Postbank-Betrug: 20.000 Euro mit einem Anruf gestohlen
28.11.2025 - 15:40:12Kriminelle nutzen Call-ID-Spoofing für täuschend echte Bankanrufe und erbeuten komplette Ersparnisse. Verbraucherschützer warnen vor Phishing-Mails bei Volksbanken und ING.
Eine aggressive Welle von Telefonbetrügern trifft Deutschland. Mit gefälschten Bankanrufen und perfiden “Sicherheits-Updates” zielen Kriminelle auf die vollständige Übernahme von Online-Banking-Accounts. Ein Fall aus Hessen zeigt die verheerenden Folgen – und warum gerade jetzt besondere Vorsicht geboten ist.
Das Telefon klingelt, im Display erscheint die Nummer der Hausbank. Am anderen Ende meldet sich ein höflicher Mitarbeiter, der von “ungeklärten Kontobewegungen” spricht. Wer jetzt nicht sofort auflegt, kann in Sekunden sein gesamtes Erspartes verlieren.
20.000 Euro in Minuten weg
Ein Mann aus Gründau im Main-Kinzig-Kreis erlebte gestern den finanziellen Albtraum. Der Anrufer gab sich als Postbank-Mitarbeiter aus und warnte vor angeblich blockierten Buchungen. Unter Zeitdruck übermittelte das Opfer seine Online-Banking-Zugangsdaten – noch während des Gesprächs buchten die Täter 20.000 Euro vom Konto ab.
Das Perfide: Die angezeigte Rufnummer entsprach tatsächlich der offiziellen Postbank-Hotline. Möglich macht das Call-ID-Spoofing, eine Technik zur Manipulation der Anruferkennung. Für Laien ist dieser Betrug praktisch nicht zu erkennen.
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Verbraucherschützer schlagen Alarm
Parallel warnen die Verbraucherzentralen vor massenhaft kursierenden Phishing-Mails. Im Visier stehen aktuell vor allem Kunden der Volksbanken Raiffeisenbanken und der ING. Die gefälschten Nachrichten fordern eine “Datenverifizierung” bis heute, 28. November, und drohen mit sofortiger Kontosperre.
Diese Mails dienen oft als Türöffner: Wer auf die Links klickt, erhält kurz darauf den Anruf eines falschen “Support-Mitarbeiters”. Der fragt dann nach Push-TANs oder Freigabe-Codes – und übernimmt in Echtzeit das Konto.
Auch Deutsche Bank und Barclays sind von ähnlichen Kampagnen betroffen. Die Täter nutzen dabei angebliche Reaktivierungen von mTAN-Verfahren als Vorwand.
Warum gerade jetzt?
Die Häufung der Angriffe Ende November ist kein Zufall. Drei Faktoren spielen den Betrügern in die Hände:
- Black Friday Nachwehen: Viele erwarten Abbuchungen und Rechnungen – die Aufmerksamkeit für “ungeklärte Kontobewegungen” ist erhöht
- Jahresendgeschäft: Banken versenden tatsächlich mehr Informationen, was echte von falschen Nachrichten schwer unterscheidbar macht
- Vorweihnachtlicher Druck: Drohungen mit Kontosperrungen treffen jetzt besonders hart
“Die Qualität der Angriffe hat ein neues Niveau erreicht”, bestätigen IT-Sicherheitsexperten. Die Täter sprechen akzentfrei, kennen Bankprozesse im Detail und nutzen psychologischen Druck gezielt aus.
KI-Betrug steht vor der Tür
Die Bedrohung wird weiter zunehmen. Deepfake-Audio-Technologien ermöglichen bereits heute täuschend echte Stimmenimitationen. Was aktuell noch menschliche Betrüger am Telefon erledigen, könnte bald automatisiert ablaufen – mit Stimmen von Bankvorständen oder sogar Angehörigen.
So schützen Sie sich
Die Polizei rät dringend:
- Sofort auflegen bei Zeitdruck oder Aufforderungen zu Datenpreisgabe
- Nie die Rückruffunktion nutzen – Banknummer manuell von der Karte oder Kontoauszügen wählen
- Keine Push-TANs freigeben für Aktionen, die Sie nicht selbst initiiert haben
- Bei Datenweitergabe: Sofort Bank und Polizei kontaktieren – jede Minute zählt
Keine echte Bank fordert jemals am Telefon Zugangsdaten, PINs, TANs oder Kartennummern an. Wer dazu aufgefordert wird, hat garantiert einen Betrüger in der Leitung.
Der Fall aus Gründau zeigt: Misstrauen ist der beste Schutz. Denn was nach einem harmlosen Serviceanruf klingt, kann in Sekunden zum finanziellen Totalverlust führen.
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