachfrage nach transparenter Technologie.

Punkt. zielt auf eine spezifische Zielgruppe: professionelle Nutzer und Privatsphäre-Bewusste, die bereit sind, einen Aufpreis zu zahlen, um der Überwachungsökonomie zu entkommen. Durch Partnerschaften mit etablierten Schweizer Privacy-Marken wie Proton und Threema baut das Unternehmen auf den guten Ruf des Landes.

Die Herausforderung bleibt enorm. Bisherige Versuche, datenschutzfokussierte Smartphones zu etablieren, scheiterten oft am Komfort der etablierten Apple- und Google-Ökosysteme. Der Erfolg des MC03 wird davon abhängen, ob das „Wilde Netz“ diese Hürde wirksam senken kann.

Ausblick und Verfügbarkeit

Das MC03 wird auf der CES 2026 in Las Vegas vorgestellt, wo insbesondere die „Digital Nomad“-VPN-Funktionen im Fokus stehen sollen. Die Auslieferung in Europa beginnt planmäßig Ende Januar 2026. Der US-Markt folgt im Frühjahr. Die Tech-Welt wird genau beobachten, ob sich ein Abo-Modell für Privatsphäre-Hardware in einem Markt durchsetzen kann, der an „kostenlose“, datenfinanzierte Software gewöhnt ist.

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