PostNord stellt Briefzustellung ein: Dänemark beendet Ära nach 400 Jahren
02.01.2026 - 10:33:12Dänemark stellt als erstes Land weltweit den staatlichen Briefdienst ein und überlässt die verbliebene physische Post vollständig dem privaten Logistikunternehmen Dao.
Dänemark hat als erstes Land weltweit den staatlichen Briefdienst komplett eingestellt. Damit endet eine über 400-jährige Tradition – ein historischer Schritt, der die vollständige Digitalisierung des skandinavischen Landes unterstreicht.
Das Ende einer Ära
Am Dienstag, dem 30. Dezember 2025, liefen die letzten gewöhnlichen Briefe durch die Hände von PostNord-Mitarbeitern. Seit dieser Woche stellt das Unternehmen den Service offiziell ein. Die ikonischen roten Briefkästen, einst fester Bestandteil dänischer Straßen, wurden bereits in den vergangenen Monaten systematisch entfernt oder versiegelt.
Die Zuständigkeit für die verbliebenen physischen Briefe liegt nun vollständig beim Privatsektor, konkret beim Logistikunternehmen Dao. Die Entscheidung markiert einen tiefgreifenden Wandel in einer Nation, deren Postdienst einst das primäre Kommunikationsmittel war.
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Digitalisierung als Treiber
Der radikale Schritt ist das Ergebnis einer langfristigen Digitalisierungsstrategie. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Das Briefaufkommen in Dänemark ist seit der Jahrtausendwende um über 90 Prozent eingebrochen. Wurden im Jahr 2000 noch mehr als 1,4 Milliarden Briefe verschickt, waren es 2025 nur noch etwa 110 Millionen.
Hauptgrund ist das flächendeckende System “Digital Post”. Diese verpflichtende, sichere elektronische Mailbox nutzen nahezu alle Dänen und Unternehmen für die Kommunikation mit Behörden, Banken und Gesundheitsdienstleistern. In Kombination mit dem nationalen digitalen Ausweis MitID hat die Notwendigkeit physischer Post für die große Mehrheit der Bevölkerung praktisch aufgehört zu existieren.
PostNord begründet die Einstellung mit wirtschaftlicher und ökologischer Unsinnigkeit: Eine landesweite Infrastruktur für ein derart geringes Briefvolumen aufrechtzuerhalten, lohne sich nicht mehr.
So funktioniert Briefversand jetzt
Für die wenigen Dänen, die noch physische Post verschicken wollen oder müssen, hat sich der Prozess grundlegend geändert:
- Keine öffentlichen Briefkästen mehr: Die roten Säulen sind Geschichte. Ausgehende Briefe müssen nun in speziellen “Dao-Shops” abgegeben werden, die sich typischerweise in Kiosken, Supermärkten oder Tankstellen befinden.
- Digitale Frankierung: Traditionelle Briefmarken werden weitgehend durch digitale Codes ersetzt, die per App oder online erworben werden.
- Private Zustellung: Dao übernimmt das verbleibende Briefvolumen und nutzt dafür sein bestehendes Verteilnetz, das eigentlich auf Zeitungen und Pakete spezialisiert ist.
Während der Übergang aufgrund des geringen Aufkommens technisch reibungslos verlaufen sein soll, gibt es Bedenken. Insbesondere Interessenvertretungen älterer Menschen kritisieren die Abschaffung der Straßenbriefkästen und die Abhängigkeit von app-basierten Portolösungen.
Wirtschaftliche Folgen und neue Ausrichtung
Die Umstrukturierung bei PostNord Dänemark hat erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen. Das Unternehmen konzentriert sich nun ausschließlich auf den boomenden Paket- und Logistikmarkt, der vom E-Commerce getrieben wird. Diese strategische Neuausrichtung geht mit einem Stellenabbau einher: Rund 1.500 Arbeitsplätze in der Briefverarbeitung und -zustellung wurden im Zuge der Einstellung abgebaut.
Der private Betreiber Dao profitiert dagegen von der neuen Marktsituation. Branchenanalysten erwarten, dass das Unternehmen 2026 etwa 80 Millionen Briefe bearbeiten wird – ein deutlicher Anstieg gegenüber 30 Millionen im Vorjahr 2025.
Blaupause für andere Länder?
Dänemarks Schritt wird von Postbetreibern weltweit genau beobachtet. Könnte dies ein Modell für die Zukunft der Logistik in hochdigitalisierten Gesellschaften sein? Während das Nachbarland Schweden – wo PostNord ebenfalls aktiv ist – am universellen Briefdienst festhält, zeigt die unterschiedliche Entwicklung die variierenden Digitalisierungstempos selbst innerhalb der nordischen Region.
Marktexperten betonen, dass Dänemarks Voraussetzungen einzigartig sind. Die hohe Durchdringung digitaler öffentlicher Dienste ermöglichte diesen radikalen Schnitt. In vielen anderen europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, ist der physische Brief für bestimmte behördliche Mitteilungen gesetzlich vorgeschrieben, was eine vergleichbare Abschaffung verhindert.
Ein symbolisches Ende der Ära bildeten Auktionen der außer Dienst gestellten roten Briefkästen im Dezember. Museen, Sammler und im Ausland lebende Dänen ersteigerten die ikonischen Stücke zu hohen Preisen, um ein Stück Kulturgeschichte zu bewahren.
Was kommt nach der Post?
Für das Jahr 2026 rückt nun die Frage nach Zuverlässigkeit und Preisen im privatisierten Briefmarkt in den Fokus. Da die Preisobergrenzen der früheren Universaldienstverpflichtung entfallen, könnten Verbraucher mit variablen Tarifstrukturen für physische Post konfrontiert werden.
Beobachter erwarten zudem, dass PostNord sein Netz an Paketstationen und Same-Day-Delivery-Angeboten in Dänemark aggressiv ausbauen wird, nun da das Unternehmen nicht mehr durch das defizitäre Briefgeschäft belastet wird. Sollte sich dieses “Post-Post”-Modell bewähren, könnte es ähnliche Diskussionen in anderen digital fortschrittlichen Nationen wie Norwegen oder Estland beschleunigen. Die staatlich garantierte Briefpost wäre dann endgültig ein Relikt der Vergangenheit.
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