Oxalobacter-Studie, Bakterien

Oxalobacter-Studie: Bakterien sollen Nierensteine stoppen

12.01.2026 - 14:40:12

Klinische Studien untersuchen die dauerhafte Ansiedlung von Oxalobacter formigenes im Darm, um die Bildung von Calciumoxalat-Steinen zu verhindern und die Behandlung zu revolutionieren.

Forscher testen eine neue Waffe gegen schmerzhafte Nierensteine: ein Darmbakterium. Klinische Studien an der University of Alabama at Birmingham (UAB) und dem UT Southwestern Medical Center untersuchen derzeit, ob die gezielte Wiederansiedlung des Bakteriums Oxalobacter formigenes die Bildung von Calciumoxalat-Steinen dauerhaft verhindern kann. Dieser Ansatz könnte die Behandlung revolutionieren.

Vom Probiotikum zur dauerhaften Kolonisierung

Bisher scheiterten viele Probiotika-Ansätze. Die Bakterien überlebten den Magen nicht oder siedelten sich nicht an. Die aktuelle Studie NCT06330246 verfolgt nun einen neuen Weg: die echte Kolonisierung. Statt einer täglichen Pille soll sich Oxalobacter formigenes dauerhaft im Darm etablieren.

Vorarbeiten von Dr. John Knight und Dr. Sonia Fargue (UAB) lieferten den Durchbruch. Sie zeigten: Eine einzige Dosis lebender Bakterien kann bei gesunden Erwachsenen zu einer monatelangen Besiedlung führen. Auf dieser Basis rekrutieren die Forscher jetzt Patienten mit einer Vorgeschichte von Calciumoxalat-Steinen. Ihr Ziel ist klar: die natürliche „Oxalat-Barriere“ des Körpers wiederherzustellen.

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So frisst das Bakterium die Stein-Gefahr

Der Mechanismus ist genial. Oxalobacter formigenes nutzt Oxalat – den Hauptbestandteil der häufigsten Nierensteine – als seine primäre Energiequelle. In einem gesunden Darm fängt es das Oxalat aus der Nahrung ab und baut es ab. Fehlt das Bakterium, landet mehr Oxalat im Blut und muss über die Nieren ausgeschieden werden. Dort kann es dann verklumpen.

Die Studie will diesen Effekt jetzt beweisen. Teilnehmer erhalten spezielle Diäten mit festgelegten Oxalat-Mengen. Durch den Vergleich der Oxalat-Ausscheidung im Urin vor und nach der Bakterien-Gabe soll sich zeigen: Die dauerhafte Besiedlung senkt das Risiko.

Die Lehren aus früheren Rückschlägen

Der Weg hierher war steinig. Frühere kommerzielle Versuche wie Oxabact von OxThera scheiterten oft an einem Problem: Die Bakterien blieben nicht. Sie verschwanden, sobald die Einnahme endete.

Die aktuelle Forschung setzt genau dort an. Sie betrachtet das Bakterium nicht als Medikament, sondern als Teil eines ökologischen Wiederaufbaus. Entscheidend ist, ob das Darmmilieu des Patienten den neuen Bewohner akzeptiert. Die Ernährung und der pH-Wert spielen eine Schlüsselrolle. Als Hauptgrund für den Verlust des Bakteriums gilt der breite Einsatz von Antibiotika, auf die O. formigenes besonders empfindlich reagiert.

Ein Paradigmenwechsel für die Medizin?

Die Bedeutung der Forschung ist enorm. Nierensteine werden weltweit immer häufiger und verursachen Milliardenkosten. Mikrobiom-basierte Therapien versprechen einen Systemwechsel: von der teuren Steinentfernung zur günstigen Vorbeugung.

Doch die Forscher bleiben vorsichtig. Die Reduktion von Oxalat im Urin ist ein starkes Signal. Der endgültige Beweis wäre aber, dass über Jahre tatsächlich weniger Steine entstehen. Die aktuellen Studien legen zunächst das biochemische Fundament.

Könnte ein einfacher Stuhltest in Zukunft zeigen, wem das schützende Bakterium fehlt? Die Therapie wäre dann eine maßgeschneiderte Wiederbesiedlung. Die Weichen für diese personalisierte Medizin werden gerade gestellt.

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