Peregreen, Südafrikas

Peregreen V4: Südafrikas Drohne knackt 400-Meilen-Schallgrenze

18.01.2026 - 11:10:12

Ein südafrikanisches Ingenieursteam erobert mit einem 3D-gedruckten Quadrocopter den Geschwindigkeitsweltrekord für batteriebetriebene Fluggeräte zurück und durchbricht erstmals die 644 km/h Grenze.

Ein südafrikanisches Vater-Sohn-Team holt mit einem 3D-gedruckten Quadrocopter den Geschwindigkeitsweltrekord zurück – und durchbricht eine magische Barriere für batteriebetriebene Fluggeräte.

Cape Town. Der globale Wettlauf um die schnellste Drohne der Welt hat ein neues atemberaubendes Kapitel. Das südafrikanische Ingenieurs-Duo Luke und Mike Bell hat mit ihrem selbstgebauten Quadrocopter „Peregreen V4“ den Guinness-Weltrekord für das schnellste batteriebetriebene Modellflugzeug zurückerobert. Mit einer gemessenen Durchschnittsgeschwindigkeit von 657,59 km/h übertraf ihr Fluggerät den erst im Dezember 2025 aufgestellten Rekord deutlich und durchbrach erstmals die 400-Meilen-Grenze (ca. 644 km/h). Ein Triumph des ambitionierten Hobbybaus.

Ein Rekord, der kaum standhält

Der neue Titel unterstreicht das atemberaubende Tempo der Innovation in der Hobby-Luftfahrt. Der vorherige Rekord des Australiers Benjamin Biggs (626 km/h) hielt kaum einen Monat. Vor einem Jahr lagen die Bestmarken noch unter 483 km/h – die Leistungssprünge innerhalb eines Jahres sind enorm.

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„Dieser Wettstreit treibt die Entwicklung voran wie selten in einer Freizeitbranche“, kommentiert ein Beobachter. Die sogenannten „Drone Speed Wars“ zwingen die Tüftler zu radikalen Lösungen. Die größte Hürde war stets der Luftwiderstand bei solchen Geschwindigkeiten, kombiniert mit den Grenzen handelsüblicher Lithium-Polymer-Akkus.

Geheimnis des Erfolgs: 3D-Druck und CFD-Simulation

Der Erfolg der Bells basiert auf einer cleveren Kombination aus additive Fertigung und digitalem Engineering. Die aerodynamische Hülle der „Peregreen V4“ wurde vollständig im 3D-Druck-Verfahren hergestellt – ein entscheidender Unterschied zu den bisherigen Plattenbauweisen aus Kohlefaser.

  • Material: Genutzt wurden hitzebeständige Verbundwerkstoffe wie PA6-CF (kohlefaserverstärktes Nylon) und TPU. Sie müssen der extremen Reibungshitze standhalten, die bei annähernd Schallgeschwindigkeit entsteht.
  • Design: Die Form optimierte das Team mit Computational Fluid Dynamics (CFD). Mithilfe der Software AirShaper entwickelten sie eine glattere, leicht vergrößerte Außenhaut, die turbulente Strömungen minimiert.
  • Antrieb: Herzstück sind leistungsgesteigerte bürstenlose T-Motor 3120-Motoren mit 900 KV. Sie erzeugen den notwendigen Schub, um den immensen Luftwiderstand bei über 650 km/h zu überwinden. Auch die Propeller wurden auf etwa 15 cm gekürzt, um bei extremen Drehzahlen stabil zu laufen.

Demokratisierung der Hochgeschwindigkeits-Forschung

Der Wettkampf um den Rekord hat eine bemerkenswerte Nebenwirkung: Er demokratisiert die Forschung im Hochgeschwindigkeitsflug. Was früher Großkonzernen und Militärbudgets vorbehalten war, erreichen heute kleine Teams mit handelsüblichen 3D-Druckern und Simulations-Tools.

„Man druckt nachts ein neues Gehäuse und testet es am nächsten Tag“, so ein Analyst. Dieser rasante Entwicklungszyklus lässt technische Hürden schwinden, die früher monatelange Arbeit bedeuteten. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse – etwa im thermischen Management von Akkus und Motoren – sind auch für kommerzielle Drohnen wertvoll, etwa für Rettungs- oder Expresslieferungen.

Wohin geht die Reise?

Die 400-Meilen-Mauer ist gefallen. Die nächste große Zielmarke lautet 500 Meilen pro Stunde (ca. 805 km/h). Doch dafür braucht es wahrscheinlich den nächsten Technologiesprung, vor allem bei der Batterietechnologie. Die aktuellen Akkus werden bereits an ihre physikalischen Grenzen gebracht.

Eines ist sicher: Der Wettlauf ist noch lange nicht zu Ende. Mit jedem Rekordversuch beweisen Teams wie das der Bells, dass der Himmel für clevere Ingenieure mit 3D-Drucker kein Limit mehr ist – sondern eine Rennstrecke.

@ boerse-global.de