Orthopädie-Experten setzen 2026 auf Bewegung statt Schonung
08.01.2026 - 00:51:12Neue Leitlinien und Studien bestätigen: Aktive Belastung schützt Gelenke besser als Ruhe. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) rückt digitale Trainingsformen und saisonale Prävention in den Fokus.
Das alte Bild vom Gelenk als mechanischem Verschleißteil ist überholt. Aktuelle medizinische Standards stellen die Eigenverantwortung der Patienten in den Mittelpunkt. Strukturierte Bewegungsprogramme und Gewichtsmanagement gelten nun als therapeutischer Goldstandard – noch vor Medikamenten.
Die breite Implementierung der neuen S3-Leitlinie zur Prävention der Gonarthrose markiert einen der größten Paradigmenwechsel der letzten Jahrzehnte. Knorpelgewebe benötigt demnach zyklische Be- und Entlastung, um Nährstoffe aufzunehmen.
Die prophylaktische Trainingsplanung zielt deshalb nicht auf Vermeidung, sondern auf gezielten Aufbau. Es geht darum, die gelenkumgebende Muskulatur so zu stärken, dass sie Stoßbelastungen abfedert. Dieser Ansatz stabilisiert die biomechanische Achse und korrigiert Fehlbelastungen, bevor irreversible Schäden entstehen.
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Studie: Online-Tai-Chi wirkt überraschend gut
Eine aktuelle Analyse unterstreicht die Wirksamkeit digital angeleiteter Trainingsformen. Eine im JAMA Internal Medicine veröffentlichte Studie (Zhu et al.) liefert belastbare Daten: Ein 12-wöchiges Online-Tai-Chi-Programm verbesserte bei Teilnehmern die Gelenkfunktion und reduzierte Schmerzen deutlich effektiver als reine Aufklärung.
Für die Praxis ist dies wegweisend. Es beweist, dass niedrigschwellige, neuromuskuläre Übungen wie Tai Chi auch ohne ständige physische Präsenz eines Therapeuten wirken. Der Fokus liegt hier nicht auf maximaler Kraft, sondern auf Propriozeption – der Eigenwahrnehmung des Gelenks im Raum. Diese gilt als Schlüsselfaktor gegen vorzeitigen Verschleiß.
Könnten solche validierten Online-Programme also Wartezeiten in der Physiotherapie überbrücken? Analysten sehen darin ein wichtiges Signal für das Gesundheitssystem im Jahr 2026.
Wintertipps der DGOU: Vom “Pinguin-Gang” bis zum Schneeschippen
Neben langfristigen Strategien rückt die DGOU auch die akute Gelenkprophylaxe in den Fokus. Experten warnen vor den unmittelbaren Gefahren winterlicher Witterung.
Unter der neuen Präsidentschaft von Prof. Dr. Frank Hildebrand empfiehlt die Fachgesellschaft den sogenannten “Pinguin-Gang” auf glattem Untergrund. Dabei wird der Körperschwerpunkt über das vordere, auftretende Bein verlagert, was die Stabilität drastisch erhöht.
Zudem warnt die DGOU vor biomechanischen Fehlbelastungen beim Schneeschippen:
* Das Heben schwerer Lasten mit gedrehter Wirbelsäule gilt als “Gift” für Bandscheiben und Wirbelgelenke.
* Stattdessen sollte die Schaufel geschoben und Schnee nur aus den Beinen heraus gehoben werden.
Diese Tipps sind Teil eines Verständnisses, bei dem Gelenkschutz nicht im Fitnessstudio endet, sondern biomechanisch korrekte Alltagsbewegungen einschließt.
Trend: Die Abkehr von passiven Maßnahmen
Die Entwicklungen unterstreichen einen breiteren Trend. Der Fokus verschiebt sich von passiven Maßnahmen wie Einlagen oder Schonung hin zu aktiven, funktionellen Ansätzen. Getrieben wird dieser Wandel auch durch die demografische Entwicklung: Eine älter werdende Bevölkerung benötigt länger funktionsfähige Gelenke.
Die Angst vor “falscher” Bewegung, so der aktuelle Konsens, ist oft schädlicher als die Bewegung selbst. Inaktivität bringt den Knorpelstoffwechsel zum Erliegen. Die effektivste Kombination gegen Arthrose bilden demnach Krafttraining zum Schutz der Strukturen und neuromuskuläres Training zur Verbesserung der Muskelansteuerung.
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