Präventions-Lotsen, Bundesgesundheitsministerium

Präventions-Lotsen starten bundesweit durch

09.01.2026 - 19:54:12

Das Bundesgesundheitsministerium weitet ein erfolgreiches Modellprojekt zu einem bundesweiten Netzwerk aus. Ehrenamtliche sollen Warnsignale für psychische Probleme früh erkennen und Betroffene an Fachleute vermitteln.

Präventions-Lotsen sollen künftig bundesweit psychische Belastungen früh erkennen. Das erfolgreiche Modellprojekt wird jetzt massiv ausgeweitet und in die neue nationale Präventionsstrategie integriert. Damit reagiert die Politik auf lange Wartezeiten für Therapieplätze und eine steigende Zahl psychischer Erkrankungen.

Die speziell geschulten Ehrenamtlichen sollen keine Therapeuten ersetzen, sondern als erste Anlaufstelle im sozialen Umfeld dienen. Sie agieren in Vereinen, Nachbarschaftstreffs oder bei Hausbesuchen. Ihr Ziel: Warnsignale für Überlastung, Depression oder Einsamkeit erkennen und Betroffene gezielt an professionelle Hilfe weiterleiten.

Vom Modellprojekt zum nationalen Netzwerk

Als Blaupause dient ein ausgezeichnetes Projekt im Landkreis Hildesheim. Es läuft noch bis September 2026 und zeigt: Die aufsuchende Arbeit senkt die Hemmschwelle für Hilfe drastisch. Nach diesen Erfolgen in Niedersachsen und Baden-Württemberg rollt die Initiative nun bundesweit aus.

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Viele Warnsignale psychischer Überlastung werden oft übersehen – gerade wenn Ehrenamtliche oder Nachbarschafts‑Lotsen erste Hinweise melden. Ein kostenloses Download‑Paket bietet praxisnahe Hilfen: Excel‑Gefährdungsbeurteilung, Word‑Muster für Überlastungsanzeigen und 7 sofort umsetzbare Tipps, damit Kommunen, Vereine und Träger Fälle sauber dokumentieren und rechtssicher handeln können. Ideal für lokale Präventions‑Teams und Arbeitsschutzverantwortliche. Kostenlose Vorlagen zur Gefährdungsbeurteilung & Überlastungsanzeige herunterladen

Die neue “Nationale Präventions-Initiative” des Bundesgesundheitsministeriums erleichtert die Finanzierung durch die gesetzlichen Krankenkassen. Unter dem Motto “In Zukunft gesünder” soll so ein flächendeckendes Netz entstehen.

Drei Zielgruppen, ein Ansatz

Das Konzept verzahnt verschiedene Lebensphasen zu einem Gesamtnetzwerk:
* Für Senioren: Der Fokus liegt auf der Bekämpfung von Einsamkeit und der Förderung von Mobilität.
* Für Familien: Familien-Lotsen sollen künftig in Kitas und Grundschulen aktiv werden.
* Für Jugendliche: Peer-to-Peer-Ansätze, bei denen Schüler zu Mental-Health-Mentoren ausgebildet werden, stehen im Mittelpunkt.

Besonders im ländlichen Raum, wo Fachärzte rar sind, könnte dieses Netzwerk zum entscheidenden Baustein der Daseinsvorsorge werden.

Ein Paradigmenwechsel mit klaren Grenzen

Experten werten die Initiative als Wendepunkt – weg von reiner Reparaturmedizin, hin zu aktiver Vorsorge. Versorgungsforscher betonen den ökonomischen Nutzen: Frühes Eingreifen kann chronische Verläufe und teure Klinikaufenthalte verhindern.

Doch wie verhindert man die Überforderung der Ehrenamtlichen? Fachverbände mahnen zur Vorsicht. Die aktuellen Konzepte setzen daher auf regelmäßige Supervision und klare Zuständigkeitsgrenzen. Die Lotsen sind Wegweiser, keine Behandler.

In den kommenden Wochen starten in mehreren Bundesländern Schulungsreihen, um neue Helfer zu gewinnen. Bis Mitte des Jahres könnten erste bundesweite Daten zur Wirksamkeit vorliegen. Sollte der Erfolg anhalten, könnten Präventions-Lotsen bald so selbstverständlich werden wie die Freiwillige Feuerwehr – als erste Helfer in seelischer Not.

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