Psychische, Belastung

Psychische Belastung: Jeder zweite Azubi leidet am Arbeitsplatz

29.01.2026 - 17:34:12

Über die Hälfte der Auszubildenden leidet unter psychischen Problemen am Arbeitsplatz. Betriebe reagieren mit neuen Konzepten wie Resilienz-Trainings und Mentorenprogrammen.

Die psychische Gesundheit von Auszubildenden rückt in den Fokus. Auslöser sind alarmierende Zahlen: Mehr als jeder zweite Azubi berichtet von psychischen Problemen am Arbeitsplatz. Unternehmen, Berufsschulen und Politik reagieren jetzt mit neuen Initiativen.

Krankenkassen schlagen Alarm

Die Dringlichkeit des Themas wird durch konkrete Daten untermauert. Laut der IKK classic stieg der Anteil psychischer Erkrankungen an allen Krankmeldungen von Auszubildenden von 12,5 Prozent (2022) auf 13,6 Prozent (2024). Damit sind psychische Leiden die zweithäufigste Ursache für Fehlzeiten.

Eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) liefert den erschreckenden Befund: 52,3 Prozent der befragten Azubis geben an, psychische Probleme am Arbeitsplatz zu haben. Experten machen den zunehmenden Leistungsdruck, Zukunftsängste und die Nachwirkungen der Corona-Pandemie für diese Entwicklung verantwortlich.

Prävention statt Reparatur: So stärken Betriebe ihre Azubis

Immer mehr Unternehmen setzen auf Prävention. Statt erst in der Krise zu handeln, stärken sie die psychische Widerstandsfähigkeit – die Resilienz – ihrer Nachwuchskräfte von Beginn an.

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52,3 % der Azubis berichten von psychischen Belastungen – viele brechen in der Probezeit weg. Ein kostenloser Probezeit‑Leitfaden für Ausbilder und HR liefert sofort einsetzbare Word‑Vorlagen, Gesprächsprotokolle und Checklisten, mit denen Sie Azubis strukturiert durch die ersten 100 Tage begleiten und Abbrüche deutlich reduzieren können. Praktische Muster für Feedback‑ und Gesprächsleitfäden helfen, früh Warnsignale zu erkennen. Kostenlosen Probezeit‑Leitfaden für Ausbilder herunterladen

Zu den bewährten Ansätzen zählen:
* Workshops zu Stressmanagement und Achtsamkeit
* Die Förderung einer offenen Kommunikationskultur
* Innovative Arbeitszeitmodelle wie die 4-Tage-Woche zur besseren Work-Life-Balance

Organisationen wie der Verein „Irrsinnig Menschlich e.V.“ bieten spezielle Formate für Berufsschulen an, um Wissen zu vertiefen und Vorurteile abzubauen.

Der Ausbilder wird zum Mental-Health-Coach

Eine Schlüsselrolle in dieser neuen Strategie spielen die Ausbilder selbst. Ihre Aufgabe wandelt sich: Vom reinen Wissensvermittler zum Begleiter der persönlichen Entwicklung.

Viele Betriebe schulen ihre Ausbildungsverantwortlichen deshalb weiter. Sie lernen, frühe Warnzeichen zu erkennen und sensibel anzusprechen. Das Ziel ist nicht, Therapeuten zu ersetzen, sondern eine Brücke zu professioneller Hilfe zu bauen und eine Kultur der Fürsorge zu etablieren.

Digitale Tools und Hilfe auf Augenhöhe

Neben der persönlichen Betreuung gewinnen digitale Angebote an Bedeutung. Gesundheits-Apps bieten anonyme erste Hilfe und senken die Hemmschwelle, sich Unterstützung zu holen.

Besonders wirksam erweisen sich Peer-Angebote. In Azubi-Tandems begleiten erfahrenere Auszubildende die neuen Jahrgänge. Solche Patenschaften schaffen ein informelles Netzwerk und geben Halt – vor allem in der schwierigen Anfangsphase. Laut WIdO schätzen 80 Prozent der befragten Azubis solche betrieblichen Gesundheitsmaßnahmen.

Warum die Investition sich für Unternehmen lohnt

Die psychischen Belastungen sind kein Nischenproblem, sondern ein gesellschaftlicher Trend. Für Unternehmen wird die Investition in die mentale Gesundheit der Azubis zur wirtschaftlichen Notwendigkeit.

Im Kampf um junge Talente ist ein unterstützendes Umfeld ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Es steigert die Attraktivität als Arbeitgeber und sichert die Bindung der Fachkräfte von morgen. Initiativen verschiedener IHKs zielen deshalb darauf ab, Fachkräfte für psychosoziale Gesundheit im Betrieb zu etablieren.

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