Postbank lockt Rentner mit Bonus-Konto vor Fristende
07.01.2026 - 04:31:12Die Umstellung auf digitale Rentenzahlungen zwingt Senioren zum Bankwechsel. Postbank wirbt mit einem zeitlich begrenzten Zinssatz-Bonus – doch das Angebot läuft bereits nächste Woche aus.
Ab dem 16. Januar ist der Aktionszins Geschichte. Bis dahin können Neukunden bei der Postbank noch ein Girokonto mit Tagesgeldkonto eröffnen und für die ersten sechs Monate einen promotionalen Zinssatz von 2,5 Prozent pro Jahr sichern. Das Angebot gilt für Einlagen bis zu 50.000 Euro. Der Bonus richtet sich gezielt an diejenigen Rentner, die den Wechsel von der Bargeld- zur Kontozahlung verschleppt haben.
Viele Senioren tun sich mit Smartphone und Online‑Banking schwer — gerade jetzt, wo Rentenzahlungen nur noch aufs Konto kommen. Ein kostenloser Einsteiger-Guide erklärt in klarem Deutsch Schritt für Schritt, wie Sie Ihr Android-Handy einrichten, sichere Einstellungen für Online‑Banking vornehmen und IBAN sowie Konten korrekt verwalten. Der Guide enthält außerdem praktische Tipps für WhatsApp, E‑Mail und wie Angehörige unkompliziert helfen können. Gratis-Android-Einsteiger-Guide und E‑Mail-Kurs sichern
Historische Zäsur: Das Bargeld-Rente läuft aus
Die Dringlichkeit wird durch eine historische Wende im deutschen Rentensystem getrieben. Der Service „Zahlungsanweisung zur Verrechnung“ (ZzV), über den bargeldlose Senioren jahrzehntelang ihren Rentenschein an der Postfiliale einlösen konnten, wurde zum 1. Januar 2026 abgeschafft. Die Entscheidung von Deutscher Post und Deutscher Rentenversicherung (DRV) folgte auf stark rückläufige Nutzung und hohe Kosten. Für eine kleine, oft besonders betagte und verletzliche Minderheit der rund 21 Millionen Rentner bedeutet das: Die monatliche Zahlung kommt nicht mehr mit der Post.
Kritische Lage für Nachzügler
Für Rentner, die bis zum Stichtag 31. Dezember 2025 keine gültige Kontoverbindung hinterlegt haben, ist die Situation jetzt kritisch. Verbraucherschützer warnen: Die Zahlungen sind ausgesetzt. Das Rentenrecht bleibt bestehen, aber die technische Auszahlung ist blockiert. Betroffene müssen nun umgehend ein Konto eröffnen und die IBAN an den Rentenservice melden. Erst dann werden die einbehaltenen Beträge nachgezahlt. Das Postbank-Angebot zielt genau auf diese Gruppe ab.
Recht auf Konto versus digitale Hürden
Die Zwangsdigitalisierung entfacht eine Debatte über die finanzielle Inklusion der „Silver Economy“. Das Gesetz garantiert zwar jedem Bürger ein „Basiskonto“, doch die praktischen Hürden sind hoch. Viele Senioren sind mit Online-Banking überfordert, während Bankfilialen – auch bei der Postbank selbst – weiter schließen. Die geplante Reduzierung des Postbank-Filialnetzes auf nur noch etwa 320 Standorte bis 2026 verschärft das Problem. Oft sind die Senioren auf Hilfe von Angehörigen angewiesen.
Was kommt nach dem Bonus?
Nach dem 16. Januar rechnen Marktbeobachter mit weiteren Kampagnen der Banken, um die neue Kundengruppe zu binden. Der Fokus könnte sich dann von Zinsboni hin zu niedrigeren Gebühren oder Einrichtungshilfe verschieben. Eins ist sicher: Die Zeit des Abwartens ist vorbei. Die Rentenversicherung sendet eine klare Botschaft: Die Bargeld-Option gibt es nicht mehr. Wer liquide bleiben will, muss jetzt handeln – mit oder ohne Bonus.


