PayPal Honey: Rakuten wirft umstrittenen Browser-Helfer aus Partner-Netzwerk
12.01.2026 - 22:53:12Rakuten Advertising hat die beliebte PayPal-Honey-Browsererweiterung mit sofortiger Wirkung aus seinem Partner-Netzwerk geworfen. Die drastische Maßnahme vom 12. Januar 2026 folgt auf eine erweiterte Sammelklage, die Honey betrügerische Praktiken vorwirft. Tausende Händler, darunter Walmart und Sephora, verlieren damit einen umstrittenen, aber einflussreichen Vertriebspartner.
Die Entscheidung trifft den Bezahldienstleister PayPal mitten in einer Vertrauenskrise. Erst Tage zuvor, am 5. Januar, reichten Influencer und Content-Creator eine detaillierte Klage ein. Sie werfen Honey systematisch vor, ihre Affiliate-Provisionen zu stehlen. Rakuten reagierte umgehend und kündigte die Partnerschaft per E-Mail an alle Handelspartner.
Vorwurf: Systematische Provisionen-Umleitung
Im Kern geht es um den Vorwurf des „Cookie-Stuffing“. Die Klage behauptet, Honey ersetze heimlich die Tracking-Cookies von Creatoren durch eigene. So kassiere die Erweiterung Provisionen, die eigentlich denjenigen zustehen, die den Kauf ursprünglich angestoßen haben – selbst wenn Honey gar keinen Rabatt für den Kunden findet.
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Die Praxis soll sogar gegen ausdrückliche „Stand-Down“-Richtlinien von Rakuten verstoßen. Interne E-Mails zwischen Rakuten und PayPal sollen zeigen, dass die Verstöße bekannt waren. YouTuber MegaLag untermauerte die Vorwürfe mit investigativen Videos. Er zeigte, wie Honey auch geleakte Rabattcodes nutzte, gegen den Willen der Händler.
Rakutens Signalwirkung für die Affiliate-Branche
Die Trennung ist ein Paukenschlag für die gesamte Affiliate-Marketing-Industrie. Rakuten, eines der weltgrößten Netzwerke, setzt damit ein Zeichen für faire Praktiken. Die Branche funktioniert oft nach dem „Last-Click“-Prinzip: Wer den letzten Klick vor dem Kauf setzt, erhält die Provision.
Kritiker sehen genau hier das Problem. Browser-Erweiterungen wie Honey könnten dieses System ausnutzen, indem sie sich im letzten Moment, während des Checkouts, in die Kette einklinken. Sie würden so die Vorarbeit anderer Partner aushebeln. Rakutens Schritt wird als Verteidigung eines gerechten Wettbewerbs gewertet.
Eine lange Geschichte voller Kontroversen
Die aktuellen Vorwürfe sind kein Einzelfall. Seit dem Kauf von Honey durch PayPal für rund vier Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 stehen die Geschäftsmethoden in der Kritik. Bereits im Dezember 2024 deckten erste Untersuchungen die Provisionen-Umleitung auf. Viele bekannte Creators beendeten damals ihre Partnerschaften.
Eine erste Sammelklage wurde Ende 2025 zwar abgewiesen, das Gericht erlaubte jedoch eine Überarbeitung. Die neue Klage enthält nun konkrete Händlerverträge als Beweismittel. Der Druck wirkte sogar bis zu Google: Der Konzern verschärfte im März 2025 die Richtlinien für seinen Chrome Web Store. Erweiterungen dürfen seither keine Affiliate-Provisionen mehr beanspruchen, ohne dem Nutzer einen Rabatt zu bieten.
Was bedeutet das für die Zukunft von Honey?
Die Verbannung aus Rakutens Netzwerk stellt Honey vor massive Probleme. Der Dienst muss sich nun auf direkte Händlerpartnerschaften und andere Netzwerke konzentrieren – mit angeschlagener Reputation. Die laufende Klage bleibt eine ernste rechtliche und finanzielle Bedrohung.
Für den digitalen Handel markiert der Vorgang eine Zäsur. Er zeigt die wachsenden Spannungen im Ökosystem des Performance-Marketings. Händler werden ihre Affiliate-Partnerschaften künftig strenger prüfen müssen. Verbraucher fragen sich vielleicht, wie ihre vermeintlichen „Hilfsmittel“ wirklich funktionieren. Die Branche wartet nun gespannt, ob andere Netzwerke dem Beispiel Rakutens folgen werden.
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