Post-Quanten-Kryptografie, NFC-Bezahlung

Post-Quanten-Kryptografie schützt künftig NFC-Bezahlung

04.02.2026 - 15:10:12

Die Industrie integriert quantenresistente Algorithmen in NFC-Chips, um kontaktlose Zahlungen vor künftigen Quantencomputern zu schützen. Die Migration hat bereits begonnen.

Die Technologiebranche rüstet das mobile Bezahlen für die Zukunft: Sie integriert Post-Quanten-Kryptografie (PQC) in die NFC-Technologie. Dieser Schritt soll kontaktlose Zahlungen gegen die künftige Bedrohung durch Quantencomputer absichern.

Warum heutige Verschlüsselung in Gefahr ist

Aktuelle Sicherheitsverfahren für NFC, wie RSA oder Elliptische-Kurven-Kryptografie, basieren auf mathematischen Rätseln, die klassische Computer nicht knacken können. Ein leistungsstarker Quantencomputer könnte das jedoch ändern. Er könnte mit Algorithmen wie Shor diese Verschlüsselung brechen.

Experten warnen vor „Harvest now, decrypt later“-Angriffen. Dabei fangen Kriminelle heute verschlüsselte Daten ab, um sie später mit Quantencomputern zu entschlüsseln. Obwohl solche Maschinen noch nicht existieren, rechnen Behörden wie das US-NIST oder das deutsche BSI mit kryptografisch relevanten Quantencomputern ab etwa 2030.

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Der neue Schutzschild: NIST-Standards

Als Antwort darauf hat das US-NIST neue Standards für quantenresistente Algorithmen festgelegt. Seit August 2024 sind Verfahren wie ML-KEM und ML-DSA final. Ihr großer Vorteil: Sie lassen sich auf bestehender Hardware implementieren. Für Smartphones oder Bezahlterminals ist das entscheidend, denn sie benötigen keine komplett neue Infrastruktur.

Die Branche handelt – eine große Herausforderung

Chip-Hersteller wie NXP Semiconductors bauen PQC bereits in ihre Zukunftsarchitektur ein. Mobilfunk-Gremien wie die GSMA arbeiten an der Integration in ihre Protokolle. Die größte Hürde ist die Effizienz: Die neuen Algorithmen sind rechenintensiver. Sie müssen so in die Chips integriert werden, dass sie weder Geschwindigkeit noch Akkulaufzeit der Geräte beeinträchtigen.

Ein Wettlauf gegen die Uhr

Die vollständige Umstellung einer kryptografischen Infrastruktur kann 10 bis 20 Jahre dauern. Daher beginnt die Migration jetzt. Die EU strebt eine Umstellung bis spätestens 2030 an. Für Branchen wie Finanzen oder Gesundheitswesen ist dies überlebenswichtig.

Verbraucher werden den Wechsel kaum bemerken. Er findet im Hintergrund statt. Zuerst werden neue Smartphones und Terminals mit PQC-fähigen Chips ausgestattet. Parallel rüsten Banken ihre Systeme auf. Übergangsweise setzen viele Anbieter auf hybride Ansätze, die alte und neue Algorithmen kombinieren.

So soll das mobile Bezahlen auch im Zeitalter der Quantencomputer sicher und vertrauenswürdig bleiben.

@ boerse-global.de