PEM-Handelszone startet mit neuen Zollregeln ins Jahr 2026
15.01.2026 - 16:45:13Seit Jahresbeginn gelten in der riesigen Pan-Europa-Mittelmeer-Zone (PEM) neue, vereinfachte Ursprungsregeln. Für tausende Unternehmen bedeutet das eine verpflichtende Umstellung bei der Zollabwicklung – mit Chancen und Pflichten.
Die PEM-Zone umfasst über 20 Vertragsparteien, darunter die EU, EFTA-Staaten sowie Länder in Nordafrika und dem Nahen Osten. Ziel der Reform ist es, Handel zu vereinfachen und Lieferketten widerstandsfähiger zu machen. Die bisherigen Regelungen galten als zu komplex.
Ende der Schonfrist: Neue Pflichten für Importeure
Eine Übergangsfrist, die parallele Systeme erlaubte, endete am 31. Dezember 2025. Seit dem 1. Januar 2026 gilt für den Großteil des Handels im PEM-Raum nur noch das revidierte Regelwerk. Ausnahmen gibt es vorerst für den Handel mit Algerien, Israel und dem Libanon, wo die Ratifizierung noch läuft.
Das Herzstück der Neuerung ist eine verbindliche Codepflicht. Unternehmen müssen in ihren Zollanmeldungen nun spezifische TARIC-Codes verwenden, um den präferenziellen Ursprung einer Ware eindeutig zu deklarieren. Die EU-Kommission hat hierfür neue Dokumentencodes veröffentlicht. Beispielsweise ist Code N954 für eine nach alten Regeln ausgestellte Warenverkehrsbescheinigung zu nutzen.
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Mehr Flexibilität für die Industrie
Hinter dem bürokratischen Aufwand stehen handfeste Erleichterungen. Die reformierten Ursprungsregeln bieten Unternehmen deutlich mehr Spielraum:
- Die Toleranzgrenze für Materialien ohne Ursprungseigenschaft wurde von 10 auf 15 Prozent angehoben.
- Für rund 95 Prozent aller Industriewaren wurden die Listenregeln vereinfacht.
- Das Drawback-Verbot ist für die meisten Waren entfallen. Zölle auf Vormaterialien können nun zurückerstattet werden, ohne den Präferenzursprung zu gefährden.
- Künftig sind auch digitale Präferenznachweise wie die EUR.1 möglich.
Herausforderung für komplexe Lieferketten
Trotz der Vereinfachungen bleibt die Lage anspruchsvoll. Da nicht alle Länder gleichzeitig umgestellt haben, existieren faktisch weiterhin zwei Zonen. Das schränkt die Möglichkeit der diagonalen Kumulierung ein – also die Anrechnung von Vormaterialien aus verschiedenen PEM-Ländern.
Unternehmen müssen ihre Warenströme genau prüfen. Die Verantwortung für die korrekte Deklaration liegt bei ihnen. Fehler bei den Codes können zum Verlust der Zollvorteile führen. Eine Anpassung der Zollsoftware ist daher für viele Firmen unumgänglich.
Die EU-Kommission hat eine detaillierte Matrix veröffentlicht, die zeigt, welche Regeln zwischen welchen Partnerländern gelten. Zollexperten raten, dieses Tool intensiv zu nutzen und sich bei Industrie- und Handelskammern über Unterstützungsangebote zu informieren. Langfristig soll die Reform den Wirtschaftsraum PEM enger zusammenwachsen lassen.
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