Präkrastination, Produktivitätskiller

Präkrastination: Der heimliche Produktivitätskiller im Büro

05.02.2026 - 10:43:12

Der Drang, Aufgaben sofort zu erledigen, sabotiert tiefes Denken und führt zu Mehrarbeit. Experten erklären die psychologischen Gründe und zeigen Auswege aus der Scheinproduktivität.

Wer Aufgaben sofort erledigt, arbeitet ineffizient. Dieses Phänomen heißt Präkrastination und tarnt sich als vorbildlicher Eifer. Experten warnen: Der Drang, Dinge sofort abzuhaken, sabotiert tiefes Denken und führt zu Mehrarbeit.

Warum wir vorschnell handeln

Der Zwang zur sofortigen Erledigung hat psychologische Gründe. In einem klassischen Experiment sollten Probanden einen Wassereimer tragen. Die logische Wahl war der Eimer näher am Ziel. Doch die meisten wählten den näher am Start – sie schleppten das Gewicht länger, nur um die mentale Aufgabe schneller „abzuhaken“.

Die Erklärung: Unser Gehirn will den Arbeitsspeicher entlasten. Der Gedanke an eine offene Aufgabe erzeugt Stress. Indem wir sofort handeln, kaufen wir uns kurzfristige Erleichterung – und nehmen langfristige Nachteile in Kauf.

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Der tückische „Mere Urgency Effect“

Dieses Verhalten wird durch den „Mere Urgency Effect“ verstärkt. Studien zeigen: Menschen bevorzugen dringende Aufgaben vor wichtigen, selbst wenn die Belohnung kleiner ist. Unser Gehirn stuft eine knappe Deadline automatisch als priorär ein.

Die digitale Arbeitswelt befeuert diesen Effekt:
* Blinkende Chat-Benachrichtigungen
* Der Kult um die leere E-Mail-Inbox („Inbox Zero“)
* Die Erwartung ständiger Erreichbarkeit

Das Ergebnis ist ein voller, aber wertarmer Arbeitstag. Strategische Projekte ohne laute Deadline bleiben liegen.

Scheinproduktivität statt Tiefgang

Während KI Routinearbeit übernimmt, wird menschliche „Deep Work“ – also konzentriertes, komplexes Denken – wertvoller. Genau diese wird durch Präkrastination erstickt.

Wer sofort reagiert, unterbricht den kreativen Prozess. Die erste Lösung ist selten die beste, aber sie beendet die Aufgabe. Zudem hält der Modus der sofortigen Reaktion das Stresslevel dauerhaft hoch und kann zu Erschöpfung führen.

Drei Strategien für mehr Gelassenheit

Der Ausweg erfordert bewusstes Umsteuern. Diese Ansätze helfen:

  • Wartezeiten einbauen: Legen Sie nicht-kritische Anfragen in einen „Park-Ordner“. Oft erledigen sich Probleme von selbst oder Ihre Antwort wird durch Bedenkzeit besser.
  • Die Eisenhower-Matrix nutzen: Präkrastinierer verharren im Quadranten „Dringend, aber nicht wichtig“. Der Fokus muss auf „Wichtig, aber nicht dringend“ liegen – hier entsteht langfristiger Wert.
  • Fokuszeiten schützen: Unternehmen sollten asynchrone Kommunikation fördern. Mitarbeiter müssen Benachrichtigungen für konzentrierte Arbeit abschalten dürfen.

Die eigentliche Kompetenz der Zukunft könnte sein, eine Aufgabe nicht sofort zu erledigen. Es geht nicht darum, schneller den Eimer zu tragen, sondern den richtigen zu wählen.

@ boerse-global.de