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Perplexity AI startet „Model Council“ im Kampf um KI-Suche

14.02.2026 - 03:40:11

Perplexity AI stellt mit dem Model Council ein Feature vor, das Antworten durch den Abgleich mehrerer KI-Modelle verifiziert. Der Vorstoß intensiviert den Wettbewerb mit Google und Microsoft um vertrauenswürdige KI-Suchen.

Die Zukunft der Informationssuche wird neu verhandelt. Mit einem neuen Feature namens „Model Council“ geht der KI-Suchdienst Perplexity AI in die Offensive gegen etablierte Giganten wie Google und Microsoft. Das Ziel: Antworten durch den Abgleich mehrerer KI-Modelle zuverlässiger machen.

Das Feature, das Anfang Februar 2026 vorgestellt wurde, adressiert ein Kernproblem der generativen KI: die Neigung zu Fehlinformationen, sogenannten „Halluzinationen“. Der Model Council befragt parallel Top-Modelle wie GPT und Claude. So liefert er dem Nutzer nicht eine einzelne Antwort, sondern verschiedene Perspektiven. Widersprüche werden sichtbar, Konsens stärkt die Glaubwürdigkeit. Perplexity positioniert sich damit nicht als simpler Antwortgeber, sondern als Werkzeug für vertrauenswürdige, tiefgehende Recherche.

Vom Suchfeld zum Forschungspartner

Die Neuerung ist Teil einer umfassenden Strategie. Perplexity will sich vom klassischen Suchmaschinen-Konkurrenten zu einem „KI-nativen“ Arbeits-Ökosystem entwickeln. Ein Upgrad des „Deep Research“-Agenten ermöglicht es, in Minuten umfassende Berichte aus Dokumenten zu generieren. Für Premium-Nutzer kommen leistungsstärkere Modelle und eine verbesserte Kontext-Erinnerung hinzu.

Die Vision ist klar: Nutzer sollen nahtlos von einer Frage zur Erstellung von Dokumenten, Präsentationen oder Analysen übergehen können – ohne die Anwendung zu verlassen. Dies zielt direkt auf professionelle Anwender, für die verifizierte, tiefgehende Informationen entscheidend sind.

Die Branche sucht nach Synthese

Perplexitys Vorstoß fällt in eine Phase des radikalen Wandels. Die Ära der „zehn blauen Links“ als Standardantwort weicht dem Zeitalter der KI-gestützten Synthese. Nutzer erwarten direkte, umfassende Antworten. Das hat neue Disziplinen wie „Generative Engine Optimization“ (GEO) hervorgebracht. Hier geht es darum, Inhalte in KI-generierten Antworten sichtbar zu machen.

Die Auswirkungen sind messbar: Seit der Einführung von KI-Zusammenfassungen wie Google AI Overviews sind die Klickraten für informative Suchanfragen deutlich gesunken. Die Sichtbarkeit innerhalb der KI-Antwort selbst wird für Verlage und Marken immer wichtiger. Der Kampf um Aufmerksamkeit hat sich verlagert.

Google und Microsoft kontern mit Integration

Die etablierten Player schlafen nicht. Google setzt sein leistungsstarkes Gemini-3-Modell nun global als Standard für AI Overviews ein. Zudem macht der Konzern den Übergang von einer statischen Übersicht zu einem vollwertigen Chat nahtloser. Nutzer können direkt aus einer Übersicht heraus Nachfragen stellen – ein klares Signal für die tiefe Integration von Konversations-KI in die Kernsuche.

Microsoft treibt unterdessen die Copilot-Features voran. „Glance Cards“ liefern KI-generierte Datei-Zusammenfassungen in Suchergebnissen. Relevante Chat-Verläufe werden integriert, um den Kontext zu wahren. Beide Tech-Riesen arbeiten an einem einheitlichen, intent-verstehenden Sucherlebnis in ihren Ökosystemen.

Vertrauen wird zur neuen Währung

Das verbindende Thema all dieser Entwicklungen ist der Kampf um Vertrauen in die KI. Perplexitys transparenter Ansatz mit dem Model Council steht im Kontrast zur „Blackbox“-Methode der integrierten Suchantworten von Google und Microsoft. Dort erhält der Nutzer eine einzige, synthetisierte Antwort – mit Quellenangabe, aber ohne Einblick in alternative Sichtweisen.

Der Wettbewerb dreht sich nicht mehr nur um Geschwindigkeit, sondern um wahrgenommene Genauigkeit und die Vertrauenswürdigkeit der Plattform. Wer überzeugt hier?

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Die Zukunft: KI-Agenten, die handeln

Der nächste Schritt ist bereits absehbar. Die Entwicklung geht von reinen Antwortmaschinen hin zu autonomen KI-Agenten. Künftig könnte eine KI nicht nur den bestbewerteten Zahnarzt finden, sondern auch Terminkalender scannen, Versicherungsdaten prüfen und direkt einen Termin buchen.

Diese Evolution stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen. Daten zu Kalendern, Preisen und Lagerbeständen müssen für Maschinen lesbar – etwa über APIs – aufbereitet werden. Zugleich sucht die Branche nach tragfähigen Geschäftsmodellen. Angesichts immenser Rechenkosten experimentieren einige Anbieter bereits mit Werbung in Chatbots. Der Wettlauf um die Technologie und das Geschäftsmodell der nächsten Internet-Generation ist in vollem Gange.

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