PC-Hersteller, Systeme

PC-Hersteller verkaufen Systeme ohne Arbeitsspeicher

07.02.2026 - 00:03:12

Explodierende DRAM-Preise durch KI-Boom zwingen Hersteller zu Notlösungen. Sie bieten Desktop-PCs ohne RAM an und verlagern die Beschaffung auf Kunden.

Hohe RAM-Preise zwingen PC-Bauer zu einem radikalen Schritt: Sie verkaufen Komplettsysteme ohne den lebenswichtigen Speicher.

Die globale Krise am Speichermarkt treibt bizarre Blüten. Weil die Preise für DRAM historische Höhen erreicht haben, bieten führende Hersteller wie Maingear und Paradox Customs nun Desktop-PCs ohne eingebauten Arbeitsspeicher an. Dieses „Bring-Your-Own-RAM“-Modell verlagert die Beschaffung der teuren Komponente auf den Kunden – eine Notlösung in einer aus den Fugen geratenen Lieferkette.

Die große Speicher-Krise von 2026

Ursache des Chaos ist der unersättliche Hunger der Künstlichen Intelligenz. Tech-Giganten wie Google, Microsoft und Amazon füllen ihre Rechenzentren mit High-Bandwidth-Memory (HBM) und DDR5-RAM, um KI-Modelle zu trainieren. Hersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron bedienen diese lukrativen Großaufträge zuerst. Für den Verbrauchermarkt bleibt kaum etwas übrig.

Die Folge: Seit Ende 2025 haben sich die Preise für ein 32-GB-DDR5-Kit vervierfacht. Die Lage verschärfte sich, als Micron im Herbst 2025 ankündigte, die Produktion seiner Crucial-Speichermodule bis Februar 2026 einzustellen. Ein bewährter Lieferant fällt damit für PC-Bauer und Privatkunden weg.

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Not macht erfinderisch: Das „BYO RAM“-Modell

„Wir können schlicht kein RAM zu stabilen Preisen einkaufen“, beschreibt ein Brancheninsider das Dilemma. Die Lösung: Systeme werden ohne Speicher ausgeliefert. So können Hersteller einen attraktiven Grundpreis anbieten, ohne die extrem volatile RAM-Komponente einzukalkulieren.

Für Kunden hat das Vor- und Nachteile. Wer noch alte Speichermodule besitzt oder auf dem Gebrauchtmarkt fündig wird, spart Geld. Für die Hersteller entfällt das Risiko, Ware zu überteuerten Preisen einzukaufen, die sie vielleicht nicht mehr loswerden. Ein fundamentaler Bruch mit dem Prinzip der Komplettlösung.

Ein riskantes Geschäft für Verbraucher

Doch der scheinbare Vorteil hat einen Haken. Der größte Reiz eines Fertig-PCs war stets die garantierte Kompatibilität und der Rundum-Support. Fällt nun der selbst eingebaute Speicher aus oder beschädigt das Mainboard, beginnt die Suche nach dem Schuldigen. Hersteller und Kunde geraten schnell in einen Grabenkrieg um die Garantie.

„Die Installation ist einfach, ja. Aber die Gewissheit, dass alles funktioniert, ist weg“, so ein IT-Experte. Ausgerechnet die bequeme One-Stop-Lösung verliert damit ihr Kernversprechen. Ist der Kunde bereit, dieses Risiko für eine niedrigere Einstiegshürde einzugehen?

Eine Krise mit Langzeitfolgen

Das Phänomen ist nur ein Symptom eines größeren Umbruchs. Analysten prognostizieren, dass KI-Rechenzentren 2026 bis zu 70 Prozent der High-End-DRAM-Produktion verschlingen werden. Die Knappheit wird auch Laptops, Smartphones und die nächste Konsolen-Generation verteuern.

Die Prioritäten des Marktes haben sich dauerhaft verschoben. Die Nachfrage weniger Tech-Riesen diktiert nun die Verfügbarkeit und die Preise für Millionen Privatanwender. Für viele könnte High-Performance-Computing schlicht unerschwinglich werden.

Keine Besserung in Sicht

Die Prognosen der Marktbeobachter sind düster. Es handle sich nicht um eine kurzfristige Verwerfung, sondern um einen strukturellen Wandel. Hohe Preise und Engpässe könnten bis 2027 oder 2028 anhalten.

Solange der KI-Boom anhält, wird der Verbrauchermarkt zurückstehen müssen. Die Ära des günstigen Arbeitsspeichers ist vorerst vorbei. Das „Bring-Your-Own-RAM“-Modell, aus der Not geboren, könnte zum neuen Standard werden – ein Zeichen für einen nachhaltig veränderten PC-Markt.

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