Psychologie wendet sich von toxischer Positivität ab
18.01.2026 - 17:30:12Ein neuer Trend in der Psychologie stellt den Zwang zum ständigen Glücklichsein infrage. Experten betonen stattdessen den Wert sogenannter negativer Emotionen für eine robuste psychische Gesundheit. Dieser Paradigmenwechsel rückt die Akzeptanz des gesamten Gefühlsspektrums in den Mittelpunkt moderner Wellness-Strategien.
Der schädliche Druck, immer positiv zu sein
Die Forderung, selbst in Krisen optimistisch zu bleiben, hat einen Namen: toxische Positivität. Gut gemeinte Sätze wie „Denk doch einfach positiv“ können echte Gefühle entwerten und Schuldgefühle auslösen. Studien zeigen, dass das ständige Unterdrücken unangenehmer Emotionen kontraproduktiv ist. Es kann langfristig zu mehr Stress, Burn-out oder Depressionen führen.
Warum isoliert dieser Optimismus-Zwang Menschen oft, anstatt zu helfen? Er verhindert einen authentischen Umgang mit schwierigen Situationen.
Warum Traurigkeit und Wut wichtig sind
Psychologen sehen negative Gefühle zunehmend als nützliche Signalgeber:
* Angst warnt vor Gefahren.
* Traurigkeit hilft, Verluste zu verarbeiten.
* Wut kann Antrieb geben, Hindernisse zu überwinden.
Diese Emotionen liefern wertvolle Informationen darüber, was uns wichtig ist. Wer sie ignoriert, verliert nicht nur den Kontakt zu sich selbst, sondern riskiert auch psychosomatische Beschwerden.
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Der neue Schlüssel heißt psychologische Flexibilität
Moderne Therapieansätze wie die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) setzen hier an. Ihr Ziel ist nicht die Eliminierung unangenehmer Gefühle, sondern der Aufbau von psychologischer Flexibilität. Diese Fähigkeit ermöglicht es, Gedanken und Gefühle wahrzunehmen, ohne von ihnen überwältigt zu werden, und das Handeln an den eigenen Werten auszurichten. Ein Mangel an dieser Flexibilität gilt als Risikofaktor für Angststörungen und Depressionen.
Vom oberflächlichen Glück zu echter emotionaler Fitness
Die Wellness-Branche reagiert auf dieses neue Bewusstsein. Die Trends für 2026 deuten auf eine Abkehr von einfachen Glücksversprechen hin. Stattdessen gewinnen ganzheitliche Konzepte wie „Emotional Fitness“ an Bedeutung. Sie trainieren mentale Stärke präventiv und befähigen Menschen, ihre emotionale Vielfalt als Ressource zu nutzen.
Experten warnen gleichzeitig davor, normales Unglücklichsein vorschnell als Krankheit zu betrachten. Die Normalisierung aller Gefühle ist auch eine Gegenbewegung zu einer Gesellschaft, in der jede Abweichung vom Dauer-Glück als Störung gilt.


