Peer-Support-Programme, Wirkung

Peer-Support-Programme zeigen starke Wirkung gegen Essstörungen

03.01.2026 - 20:24:12

Ein Pilotprojekt an kalifornischen Schulen zeigt eine sehr hohe Akzeptanz und Wirksamkeit von schülergeleiteter Unterstützung. Das Startup Navimental überträgt das Modell auf die Begleitung von Eltern.

Neue Daten aus Kalifornien belegen die hohe Wirksamkeit von schülergeleiteten Mentoren-Programmen. Gleichzeitig etabliert sich ein Startup, das das Modell auf Eltern überträgt. Experten sehen darin einen Wendepunkt für die Prävention psychischer Erkrankungen bei Jugendlichen.

Kaliforniens Schüler helfen Schülern – mit überwältigendem Erfolg

Ein Pilotprojekt an acht kalifornischen High Schools liefert überzeugende Zahlen: Rund 96 Prozent der teilnehmenden Schüler fühlten sich nach Gesprächen mit gleichaltrigen Mentoren besser. Das Programm „California Peer-to-Peer Youth Mental Health High School Pilot Demonstration“ bildete im ersten Jahr 140 Schüler zu Mentoren aus.

Die Akzeptanz ist enorm: 88 Prozent der Jugendlichen gaben an, sich bei den Peers gut öffnen zu können. „Das zeigt, wie effektiv niederschwellige Angebote Hürden abbauen“, analysieren Fachleute. Besonders bei tabubehafteten Themen wie Essstörungen, wo Scham den Gang zu Erwachsenen oft blockiert, wirkt das Modell. Auch die Mentoren selbst profitieren – 91 Prozent verbesserten ihre Führungsfähigkeiten.

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Navimental: Erfahrene Eltern lotsen verzweifelte Familien

Während die Schule im Fokus steht, hat das Startup Navimental die Eltern entdeckt. Das Unternehmen vermittelt Familien, deren Kinder in psychischen Krisen stecken, an erfahrene „Peer Navigators“. Das sind Mütter und Väter, die ähnliches durchgemacht haben.

„Es ist die oft übersehene Lücke im System: die Isolation der Angehörigen“, erklärt ein Branchenbeobachter. Navimental bietet keinen klinischen Rat, sondern praktische Begleitung durch den Behandlungsdschungel. Für Eltern essgestörter Kinder, die das ganze Familiensystem belasten, könnte dieser Ansatz entscheidend sein.

Goldstandard „Body Project“ erhält Rückenwind

Die neuen Ergebnisse stärken etablierte Präventionsprogramme wie das „Body Project“. Dieses setzt auf kognitive Dissonanz, um das Schlankheitsideal in Gruppen zu hinterfragen. Die kalifornischen Daten beweisen nun: Peer-Education ist nicht nur theoretisch sinnvoll, sondern praktisch hochwirksam und skalierbar.

Schulen berichten von weiteren Vorteilen: Die Programme schaffen Wellness-Räume und stärken Gemeinschaftspartnerschaften. Selbst in budgetschwachen Regionen wie dem Santa Clara County setzen sich die Modelle durch. Lokale Behörden signalisierten jüngst Unterstützung für das Jugendzentrum allcove, nachdem Schüler und Eltern es als „lebensrettend“ verteidigt hatten.

Wird 2026 zum Jahr der Peer-Unterstützung?

Mit der bevorstehenden National Eating Disorders Awareness Week Ende Februar rückt das Thema weiter in den Fokus. Experten erwarten, dass der Erfolgsdruck auf politische Entscheider wächst. Die Argumente sind stark:
* Kosteneffizienz: Ausbildung von Laien statt teure Fachkräfte.
* Hohe Akzeptanz: Gleichaltrige oder Gleichbetroffene werden eher angenommen.
* Skalierbarkeit: Programme lassen sich relativ einfach an Schulen etablieren.

Die Botschaft der ersten Januarwoche ist klar: Um die steigenden Raten von Essstörungen und psychischen Belastungen zu senken, könnte die Hilfe von nebenan die wirkungsvollste Strategie sein. Weitere Bundesstaaten dürften nun ähnliche Modelle prüfen.

@ boerse-global.de