Oxytocin, Nähe

Oxytocin und Nähe beschleunigen Wundheilung

13.01.2026 - 19:00:12

Eine neue Studie zeigt: Die Kombination aus dem “Kuschelhormon” Oxytocin und körperlicher Nähe lässt Wunden schneller heilen. Die Forschungsergebnisse der Universität Heidelberg unterstreichen den direkten Einfluss sozialer Bindungen auf die körperliche Regeneration.

Eine internationale Forschungsgruppe unter Leitung der Universität Heidelberg hat in einer klinischen Studie mit 80 Paaren nachgewiesen, dass Zärtlichkeit messbare Effekte hat. Die im Fachjournal “JAMA Psychiatry” veröffentlichten Ergebnisse zeigen: Kleine Hautwunden heilten bei Paaren, die liebevoll miteinander umgingen und zusätzlich Oxytocin per Nasenspray erhielten, deutlich schneller.

Der entscheidende Punkt: Weder das Hormon allein noch zugewandte Gespräche allein brachten den Effekt. Erst die Kombination aus beidem führte zu der beschleunigten Heilung. Die Teilnehmer dieser Gruppe hatten zudem niedrigere Werte des Stresshormons Cortisol.

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Oxytocin als “sozialer Verstärker”

Die Forscher betonen, dass Oxytocin weniger als eigenständiges Therapeutikum wirkt. Stattdessen entfaltet es sein heilsames Potenzial erst im Kontext positiver, liebevoller Interaktion – es wirkt als “sozialer Verstärker”.

Das Neuropeptid wird im Gehirn produziert und spielt eine zentrale Rolle bei:
* Sozialen Bindungen und Vertrauen
* Stressreduktion
* Schmerzlinderung

Seine Freisetzung wird durch Berührung, Umarmungen oder Intimität ausgelöst.

Weniger Stress, bessere Heilung

Ein Schlüsselmechanismus ist die Reduktion von Stress. Chronischer Stress mit hohen Cortisolwerten unterdrückt die Immunfunktion und bremst Heilungsprozesse. Die Studie zeigt: Die Kombination aus Oxytocin und Nähe senkte die Cortisolwerte.

Oxytocin dämpft die Aktivität der Amygdala, der “Angstzentrale” im Gehirn. Dieser entspannte Zustand schafft optimale Bedingungen für die Selbstheilungskräfte des Körpers.

Neue Perspektiven für die Medizin

Die Ergebnisse fügen sich in das Forschungsfeld der Psychoneuroimmunologie ein, das Wechselwirkungen zwischen Psyche, Nervensystem und Immunsystem untersucht. Die Erkenntnis gewinnt an Bedeutung: Soziale und emotionale Faktoren haben direkte, messbare Auswirkungen auf die Physiologie.

Konkret könnten psychosoziale Interventionen gezielt eingesetzt werden, um Heilungsprozesse zu unterstützen – etwa in der postoperativen Versorgung oder bei chronischen Wunden. Die Forschung unterstreicht die Bedeutung einer ganzheitlichen Patientenbetrachtung, bei der das soziale Umfeld als integraler Bestandteil der Genesung anerkannt wird.

Wird Nähe zur Therapie?

Aktuell ist Oxytocin in der Klinik hauptsächlich zur Geburtseinleitung zugelassen. Die neuen Erkenntnisse könnten den Weg für weitere Anwendungen ebnen. Denkbar wäre der Einsatz zur Unterstützung bei:
* Angststörungen
* Depressionen
* Autismus-Spektrum-Störungen

Die Forscher betonen, dass weitere Studien nötig sind. Doch die “heilende Kraft der Berührung” könnte von einer Redewendung zu einer wissenschaftlich fundierten Behandlungsoption werden.

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