Oshkosh, Roboter-Boomlift

Oshkosh präsentiert autonomen Roboter-Boomlift auf der CES

07.01.2026 - 04:03:12

Der US-Konzern Oshkosh stellt einen vollautonomen JLG-Boomlift vor, der Schweiß- und Lackierarbeiten ohne menschliche Bedienung ausführt. Die Technologie soll Fachkräftemangel bekämpfen und die Arbeitssicherheit erhöhen.

Ein Roboterarm, der in schwindelnder Höhe schweißt und lackiert: Auf der CES 2026 in Las Vegas hat der US-Konzern Oshkosh einen autonomen Boomlift vorgestellt, der Baustellenarbeit ohne Menschen erledigen kann. Die Technologie soll akuten Fachkräftemangel bekämpfen und die Sicherheit revolutionieren.

Vom Arbeitsgerät zum autonomen Arbeiter

Der Kern der Innovation ist ein umgebauter JLG-Boomlift, ausgestattet mit präzisen Roboter-Manipulatoren, KI-Steuerung und einem Sensor-Suite. Während herkömmliche Hebebühnen lediglich Arbeiter positionieren, führt diese Plattform Aufgaben eigenständig aus. Laut Oshkosh kann das System für repetitive und gefährliche Tätigkeiten wie Schweißen, Lackieren oder die Installation von Lüftungskanälen programmiert werden.

Die größte Neuerung: Es ist kein Mensch mehr im Korb nötig. Damit adressiert Oshkosh eines der größten Sicherheitsrisiken im Baugewerbe – Stürze aus der Höhe, eine der häufigsten Unfallursachen. Die Maschine navigiert mittels digitaler Zwillinge und Building Information Modeling (BIM) durch reale Baustellen. Sie kann solo oder im Schwarm arbeiten, gesteuert von einem einzigen Supervisor am Boden.

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Strategischer Schachzug mit Canvas-Technologie

Die Fähigkeiten des Roboters resultieren auch aus einer cleveren Akquisition. Oshkosh integrierte Schlüsseltechnologie des Robotik-Spezialisten Canvas, bekannt für autonome Trockenbausysteme. Diese Fusion beschleunigt die Marktreife erheblich.

„Die Kombination aus der Geländegängigkeit eines JLG-Boomlifts und der Präzision einer Canvas-Roboterhand ist der entscheidende Schritt“, analysiert ein Branchenbeobachter. Bislang scheiterten solche Systeme oft an den unstrukturierten, wechselhaften Bedingungen unter freiem Himmel.

Ökosystem „intelligente Baustelle“

Oshkosh denkt größer als nur einen Roboter. Das Unternehmen stellte ein ganzes Ökosystem für vernetzte Baustellen vor. Ein Highlight: Eine „Leader-Follower“-Technologie für kleine Scherenlifte.

Dabei führt ein von einem Menschen gesteuerter Leit-Lift einen Konvoi autonomer Folgefahrzeuge an. Diese Lösung ist ideal für logistikintensive Projekte wie den Bau von Rechenzentren. Das System kann schwere Stahlträger autonom positionieren und anschließend Schweißroboter benachrichtigen, sobald die Komponenten bereit sind.

Antwort auf die Branchenkrise

Die Vorstellung kommt zum richtigen Zeitpunkt. Die globale Bauindustrie kämpft mit einem doppelten Problem: einem historischen Fachkräftemangel und dem steten Druck, die Sicherheit zu verbessern.

Die Oshkosh-Strategie zielt nicht auf den Ersatz des Menschen ab, sondern auf eine Neudefinition seiner Rolle. Roboter übernehmen die „dummen, dreckigen und gefährlichen“ Aufgaben. Qualifizierte Handwerker rücken in überwachende und planende Positionen – ein Trend, der als „Human-in-the-Loop“-Automation bekannt ist.

Die Auszeichnung mit dem „Best of Innovation“-Award auf der CES unterstreicht die wachsende Konvergenz von schwerem Industrie-Equipment und Hightech.

Die Baustelle der Zukunft hat begonnen

Der Roboter-Boomlift ist bereits funktionsfähig. Oshkosh plant nun Pilotprogramme mit ausgewählten Partnern, um die Systeme in der Praxis zu erproben.

Die Botschaft ist klar: Die nächste Generation von Baumaschinen wird nicht mehr nur durch PS oder Tragkraft definiert, sondern durch Rechenleistung und Autonomie. Für deutsche Bauunternehmen und Maschinenbauer wie Liebherr oder Wacker Neuson wird dies ein wichtiger Referenzpunkt. Die Digitalisierung der Arbeitsabläufe schreitet voran – und die Maschinen müssen folgen.

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