Punkt MC03: Das Google-freie Smartphone für Unternehmen
06.01.2026 - 16:00:12Schweizer Hersteller Punkt bringt mit dem MC03 ein Smartphone auf den Markt, das Unternehmensdaten konsequent vor Big Tech abschirmt. Das auf der CES 2026 vorgestellte Gerät ist Teil eines wachsenden europäischen Trends hin zu datensouveräner Hardware.
Las Vegas/Lugano – Die Ära, in der Mitarbeiter-Handys heimlich Daten an Werbenetzwerke senden, könnte bald vorbei sein. Auf der Technikmesse CES in Las Vegas hat das Schweizer Unternehmen Punkt sein neues Flaggschiff für professionelle Privatsphäre enthüllt: den MC03. Das Gerät, das ab Ende Januar in Europa ausgeliefert wird, ist der bisher konsequenteste Vorstoß für ein „de-googeltes“ Smartphone im Geschäftsumfeld. Zusammen mit neuen Modellen von Murena und Volla signalisiert es einen reifenden Markt, in dem Unternehmen ihre mobile Datensouveränität zurückerobern wollen.
Das Herzstück des MC03 ist sein einzigartiges Dual-Umgebungs-System. Das Smartphone läuft mit AphyOS, einem von Google-Diensten bereinigten Android-System, das strikt zwischen zwei Welten trennt.
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Im „Tresor“ laufen vorinstallierte, verschlüsselte Apps des Schweizer Anbieters Proton – darunter Mail, Kalender und Cloud-Speicher. Dieser Bereich ist für sensible Unternehmenskommunikation gedacht und vollständig abgeschottet. Die zweite Partition, der „Wilde Web“-Bereich, erlaubt die Installation normaler Android-Apps. Diese laufen jedoch in einer Sandbox, die verhindert, dass Tracker auf die Kern-Daten des Geräts zugreifen können.
„Wir geben den Nutzern die Kontrolle zurück, ohne sie von der App-Welt abzuschneiden“, erklärt ein Punkt-Sprecher das Konzept. Die Hardware, darunter ein 6,67-Zoll-OLED-Display und ein MediaTek-Chip, wird bei Gigaset in Deutschland gefertigt – ein bewusstes Signal für europäische Lieferketten-Sicherheit.
Das Abo-Modell: Bezahlen für Privatsphäre statt mit Daten
Ein Novum ist das Geschäftsmodell. Nach dem ersten Jahr kostet das Betriebssystem des MC03 ein monatliches Abonnement von voraussichtlich 10 bis 15 Euro. Für Punkt ist dies der einzige Weg, langfristige Sicherheitsupdates ohne lukrative Datenerfassung finanzieren zu können.
Für IT-Abteilungen könnte dieser Ansatz attraktiv sein. Er ähnelt etablierten Software-as-a-Service-Modellen und garantiert planbare Kosten sowie verbindliche Support-Zyklen. Integrierte Verwaltungstools wie ein „Ledger“ für App-Berechtigungen und ein VPN ersetzen zudem teure Mobile-Device-Management-Lösungen.
Europäische Konkurrenz zieht nach
Während Punkt die Schlagzeilen beherrscht, bauen andere europäische Hersteller ihre Ökosysteme aus. Das französische Unternehmen Murena nimmt Vorbestellungen für sein Hiroh-Smartphone an, das mit einem physischen „Privatsphäre-Schalter“ für Mikrofon und Kamera aufwartet. Aus Deutschland kommt der Volla Phone Quintus, der wahlweise mit dem hauseigenen OS oder Ubuntu Touch booten kann – eine Flexibilität, die vor allem Entwickler anspricht.
Der Treiber: Immer schärfere Regulierung
Der Markt für solche Geräte wächst nicht ohne Grund. Die EU verschärft kontinuierlich die Vorgaben zur digitalen Souveränität. Gleichzeitig investieren Staaten wie Saudi-Arabien massiv in eigene Datenzentren. Für Unternehmen, besonders in sensiblen Branchen wie Finanzen, Recht oder öffentlicher Verwaltung, wird die Frage kritisch: Wo landen die Metadaten der Firmenhandys?
„Die BYOD-Ära wandelt sich zum ‚Choose Your Private Device‘-Modell für Führungskräfte“, analysiert eine Marktbeobachterin. Herkömmliche Android- oder iOS-Geräte senden ständig Telemetrie-Daten an Server in den USA – ein erhebliches Compliance-Risiko. Geräte wie der MC03 bieten hier einen „weißen Westen“.
Ausblick: Wird Privatsphäre zum Mainstream-Feature?
Die Auslieferung des Punkt MC03 in Europa beginnt noch im Januar 2026. Ob das Abo-Modell bei Unternehmen Akzeptanz findet, wird ein Gradmesser für den gesamten Sektor sein. Sollte es sich durchsetzen, könnte es etablierte Hersteller zwingen, ähnliche „Bezahlt-für-Privatsphäre“-Optionen anzubieten. Sicher ist: Der Druck auf Unternehmen, ihre mobilen Daten unter Kontrolle zu behalten, wächst – und mit ihm der Markt für smarte Alternativen.
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