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Proton Sheets: Schweizer Verschlüsselung greift Excel und Google an

03.01.2026 - 09:58:12

Das Schweizer Unternehmen Proton erweitert sein Portfolio um eine verschlüsselte Tabellenkalkulation und positioniert sich als politischer Akteur im Kampf für digitale Privatsphäre.

Proton Sheets bietet erstmals Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Tabellenkalkulationen – ein direkter Angriff auf die Datenpraktiken von Microsoft und Google. Das Schweizer Unternehmen positioniert sich als politischer Akteur im Kampf für digitale Privatsphäre.

Ein neuer Standard für verschlüsselte Daten

Mit Proton Sheets hat der Schweizer Privatsphäre-Spezialist sein Produktivitätspaket komplettiert. Seit dem 4. Dezember 2025 können Nutzer nun auch Tabellen verschlüsselt bearbeiten und teilen – ohne dass selbst Proton Zugriff auf die Inhalte hat. Die Technologie verschlüsselt alle Daten bereits auf dem Endgerät, bevor sie die Server erreichen.

„Die meisten Tabellen-Tools stammen von Tech-Giganten, deren Geschäftsmodelle oft auf Datenausbeutung basieren”, erklärt Anant Vijay Singh, Produktchef bei Proton Drive. Sein Unternehmen setze bewusst auf ein alternatives Modell: Keine versteckte Überwachung, kein invasives Data-Mining. Diese Positionierung gewinnt an Bedeutung, während Konkurrenten KI-Funktionen integrieren, die Nutzerdaten für das Training verwenden können.

Vertraute Funktionen, radikale Sicherheit

Die Strategie ist klar: Nutzer sollen nahtlos von Excel oder Google Sheets wechseln können. Proton Sheets importiert bestehende .xlsx– und .csv-Dateien, unterstützt komplexe Formeln, Diagramme und Echtzeit-Zusammenarbeit. Der Dienst steht allen Proton Drive-Nutzern zur Verfügung – auch in der kostenlosen Version.

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Das Timing könnte kaum besser sein. Während Microsoft Copilot und Google Gemini in Office-Pakete integriert werden, wachsen die Bedenken vor unternehmerischer Spionage und Datenlecks. Proton betont: „Wir nutzen Kundendaten nicht zum Training von KI-Modellen.” Ein deutlicher Kontrast zu den Silicon-Valley-Rivalen.

Hardware-Partnerschaft bei der CES 2026

Die Expansion geht über reine Software hinaus. Auf der CES 2026 präsentierte der Schweizer Hersteller Punkt sein neues Smartphone MC03 mit integrierter „Vault”-Umgebung. Diese isolierte Umgebung bindet die Proton-Tools – inklusive Sheets – direkt ins Betriebssystem ein.

Solche Hardware-Software-Allianzen sollen die Datenspuren minimieren, die normale Android- oder iOS-Apps hinterlassen. Für Proton ist diese Integration entscheidend, um mit den geschlossenen Ökosystemen von Apple und Google konkurrieren zu können.

Regulatorischer Konflikt in der Heimat

Doch parallel zum Produkterfolg droht in der Schweiz ein politischer Konflikt. Proton hat mit einer Verlegung des Firmensitzes gedroht, sollte ein neues Überwachungsgesetz verabschiedet werden. Das Gesetz würde Internetanbieter zur Vorratsdatenspeicherung verpflichten – ein direkter Widerspruch zu Protons No-Logs-Politik.

CEO Andy Yen vergleicht den Entwurf mit Überwachungsmaßnahmen autoritärer Regime. „Das Gesetz würde die Privatsphärenrechte massiv verletzen”, warnt er. Für Nutzer von Proton Sheets zeigt der Konflikt einerseits das kompromisslose Bekenntnis zum Datenschutz. Andererseits entsteht Unsicherheit über den künftigen Rechtsstandort des Dienstes.

Marktchancen und Herausforderungen

Kann das Prinzip „Privatsphäre zuerst” im Bürosoftware-Markt überzeugen? Für Anwaltskanzleien, Gesundheitsdienstleister und datenbewusste Unternehmen bietet Proton eine verifizierte Alternative. Entscheidend wird sein, ob die Schweizer Lösung mit Excel-Funktionen wie Pivot-Tabellen und Makros mithalten kann.

Mit den CES-Ankündigungen und dem regulatorischen Schlagabtausch positioniert sich Proton zunehmend als politischer Akteur. Die kommenden Monate werden zeigen, ob dieser prinzipientreue Kurs auch marktwirksam ist – oder ob die Tech-Giganten ihre Dominance im Tabellenmarkt unangefochten behalten.

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