Palantir-Chef, Karp

Palantir-Chef Karp: KI macht Masseneinwanderung überflüssig

21.01.2026 - 07:15:11

Palantir-Chef Alex Karp sieht in KI den Schlüssel zur Stärkung heimischer Arbeitskräfte und prophezeit das Ende der wirtschaftlich motivierten Massenimmigration.

Der Palantir-CEO sieht in der künstlichen Intelligenz den Schlüssel, um heimische Arbeitskräfte zu befähigen – und die Notwendigkeit für breite Zuwanderung zu beenden. Seine provokante These aus Davos stellt etablierte Wirtschaftsmodelle infrage.

Alex Karp, Chef des umstrittenen US-Softwarekonzerns Palantir, hat auf dem Weltwirtschaftsforum eine radikale Vision für den Arbeitsmarkt skizziert. Sein Kernargument: Fortschrittliche künstliche Intelligenz (KI) wird nicht nur Jobs vernichten, sondern vor allem im Inland massenhaft neue schaffen. Das mache groß angelegte Einwanderung, wie sie viele Volkswirtschaften heute praktizieren, langfristig überflüssig. Stattdessen würden spezialisierte Fachkräfte mit technischem Know-how zur wertvollsten Ressource.

KI stürzt die Job-Hierarchie um

Karp zeichnet das Bild einer umgekehrten Arbeitswelt. „Die KI wird traditionelle Wertvorstellungen bei Qualifikationen auf den Kopf stellen“, so der Manager. Besonders gefragt – und kaum durch Automatisierung zu ersetzen – seien künftig Menschen mit beruflicher und technischer Ausbildung. Die KI diene ihnen als mächtiges Werkzeug, um Aufgaben zu übernehmen, für die heute noch ein Ingenieursstudium nötig ist.

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Die Verlierer dieser Entwicklung sieht Karp dagegen in den Geisteswissenschaften und bei „Elite“-Berufen mit generalistischem Wissen. Selbstreflektierend merkte der Philosophie-Doktorand an, dass sein eigener Abschluss in Zukunft ohne zusätzliche, marktrelevante Fähigkeiten kaum noch Jobchancen bieten würde. Eine harte Abkehr vom lange gepflegten Glauben, dass ein Studium der Liberal Arts automatisch zu einer sicheren Karriere führt.

Das Ende der Masseneinwanderung?

Die wohl kontroverseste These ist die Folgerung für die Migrationspolitik. Karp argumentiert, die durch KI gesteigerte heimische Produktivität werde genug Jobs für die bestehende Bevölkerung schaffen. Eine wirtschaftliche Rechtfertigung für Massenimmigration gebe es dann kaum noch – außer für hochspezialisierte Spitzenkräfte.

Diese Position stellt gängige ökonomische Theorien frontal infrage, die Zuwanderung als Mittel gegen Fachkräftemangel und Wachstumstreiber sehen. Karp framt die KI nicht als Jobkiller, sondern als Katalysator für interne Qualifizierung. Für westliche Nationen könnte das einen fundamentalen Politikwechsel bedeuten: weg von breiter Zuwanderung, hin zu einer extrem selektiven, kompetenzbasierten Steuerung.

Europa hinkt im KI-Wettlauf hinterher

In der geopolitischen Einordnung fällt Karps Urteil für Europa ernüchternd aus. Im Gespräch mit BlackRock-CEO Larry Fink warnte er, der Kontinent falle bei der Adoption entscheidender KI-Technologien hinter die USA und China zurück. Ein Wettbewerbsnachteil mit Folgen für die künftige Wirtschafts- und Machtbalance.

Gleichzeitig verwies Karp auf konkrete KI-Vorteile in Sektoren wie dem Gesundheitswesen, wo Palantir-Software Kliniken bei der Patientensteuerung helfe. KI könne zudem bürgerliche Freiheiten stärken, indem sie transparente, überprüfbare Systeme schaffe, die Entscheidungen auf Basis von Objektivität statt Vorurteilen tracken.

Widerspruch zu Palantirs Geschäftsmodell?

Die Aussagen des CEOs erhalten eine besondere Brisanz durch die Historie seines Unternehmens. Palantir ist ein bedeutender IT-Dienstleister für US-Behörden, darunter die Einwanderungs- und Zollbehörde ICE. Kritiker weisen auf den Widerspruch hin: Ein Appell zur Reduzierung von Einwanderung von einem Manager, dessen Software Abschiebungen effizienter macht.

Karps pragmatische, wenig romantische Sicht auf die KI-Partnerschaft stellt auch die Erzählung anderer Tech-Konzerne infrage. Während diese oft „menschliche“ Skills wie Kreativität betonen, setzt Palantir auf handfeste technische Fähigkeiten. Sollte sich seine Prognose bewahrheiten, stünden Bildungssysteme vor einem radikalen Umbau – mit mehr Gewicht auf Berufs- und MINT-Ausbildung. Die Debatte über die gerechte Gestaltung der KI-Zukunft hat in Davos eine neue Richtung erhalten.

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