Psychologische Abgrenzung wird zur Schlüsselkompetenz im Job
18.01.2026 - 07:53:12Die Fähigkeit, nach Feierabend mental abzuschalten, ist entscheidend für die Gesundheit. Experten sehen sie als zentrale Kompetenz gegen Burnout und für langfristige Leistungsfähigkeit.
Die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben verschwimmen zusehends. Homeoffice und ständige Erreichbarkeit per Smartphone führen bei vielen zu einer Dauerbelastung. Die Gedanken kreisen auch in der Freizeit um berufliche Probleme. Diese fehlende Erholung kann schwerwiegende Folgen haben – von Schlafstörungen bis hin zu Depressionen oder Burnout.
Die Gefahr der ständigen Alarmbereitschaft
Eine mangelnde psychologische Distanzierung hält den Körper in einem permanenten Stresszustand. Arbeitspsychologen warnen: Das Verschwimmen der Grenzen stört die Erholung massiv. Die Folge ist nicht nur weniger Zufriedenheit, sondern auch eine sinkende kognitive Leistungsfähigkeit und Kreativität.
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Grund ist unter anderem der Zeigarnik-Effekt: Das Gehirn behält unerledigte Aufgaben im Gedächtnis, was zu kognitivem Stress führt. Ohne bewusstes Abschalten bleiben diese „mentalen Tabs“ geöffnet und verbrauchen Energie. Das schadet dem Wohlbefinden – und ironischerweise auch der Leistung am nächsten Tag.
So gelingt das Abschalten: Konkrete Strategien
Experten empfehlen klare Verhaltensweisen für den Übergang in die Freizeit:
* Räumliche Trennung: Im Homeoffice ein separates Arbeitszimmer oder eine dedizierte Ecke einrichten.
* Technische Grenzen: Berufliche Benachrichtigungen nach Feierabend deaktivieren oder verschiedene Geräte nutzen.
* Feste Rituale: Ein Spaziergang nach der Arbeit, das Wechseln der Kleidung oder das bewusste Zuklappen des Laptops signalisieren dem Gehirn: Der Arbeitstag ist vorbei.
* Aktive Freizeit: Sport, Hobbys oder Treffen mit Freunden fordern die volle Aufmerksamkeit und fördern das Abschalten.
* Grenzen kommunizieren: Die Fähigkeit, „Nein“ zu sagen und eigene Verfügbarkeitszeiten klar zu machen, schützt vor Überlastung.
Unternehmen in der Pflicht – und die eigene Präferenz
Die Verantwortung liegt nicht nur bei den Mitarbeitenden. Eine Unternehmenskultur, die ständige Erreichbarkeit erwartet, trägt maßgeblich zu Erschöpfung bei. Unternehmen profitieren von motivierteren Teams, wenn sie klare Regeln zur Erreichbarkeit nach Feierabend aufstellen und Pausen fördern.
Zudem ist die optimale Abgrenzung individuell verschieden. Manche Menschen sind Segmentierer und bevorzugen eine strikte Trennung. Andere sind Integrierer und schätzen fließende Übergänge. Wichtig ist, die eigene Präferenz zu kennen und eine gesunde Balance zu finden. Für alle gilt: Phasen der vollständigen mentalen Unerreichbarkeit sind essenziell, um die Batterien wieder aufzuladen.
Abschalten als Zukunftskompetenz
In einer durch Digitalisierung und KI weiter beschleunigten Arbeitswelt wird die Steuerung der eigenen Aufmerksamkeit zur Schlüsselkompetenz. Die bewusste Abgrenzung – das Mental Disengagement – muss aktiv gefördert werden. Langfristig setzt sich die Erkenntnis durch: Wahre Produktivität entsteht nicht aus ständiger Betriebsamkeit, sondern aus dem intelligenten Wechsel von Arbeit und Erholung.


