Phishing-Welle, Druckmittel

Phishing-Welle nutzt 6. Januar als Druckmittel

06.01.2026 - 19:23:12

Kriminelle starten koordinierte Phishing-Angriffe auf Kunden von Consorsbank, Targobank und AOK, indem sie konkrete Tagesdaten als Fristen nutzen, um Zeitdruck zu erzeugen.

Eine aggressive Phishing-Kampagne überschwemmt heute deutsche Posteingänge. Kriminelle setzen das aktuelle Datum als Frist ein, um Bank- und Gesundheitsdaten zu erbeuten. Besonders im Visier stehen Kunden der Consorsbank, Targobank und der AOK.

Die Betrüger setzen auf eine neue Qualität der Manipulation: Statt vager Drohungen nutzen sie konkrete Tagesdaten, um Opfer zu überstürzten Handlungen zu zwingen. Verbraucherschutzzentralen registrieren einen sprunghaften Anstieg der Versuche.

Consorsbank: Gefälschtes “SecurePlus”-Ultimatum

Den aggressivsten Vorstoß verzeichnen Experten gegen Consorsbank-Kunden. Gefälschte E-Mails behaupten, das “SecurePlus”-Verfahren werde exakt zum 6. Januar eingestellt.

Die professionell gestalteten Nachrichten greifen reale Modernisierungen der Bank auf, verdrehen sie aber ins Kriminelle. Den Empfängern wird suggeriert, dass ohne sofortige “Aktualisierung” über einen Link der Kontozugang gesperrt bleibt. Die Täter setzen gezielt auf den psychologischen Druck des heutigen Datums.

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Breite Angriffsfront bei AOK und Targobank

Die Welle beschränkt sich nicht auf den Finanzsektor. Parallel laufen Attacken gegen Versicherte der AOK. Hier locken Kriminelle mit angeblichen “Rückerstattungen” zum Jahresbeginn, die angeblich verfallen.

Für Targobank-Kunden endete laut gefälschten Mails bereits am 5. Januar eine Frist. Die heutigen Nachrichten drohen nun mit “endgültiger Deaktivierung”. Das Muster ist stets gleich: Extrem erzeugter Zeitdruck soll rationales Misstrauen ausschalten.

Warum diese Angriffe so gefährlich sind

Sicherheitsexperten warnen vor der gestiegenen Qualität. Die Täter nutzen hybride Täuschungsmanöver:
* Sie kopieren echte Design-Elemente der Banken-Webseiten.
* Gefälschte Landing-Pages simulieren komplette Verifizierungsprozesse.
* Die Argumentation vermischt reale Fakten (EU-Richtlinien, App-Updates) mit erfundener Dringlichkeit.

Ein Sprecher der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg betont, dass diese Mischung aus Wahrheit und Lüge die Erkennung für Laien erschwert.

Der “Jahresanfang-Effekt” im Cybercrime

Dass die Welle jetzt ihren Höhepunkt erreicht, ist kein Zufall. Der Jahresbeginn ist traditionell Hochsaison für Kriminelle. Viele Verbraucher erwarten in diesen Tagen administrative E-Mails von Banken oder Versicherungen – eine Erwartungshaltung, die die Täter schamlos ausnutzen.

Branchenbeobachter sehen Parallelen zu aktuellen Angriffen auf PayPal-Nutzer. Es scheint, als hätten mehrere Tätergruppen ihre Kampagnen synchronisiert, um die Hektik nach den Feiertagen maximal auszunutzen.

So schützen Sie sich

Experten rechnen damit, dass die Angriffsintensität in den kommenden 48 Stunden hoch bleibt. Für Verbraucher gelten klare Regeln:
* Keine Links in verdächtigen Mails anklicken. Seriöse Institute fordern nie per E-Mail zur Eingabe von Zugangsdaten auf.
* Absenderadresse genau prüfen. Hinter korrekten Absendernamen verstecken sich oft kryptische E-Mail-Adressen.
* Immer den direkten Weg wählen. Bei Unsicherheit nie über den Link in der Mail einloggen, sondern die offizielle App oder Webseite nutzen.
* Ruhe bewahren. Eine sofortige Kontosperrung per E-Mail-Ultimatum ist kein seriöses Vorgehen deutscher Banken.

Wer bereits Daten eingegeben hat, sollte umgehend seine Bank kontaktieren und den Zugang sperren lassen. Eine Anzeige bei der Polizei ist ratsam.

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