Psychische, Belastung

Psychische Belastung treibt Krankenstand auf Rekordhoch

02.02.2026 - 15:23:12

Der Krankenstand in Deutschland erreicht mit 5,7 Prozent einen historischen Höchstwert. Psychische Erkrankungen nehmen stark zu, doch nur wenige Unternehmen setzen ganzheitliche Gesundheitskonzepte um.

Die deutsche Arbeitswelt steckt in einer Gesundheitskrise. Der durchschnittliche Krankenstand erreichte zuletzt 5,7 Prozent – ein historischer Höchstwert. Besonders alarmierend ist der drastische Anstieg psychischer Erkrankungen, der Unternehmen zum radikalen Umdenken zwingt.

90 Prozent fordern mehr Einsatz für mentale Gesundheit

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Laut DAK-Gesundheitsreport 2026 summierte sich der Krankenstand auf 19,5 Fehltage pro Arbeitnehmer. Psychische Diagnosen nehmen weiter zu, wie aktuelle Reports der BKK und der Techniker Krankenkasse belegen. Doch was tun die Unternehmen?

Eine Studie von Union Investment zeigt eine massive Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit:
* 90 Prozent der Beschäftigten fordern mehr Einsatz für mentale Gesundheit.
* Nur 44 Prozent glauben, dass ihr Arbeitgeber das Thema ernst nimmt.
* Drei Viertel sehen wegen hoher Belastung klaren Handlungsbedarf.

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Zeitdruck und Burnout als Haupttreiber

Die Ursachen für die psychische Krise sind klar identifiziert. Die umfangreiche Workplace Insights-Studie nennt vor allem drei Faktoren:
* Permanenter Zeitdruck
* Häufige Arbeitsunterbrechungen
* Hohe emotionale Anforderungen

Besonders betroffen ist die Altersgruppe der 31- bis 40-Jährigen, bei der das Burnout-Risiko bei 18 Prozent liegt. Hier häufen sich berufliche Verantwortung, Arbeitsdichte und oft familiäre Pflichten. Eine Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung bestätigt: Arbeiten unter Zeit- und Leistungsdruck ist die häufigste Einzelbelastung.

Führungskräfte werden zum Schlüssel des Wandels

Die Antwort kann nicht einfach weniger Arbeit sein. Stattdessen setzen Experten auf den Wandel zu einer gesunden Leistungskultur. Entscheidend sind dabei die Führungskräfte. Sie müssen ein klares, nachhaltiges Leistungsverständnis vorleben und durch regelmäßigen Austausch vermitteln.

Das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) wird vom „Nice-to-have“ zum strategischen Muss. Allerdings zeigt die #whatsnext-Studie: Nur 27 Prozent der Unternehmen setzen ein ganzheitliches BGM um. Das Potenzial ist also riesig.

Investition in Psyche wird zum Wettbewerbsvorteil

Für 2026 zeichnet sich ein klares Bild ab: Wer in die mentale Stärke seiner Belegschaft investiert, sichert sich die Fachkräfte von morgen. Flexible Arbeitsmodelle und eine gesunde Führungskultur werden zum entscheidenden Standortfaktor.

Eine neue Herausforderung könnte die Künstliche Intelligenz werden. Sie birgt Chancen zur Entlastung, aber auch Risiken als zusätzliche Stressquelle. Die große Aufgabe für Unternehmen bleibt, eine Kultur zu schaffen, in der Spitzenleistung und Wohlbefinden keine Gegensätze sind.

@ boerse-global.de