Papst, Identität“

Papst warnt vor KI: „Gefahr für menschliche Identität“

25.01.2026 - 04:32:12

Der Papst mahnt ethische Leitplanken für künstliche Intelligenz an, um menschliche Identität und authentische Beziehungen zu schützen. Er sieht eine Gefahr durch die Verwischung von Realität und Simulation.

Papst Leo XIV. warnt eindringlich vor den gesellschaftlichen Risiken durch künstliche Intelligenz. In seiner Botschaft zum Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel forderte er am Samstag ethische Leitplanken für die Technologie.

Der Pontifex sieht die menschliche Identität und zwischenmenschliche Beziehungen in Gefahr. Künstliche Intelligenz könne die Grenze zwischen Realität und Simulation gefährlich verwischen, so der Papst. Seine Worte geben der globalen Debatte um KI-Regulierung neues Gewicht.

Authentische Beziehungen in der Krise

Ein Kernpunkt der Warnung ist die Bedrohung echter sozialer Interaktion. KI-Systeme, so der Papst, spiegeln stets die Weltsicht ihrer Entwickler und die Vorurteile ihrer Trainingsdaten wider. Das könne kollektive Denkmuster formen und gesellschaftliche Gräben vertiefen.

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Die Technologie schwäche durch die Simulation von Stimmen, Gesichtern und Emotionen echte Beziehungen. Der Papst kritisierte zudem Social-Media-Algorithmen, die oft schnelle emotionale Reaktionen über reflektiertes Denken stellten. In Kombination mit generativer KI drohten so Polarisierung und ein Verlust an persönlicher Verantwortung.

Die Vermischung von Realität und Fiktion

Der Papst artikuliert eine weit verbreitete gesellschaftliche Sorge: Immer öfter ist nicht mehr zu unterscheiden, was echt und was künstlich erzeugt ist. Die Flut täuschend echter KI-generierter Bilder, Texte und Musik stellt eine immense Herausforderung dar.

Besonders problematisch sei die Machtkonzentration bei wenigen Tech-Konzernen. Der Papst warnt vor der unkritischen Übernahme von Informationen aus KI-Systemen, die oft statistische Wahrscheinlichkeiten als Fakten präsentieren. Seine Botschaft ist ein Appell für mehr Medienkompetenz, besonders für junge Menschen.

Vatikan drängt auf menschenzentrierte Regulierung

Die aktuelle Stellungnahme baut auf dem langjährigen Engagement des Vatikans für KI-Ethik auf. Papst Leo XIV. setzt den Dialog fort, den sein Vorgänger Franziskus mit dem Dokument Antiqua et Nova („Über Altes und Neues“) 2025 begann.

Der Papst sucht die praktische Umsetzung dieser Prinzipien. Bereits im Juli 2025 forderte er auf einem UN-„KI für das Gute“-Gipfel globale Regulierungsrahmen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Seine Administration setzt sich für Schutzmaßnahmen gegen den Missbrauch von KI in Überwachung, Militär und Wirtschaft ein.

Kirche als moralische Instanz im digitalen Zeitalter

Die Botschaft signalisiert ein vertieftes Engagement des Heiligen Stuhls für die gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung. Beobachter sehen darin eine Fortsetzung des sozialpolitischen Kurses von Papst Franziskus.

Der erste amerikanische Papst betrachtet die KI-Revolution offenbar als tiefgreifenden Umbruch, vergleichbar mit der industriellen Revolution. Berichten zufolge arbeitet er an einem umfassenden Dokument zu künstlicher Intelligenz. Angesichts der rasanten Verbreitung der Technologie wird sein Appell, die menschliche Würde zu schützen, immer dringlicher.

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