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Positive Psychologie: So binden Unternehmen ihre Mitarbeiter

24.01.2026 - 04:15:11

Unternehmen nutzen wissenschaftliche Ansätze wie das PERMA-Modell, um durch Stärkenfokus und Sinnhaftigkeit die Mitarbeiterbindung zu stärken und so dem Fachkräftemangel zu begegnen.

Positive Psychologie wird zum strategischen Werkzeug im Kampf um Fachkräfte. Das zeigt eine aktuelle Fachtagung in St. Gallen zum Thema “Glück am Arbeitsplatz”. Unternehmen setzen zunehmend auf diesen wissenschaftlichen Ansatz, um die Bindung und Motivation ihrer Belegschaft zu stärken.

Statt Defizite zu beheben, konzentriert sich die Methode auf die Stärken jedes Einzelnen. Experten sehen darin mehr als einen Wohlfühlfaktor – es ist eine strategische Notwendigkeit. Ein Umfeld, das Sinn, Selbstverwirklichung und Gemeinschaft fördert, gilt als Schlüssel für Kreativität, Gesundheit und Loyalität.

Vom Problem- zum Stärkenfokus

Die Positive Psychologie fragt: Was lässt Menschen und Organisationen aufblühen? Gegründet vom US-Psychologen Martin Seligman, verlässt dieser Ansatz den Pfad der reinen Problemorientierung. Im Unternehmen bedeutet das: Gezielt die individuellen Stärken der Mitarbeiter identifizieren und fördern.

Ziel ist es, positive Emotionen, Engagement und sinnstiftende Tätigkeiten zu kultivieren. Studien belegen die Wirksamkeit von Interventionen wie Dankbarkeitsübungen oder stärkenorientiertem Feedback. Sie zeigen nachhaltige Effekte auf Wohlbefinden und psychische Gesundheit.

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Das PERMA-Modell: Fünf Säulen für den Job

Das von Seligman entwickelte PERMA-Modell liefert einen praktischen Rahmen. Es beschreibt fünf Bausteine für nachhaltiges Wohlbefinden im Beruf:

  • P – Positive Emotionen: Freude, Dankbarkeit oder Stolz am Arbeitsplatz fördern – etwa durch eine Kultur der Wertschätzung.
  • E – Engagement: Den “Flow”-Zustand ermöglichen, wenn Aufgaben fordernd sind und Stärken eingesetzt werden können.
  • R – Positive Beziehungen: Stabile, unterstützende Bindungen zu Kollegen und Vorgesetzten aufbauen.
  • M – Sinnhaftigkeit: Die Überzeugung stärken, einen Beitrag zu etwas Größerem zu leisten.
  • A – Zielerreichung: Das Erleben von Selbstwirksamkeit und Kompetenz ermöglichen.

So setzen Konzerne das Konzept um

Die Theorie findet ihren Weg in die Praxis. Unternehmen wie ALDI SÜD, AOK, SIEMENS und Takeda setzen bereits auf verwandte Ansätze wie “Positive Leadership”.

Die Umsetzung beginnt oft bei den Führungskräften. Konkrete Maßnahmen sind:
* Schulungen zur Erkennung von Charakterstärken im Team
* Eine konstruktive Fehler- und Feedbackkultur
* Mehr Autonomie und Gestaltungsspielraum für Mitarbeiter
* Regelmäßige Workshops zur Reflexion persönlicher Fähigkeiten

Ziel ist ein Arbeitsumfeld, das auf Vertrauen und Wertschätzung basiert.

Eine Antwort auf toxische Arbeitswelten

Der Trend ist auch eine Reaktion auf bekannte Probleme. Arbeitspsychologen warnen: Unprofessionelles Verhalten und mangelnde emotionale Intelligenz senken die Produktivität. Sie können sich wie ein Virus ausbreiten und zu Burnout und Fluktuation führen.

Experten wie die Psychologie-Professorin Ricarda Rehwaldt unterscheiden klar: Es geht nicht um bloße Zufriedenheit durch Gehalt. Echtes Glück bei der Arbeit entsteht aus Sinnempfinden und Selbstverwirklichung – und fördert nachweislich Kreativität und Gesundheit.

Wohlbefinden als Wettbewerbsvorteil

Das Thema gewinnt weiter an Fahrt. Veranstaltungen wie das “Positive Leadership Forum 2026” in München und die “European Conference on Positive Psychology 2026” in Dublin unterstreichen die wachsende Relevanz.

In Zeiten des Fachkräftemangels verschiebt sich der Fokus von der Rekrutierung zur langfristigen Bindung. Das Wohlbefinden der Belegschaft wird so zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Unternehmen, die in eine stärkenorientierte Kultur investieren, halten Talente besser und meistern die Herausforderungen des Wandels.

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