Phishing-Welle: Betrüger geben sich als Finanzämter aus
16.01.2026 - 15:23:12Eine neue Welle gefälschter Steuer-E-Mails überrollt Deutschland und Österreich. Cyberkriminelle fordern mit täuschend echten Schreiben zur Zahlung angeblicher Steuerschulden auf. Sie setzen auf hohen psychologischen Druck und professionelle Aufmachung.
Österreich: Direkte Zahlung auf ausländische Konten gefordert
Das österreichische Bundesministerium für Finanzen warnt aktuell vor einer besonders aggressiven Masche. Die Betrüger versenden E-Mails, die sich auf angebliche Zahlungseingänge beziehen. Sie fordern die sofortige Überweisung konkreter Beträge – oft auf Konten in Irland oder den Niederlanden.
Echte Finanzbehörden nutzen niemals ausländische Bankverbindungen. Ein weiteres Alarmzeichen: Die Kriminellen setzen extrem kurze Fristen von nur zwei bis drei Tagen und drohen mit „weiteren Maßnahmen“.
Deutschland: Dauerproblem mit BZSt- und ELSTER-Fälschungen
Auch hierzulande bleibt die Gefahr durch Phishing im Namen der Steuerverwaltung hoch. Betrüger geben sich als Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) oder das Portal ELSTER aus. Die Maschen reichen von angeblichen Erstattungen, die Bankdaten erfordern, bis hin zu gefälschten Bescheiden im PDF-Anhang.
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Das BZSt betont: Sensible Daten wie Steuernummern oder Kontoverbindungen werden niemals per E-Mail abgefragt. Echte ELSTER-Mails dienen nur als Benachrichtigung – die Dokumente selbst liegen im persönlichen Postfach auf dem offiziellen Portal.
So erkennen Sie die Fälschungen
Trotz professioneller Aufmachung verraten sich die Betrugsversuche durch klare Merkmale:
- Unpersönliche Anrede: „Sehr geehrte Damen und Herren“ statt Ihres Namens
- Verdächtige Absender: E-Mail-Adressen, die nur minimal von echten abweichen
- Druck und Drohungen: Unrealistische Fristen mit Androhung von Strafen
- Links und Anhänge: Unaufgefordert versendete Dateien oder Verlinkungen
- Ausländische Konten: Jede Aufforderung zur Überweisung ins Ausland ist betrügerisch
Warum die Masche so erfolgreich ist
Die Psychologie hinter dem Betrug ist einfach: Der Name einer Behörde wie des Finanzamts genießt Vertrauen. Gleichzeitig lösen Themen wie Steuernachzahlungen oder Pfändungen Angst aus. Diese Kombination aus Autoritätsglauben und emotionalem Druck soll zu unüberlegten Handlungen verleiten.
Das können Sie tun
Bleiben Sie wachsam und handeln Sie richtig:
- Nicht reagieren: Klicken Sie keine Links an und öffnen Sie keine Anhänge.
- Direkt prüfen: Bei Unsicherheit rufen Sie die offizielle Webseite (elster.de oder finanzonline.bmf.gv.at) manuell auf.
- Löschen: Verschieben Sie die Mail in den Spam und löschen Sie sie.
- Bei Betrug: Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank und erstatten Sie Anzeige.
Aktuelle Warnungen finden Sie beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) oder der österreichischen „Watchlist Internet“.


