Psychische Erkrankungen verdoppeln Fehltage in zehn Jahren
04.01.2026 - 04:39:12Neue Regierungsdaten enthüllen eine drastische Entwicklung: Die Zahl der Krankheitstage wegen psychischer Leiden hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Die Antwort des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales auf eine Anfrage der Linken setzt Unternehmen und Politik zum Jahresauftakt 2026 gleichermaßen unter Druck. Mentale Erkrankungen sind kein Randphänomen mehr, sondern ein zentraler Risikofaktor für den Arbeitsmarkt.
Die Zahlen aus den Jahren 2014 bis 2024 zeichnen ein klares und besorgniserregendes Bild. Besonders betroffen sind Frauen: Ihre Fehltage wegen psychischer und Verhaltensstörungen stiegen von etwa 43,5 Millionen Tagen im Jahr 2014 auf rund 87,6 Millionen Tage im Jahr 2024.
Doch auch bei Männern ist der Trend eindeutig. Hier verdoppelte sich die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage nahezu: von rund 26,9 Millionen auf etwa 60,4 Millionen. Psychische Erkrankungen sind damit zwar nicht der häufigste Grund für eine Krankschreibung, verursachen aber aufgrund ihrer langen Dauer die meisten Ausfalltage.
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2025 war bereits ein Rekordjahr
Die neuen Regierungsdaten bestätigen, was Krankenkassen im gesamten Jahr 2025 angemahnt hatten. Die großen Fehlzeiten-Reports von AOK und DAK-Gesundheit wiesen bereits auf historische Höchststände hin.
- Der AOK-Fehlzeiten-Report zeigte, dass psychische Diagnosen ihren Anteil an den gesamten Fehlzeiten weiter ausbauten.
- Der DAK-Psychreport schlug Alarm und verwies auf starke Zunahmen bei jüngeren Beschäftigten und in Pflegeberufen.
Experten betonten, dass die Grenzen zwischen beruflicher und privater Belastung verschwimmen. Faktoren wie geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten wirken als Verstärker.
Teufelskreis für Wirtschaft und Gesundheitssystem
Die wirtschaftlichen Folgen sind immens. Im anhaltenden Fachkräftemangel wiegen langfristige Ausfälle doppelt schwer. Sie erhöhen die Belastung für das verbliebene Team und können so neue Erkrankungen auslösen – ein gefährlicher Teufelskreis.
Besonders betroffen sind Branchen mit hoher emotionaler Belastung:
* Gesundheits- und Sozialwesen
* Öffentliche Verwaltung
Ökonomen warnen vor milliardenschweren Produktionssausfällen. Das Thema Mental Health hat sich von einem „weichen“ Personalthema zu einem harten ökonomischen Risikofaktor entwickelt.
2026: Braucht es ein radikales Umdenken?
Angesichts der verfestigten Trends fordern Experten für 2026 ein Umdenken. Isolierte Maßnahmen wie Yogakurse reichen nicht mehr aus. Gefragt sind strukturelle Veränderungen in der Arbeitsorganisation.
Arbeitspsychologen plädieren für die ernsthafte, flächendeckende Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen psychischen Gefährdungsbeurteilung. Dazu gehört eine kritische Prüfung von Erreichbarkeitserwartungen und Arbeitsverdichtung.
Auch die Politik ist gefordert. Im Wahljahr dürfte die Diskussion um Arbeitszeitmodelle weiter an Fahrt aufnehmen. Die Antwort der Bundesregierung zeigt zwar Problembewusstsein, doch konkrete gesetzgeberische Maßnahmen bleiben abzuwarten. Für Unternehmen ist die Botschaft klar: Die psychische Gesundheit der Belegschaft muss 2026 Chefsache werden.
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