PFAS-Verbote: EU startet 2026 Kampf gegen Ewigkeitschemikalien
16.01.2026 - 03:31:12Die EU verschärft den Kampf gegen gesundheitsschädliche PFAS-Chemikalien mit neuen Grenzwerten und Importverboten. Für Unternehmen beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.
Seit dem 12. Januar gelten EU-weit erstmals einheitliche Grenzwerte für PFAS im Trinkwasser. Dieser Schritt ist nur der Auftakt für ein regulatorisches Großprojekt: 2026 treten gestaffelt umfassende Verbote für PFAS-haltige Importwaren in Kraft. Von Kosmetik über Outdoor-Textilien bis zu Pizzakartons – zahlreiche Alltagsprodukte sind betroffen. Importeure müssen ihre Lieferketten jetzt überprüfen, um Handelsblockaden an den EU-Außengrenzen zu vermeiden.
Trinkwasser: EU führt verbindliche Grenzwerte ein
Die neue Trinkwasserrichtlinie verpflichtet alle Mitgliedstaaten zur systematischen Überwachung. Werden die Grenzwerte überschritten, müssen die Behörden sofort handeln – von Brunnenschließungen bis zu Filter-Nachrüstungen. „Die Mitgliedstaaten haben jetzt die Werkzeuge, um Belastungen schnell zu erkennen und zu bekämpfen“, betonte EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall. Das Ziel: das Recht auf sicheres Trinkwasser für alle Europäer durchsetzen.
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Doch die Wasserüberwachung ist nur der erste Schritt. Das eigentliche regulatorische Beben kommt 2026 für den Warenverkehr.
2026 wird zum Schicksalsjahr für Importeure
Bereits seit Jahresbeginn hat Frankreich PFAS in Kosmetik, Textilien und Skiwachs verboten – ein Warnschuss für Lieferanten eines der größten EU-Märkte. Auf EU-Ebene folgen nun weitere Stichtage:
- April 2026: Verbot von PFAS in Feuerlöschschäumen für Tests.
- 10. Oktober 2026: Das große Verbot für Konsumgüter tritt in Kraft. Betroffen sind Textilien, Schuhe, bestimmte Kosmetika sowie Papier- und Kartonverpackungen für Lebensmittel. Importeure riskieren die Zurückweisung ihrer Ware an der Grenze.
- 12. August 2026: Die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) setzt strenge PFAS-Grenzwerte für alle Lebensmittelkontaktmaterialien.
Für Unternehmen bedeutet das: Sie müssen nicht nur ihre eigenen Produkte, sondern die gesamte Lieferkette bis zum Rohstofflieferanten durchleuchten. Die Suche nach PFAS-freien Alternativen wird zur Überlebensfrage für den EU-Marktzugang.
REACH: Kommt das Totalverbot für 10.000 Stoffe?
Die aktuellen Verbote sind nur Vorboten einer möglichen Mega-Regulierung. Deutschland, die Niederlande, Dänemark, Schweden und Norwegen haben einen REACH-Beschränkungsvorschlag eingereicht, der rund 10.000 PFAS-Substanzen praktisch verbieten würde.
Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) befindet sich in der finalen Bewertung. Eine Entscheidung der EU-Kommission wird für 2025 erwartet, die Verbote könnten dann 2026/27 wirksam werden. Es wäre eines der umfassendsten Chemikalienverbote in der Geschichte der EU und würde Branchen von der Automobil- bis zur Medizintechnik revolutionieren.
Lieferketten unter Druck: Wer zu spät kommt, den bestraft der Markt
Der Übergang von der Debatte zur Praxis zwingt Unternehmen zum sofortigen Handeln. Experten warnen: Die Umstellung auf alternative Materialien ist langwierig. Qualifizierungstests und Kundenfreigaben können 12 bis 36 Monate dauern. Firmen, die jetzt investieren, sichern sich einen strategischen Vorteil.
Gleichzeitig wachsen die Risiken: Neben behördlichen Sanktionen schränken Versicherer zunehmend den Deckungsschutz für PFAS-bedingte Haftungsfälle ein. Die Botschaft an die Wirtschaft ist eindeutig. Die Ära der unregulierten „Ewigkeitschemikalien“ in Europa endet 2026. Nur wer proaktiv seine Lieferkette managt und in nachhaltige Alternativen investiert, wird langfristig wettbewerbsfähig bleiben.
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