PSA gegen Absturz: Winterchaos verschärft Sicherheitspflichten
07.01.2026 - 02:45:12Verschärfte 2-Meter-Regel und praktische Hängeübungen prägen die jährliche Pflichtunterweisung für Absturzschutz. Unternehmen können bis zu 10.000 Euro Förderung für Sicherheitsausrüstung beantragen.
Schnee und Eis erhöhen die Absturzgefahr auf Baustellen – die jährliche Unterweisung für PSA gegen Absturz ist 2026 keine Formsache mehr.
BERLIN – Mit dem Jahresstart und winterlichen Extrembedingungen spitzt sich die Lage auf deutschen Baustellen zu. Experten für Arbeitssicherheit mahnen zur dringenden Einhaltung der Vorschriften für Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA). Die jährliche Pflichtunterweisung für 2026 ist angesichts des aktuellen „Winterchaos“ und verschärfter Regeln zur Chefsache geworden.
Unterweisung 2026: Mehr als nur eine Unterschrift
Rechtlich ist die jährliche Sicherheitsunterweisung nach dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und der DGUV Vorschrift 1 verankert. Für PSA gegen Absturz gelten besonders strenge Anforderungen. Berufsgenossenschaften wie die BG BAU betonen für 2026: Eine bloße Unterschrift reicht nicht aus.
Eine rechtskonforme Unterweisung muss drei Elemente umfassen:
* Theorie: Kenntnis der DGUV Regel 112-198 (Benutzung von PSAgA) und 112-199 (Rettung aus Höhen).
* Praxis: Verpflichtende Hängeversuche und Rettungsübungen. Reine Digital-Schulungen sind hier unzulässig.
* Dokumentation: Der Nachweis muss für Kontrollen archiviert werden.
„Diese Unterweisung ist die primäre Verteidigungslinie gegen die häufigste Ursache tödlicher Arbeitsunfälle“, so ein aktueller Sicherheitshinweis.
Neue Regeln: Die 2-Meter-Grenze und digitale Nachweise
Die Inspektionsschwerpunkte für 2026 setzen auf verschärfte Standards. Im Fokus steht die strikte Einhaltung der 2-Meter-Regel. Während früher teils bis drei Meter toleriert wurden, ist persönlicher Absturzschutz jetzt ab 2,00 Metern zwingend vorgeschrieben. Über Wasser oder Maschinen gilt die Pflicht sogar ab Höhe Null.
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Ein weiterer Trend für 2026 ist die Digitalisierung der Dokumentation. Rechtliche Anpassungen erlauben nun für viele Nachweise die „Textform“ (z.B. E-Mail-Protokoll) statt der „Schriftform“ mit Unterschrift.
* Chance: Unternehmen können Unterweisungsnachweise digital verwalten.
* Grenze: Der praktische Teil der PSA-Ausbildung ist nicht digitalisierbar. Ein Video ersetzt keine Hängeübung.
Finanzielle Förderung: Bis zu 10.000 Euro Zuschuss
Die BG BAU fördert Sicherheitsinvestitionen im Jahr 2026 weiterhin mit Prämien. Mitgliedsunternehmen können bis zu 10.000 Euro Zuschuss für vorbeugende Maßnahmen beantragen. Förderfähig sind:
* Ergonomische PSA: Gurtsysteme, die zum konsequenten Tragen animieren.
* Technische Hilfen: Kleinhubgeräte oder Ein-Personen-Gerüste.
* Rettungssysteme: Ausrüstung für die schnelle Bergung nach einem Absturz.
Anträge sollten früh im ersten Quartal 2026 gestellt werden, da die Mittel oft nach Windhund-Prinzip vergeben werden.
Winterchaos unterstreicht die Dringlichkeit
Die Aktualität der Vorschriften zeigt das extreme Winterwetter der ersten Januarwoche 2026. Glatteis und Schneeverwehungen – von Behörden als „Winterchaos“ gemeldet – verwandeln routine Risiken in kritische Gefahren.
Auf vereisten Flächen wirkt kollektiver Schutz wie ein Geländer weniger, die Rutschgefahr steigt. Die PSA wird zur letzten Rettung. Fachleute warnen: „Die Gurte müssen nicht nur getragen, sondern für dicke Winterkleidung korrekt angepasst werden.“ Ein über einer Winterjacke falsch sitzender Gurt kann bei einem Sturz schwere Verletzungen verursachen. Diese Anpassung ist ein empfohlener Schwerpunkt der Januar-Unterweisungen.
Ausblick auf das Jahr 2026
Im Laufe des Jahres wird die überarbeitete DGUV Vorschrift 2 für bestimmte Branchen erwartet. Obwohl erst mit Veröffentlichung – voraussichtlich Ende 2026 oder 2027 – verbindlich, bereiten sich Sicherheitsverantwortliche bereits vor. Sie prüfen die Anzahl der Sicherheitsbeauftragten und Schulungskonzepte.
Die Botschaft für diesen Januar ist klar: Ausrüstung prüfen, praktisch üben und die 2-Meter-Regel verinnerlichen – bevor es aufs Dach geht.
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