Pflegekräfte, Limit

Pflegekräfte am Limit: Psychische Belastung erreicht neuen Höchststand

04.02.2026 - 03:33:12

Psychische Erkrankungen führen zu einem historisch hohen Krankenstand in der Pflege. Experten fordern grundlegende Reformen der Arbeitsbedingungen und mehr Prävention.

Psychische Erkrankungen treiben den Krankenstand in der Pflege auf Rekordniveau. Aktuelle Daten zeigen: Die Belastung für Pflegekräfte ist höher als in jeder anderen Berufsgruppe. Das gefährdet die Stabilität des gesamten Gesundheitssystems.

Ein düsteres Bild: Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Der allgemeine Krankenstand in Deutschland erreichte 2025 einen neuen Höchstwert von 5,7 Prozent. Psychische Diagnosen sind zur dritthäufigsten Ursache für Fehltage aufgestiegen. Besonders alarmierend: In den letzten fünf Jahren nahmen sie um fast 30 Prozent zu.

Pflegekräfte sind überdurchschnittlich stark betroffen. Sie weisen die höchste psychische Erschöpfung aller Berufsgruppen auf. Eine Studie der Privaten Hochschule Göttingen (PFH) zeigt, dass die Belastung auch nach der Corona-Pandemie konstant hoch bleibt.

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Hauptursachen für die Krise:
Permanenter Zeitmangel und hohe Arbeitsdichte
Fehlende Wertschätzung und unterstützende Führung
* Systemische Probleme wie Fachkräftemangel und steigender Pflegebedarf

Gefährdungsbeurteilung: Der Schlüssel liegt in den Arbeitsbedingungen

Als Reaktion auf die Krise setzen Institutionen wie die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) auf systematische Prävention. Ihr Fokus: die Arbeitsbedingungen verbessern, nicht die Belastbarkeit der Einzelnen erhöhen.

Das zentrale Instrument ist die gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung. Die BGW unterstützt Betriebe mit umfassenden Paketen – von Mitarbeiterbefragungen bis zu Workshops. Analysiert werden Faktoren wie Zeitdruck, Arbeitsorganisation und Führungsverhalten.

Parallel gewinnen digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) und Resilienztrainings an Bedeutung. Sie sollen den Beschäftigten Werkzeuge zur Selbstfürsorge an die Hand geben.

Politik und Verbände fordern grundlegende Reformen

Der Handlungsdruck ist auch in Berlin angekommen. Berufsverbände wie der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) drängen auf einen fundamentalen Wandel. In einem Forderungspapier verlangen sie:

  • Eine Stärkung der eigentlichen Pflegeprozesse als Kernaufgabe
  • Mehr hochschulisch qualifizierte Pflegefachpersonen
  • Eine konsequente Fokussierung auf Gesundheitsförderung

Experten des IGES Instituts bezeichnen eine verstärkte Präventionsorientierung angesichts des demografischen Wandels als „alternativlos“. Die Debatte macht klar: Kurzfristige Lösungen reichen nicht aus.

Ein Teufelskreis mit gesellschaftlichen Folgen

Die hohe psychische Belastung ist ein Symptom tieferliegender Probleme. Der demografische Wandel treibt den Pflegebedarf, während der Fachkräftemangel den Druck auf die verbleibenden Kräfte erhöht. Die Folge ist ein Teufelskreis aus Überlastung und Ausfällen.

Die ökonomischen Konsequenzen sind immens. Hohe Krankenstände verursachen enorme Kosten und verschärfen den Personalmangel weiter. Investitionen in bessere Arbeitsbedingungen sind daher nicht nur ethisch geboten, sondern auch volkswirtschaftlich notwendig.

Kann dieser Trend gestoppt werden? Die kommenden Jahre werden entscheidend sein. Gelingen wird es nur mit einem mehrdimensionalen Ansatz aus konsequenter Gefährdungsbeurteilung, politischen Rahmenreformen und einer gesellschaftlichen Aufwertung der Care-Arbeit.

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