Psychotherapeuten-Nachwuchs steckt in Finanzierungsfalle fest
17.01.2026 - 17:25:12Die Weiterbildung für Tausende angehende Psychotherapeuten ist blockiert. Eine ungelöste Finanzierungslücke im Gesetz hält den dringend benötigten Nachwuchs vom Berufseinstieg ab und verschärft den Therapieplatz-Mangel.
Reform von 2019 mit fataler Lücke
Das Psychotherapeutengesetz sollte die Ausbildung modernisieren und die teure, selbstfinanzierte Ausbildung beenden. Stattdessen trat eine fünfjährige, vergütete Weiterbildung in einem Anstellungsverhältnis. Doch das Gesetz ließ eine entscheidende Frage offen: Wer bezahlt diese Stellen?
Die Folge ist Stillstand. Kliniken und Praxen zögern, die vorgeschriebenen Weiterbildungsplätze zu schaffen. Für die Absolventen der neuen Masterstudiengänge bedeutet das eine Sackgasse.
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Die Zahlen sprechen eine klare Sprache:
* Jährlich drängen etwa 2.500 Absolventen auf den Markt.
* Die Zahl der finanzierten Stellen bleibt weit dahinter zurück.
* Eine Petition für eine Finanzierungslösung erhielt über 72.000 Unterschriften.
Patienten warten noch länger auf Therapieplätze
Bereits heute ist die Lage angespannt. Patienten warten im Schnitt mehrere Monate auf einen Therapiebeginn. Der blockierte Nachwuchs droht diese Wartezeiten nun zu verlängern.
Experten warnen vor einer Eskalation. Wenn nicht genug Therapeuten nachrücken, wird die Versorgungslücke größer. Besonders kritisch könnte es die Kinder- und Jugendlichen-Therapie treffen – ein Bereich mit stark steigendem Bedarf.
Könnte die Politik damit die eigene Reform ausbremsen?
Berufsverbände fordern sofortige Lösung
Die Forderung an die Politik ist eindeutig: eine gesetzliche Grundlage für die Finanzierung der Weiterbildungsstellen muss her. Nur so können die benötigten Plätze geschaffen werden.
Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) und Nachwuchsvertreter argumentieren mit der Versorgungssicherheit. Eine Investition in den Nachwuchs sei keine Frage der Fairness allein, sondern volkswirtschaftlich notwendig. Unbehandelte psychische Erkrankungen verursachen langfristig hohe Folgekosten.
Attraktivität des Berufs steht auf dem Spiel
Die aktuelle Blockade beschädigt das Image des gesamten Berufsfelds. Was passiert, wenn hochqualifizierte Absolventen nach Jahren des Studiums keine Perspektive sehen? Sie könnten in andere Bereiche abwandern und den Fachkräftemangel auf Jahre zementieren.
Die Zeit für eine Korrektur des Systemfehlers drängt. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Politik die Finanzierungslücke schließt – oder ob der Stau vor den Praxen weiter wächst. Für Tausende Patienten und Nachwuchstherapeuten hängt viel davon ab.
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