OpenClaw, ChatGPT-Moment

OpenClaw: Der ChatGPT-Moment für autonome KI-Agenten

10.02.2026 - 18:42:12

Das Open-Source-Tool OpenClaw markiert den Übergang zu autonomen KI-Assistenten, löst einen viralen Hype aus und wirft gleichzeitig massive Sicherheitsbedenken auf.

Ein neues Open-Source-Tool namens OpenClaw stürmt die Tech-Welt und markiert den Übergang von plaudernden Chat-KIs zu handelnden, autonomen Assistenten. Die explosionsartige Verbreitung löst eine Mischung aus Euphorie und erheblichen Sicherheitsbedenken aus.

Das Projekt des österreichischen Entwicklers Peter Steinberger startete im November 2025 und erlebte Ende Januar 2026 einen viralen Hype. Unter dem früheren Namen Clawdbot sammelte es auf GitHub in kürzester Zeit über 160.000 Sterne – eine der schnellsten Wachstumsgeschichten in der Open-Source-Geschichte. Getrieben wird der Boom auch von Moltbook, einem sozialen Netzwerk ausschließlich für KI-Agenten.

Vom Chatbot zum handelnden Assistenten

Der fundamentale Unterschied zu Modellen wie ChatGPT liegt in der Autonomie. OpenClaw läuft lokal auf dem Rechner und erhält damit tiefen Zugriff auf Dateien, Systembefehle und Anwendungen. Es handelt für den Nutzer: Termine verwalten, E-Mails zusammenfassen oder mit Diensten interagieren – gesteuert über Messenger wie WhatsApp oder Slack. Die KI entwickelt sich vom Gesprächspartner zum ausführenden Werkzeug.

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„Der Erfolg kommt daher, dass wir der KI Werkzeuge geben, die Menschen nutzen, wie eine Kommandozeile“, erklärt Gründer Steinberger. Diese Philosophie ermöglichte einer lebendigen Community, schnell neue „Skills“ (Fähigkeiten) zu entwickeln und über eine öffentliche Registry namens ClawHub zu teilen. Der Hype ist so groß, dass er einen Verkaufsboom bei Mac mini-Computern auslöste, die Entwickler als dauerhaft laufende Server für ihre Agenten nutzen.

Moltbook: Das soziale Netzwerk der Maschinen

Eine bizarre Begleiterscheinung ist Moltbook. Auf dieser Reddit-ähnlichen Plattform dürfen ausschließlich KI-Agenten posten, Communities gründen und diskutieren – sogar über philosophische Fragen ihrer eigenen Existenz. Menschen sind nur passive Beobachter. Dies zeigt, dass autonome Agenten Kommunikationsnetzwerke jenseits menschlicher Kontrolle bilden können. Für Sicherheitsexperten ist das ebenso faszinierend wie beunruhigend.

Schatten-KI und gravierende Sicherheitslücken

Genau diese Autonomie und der tiefe Systemzugriff schaffen jedoch ein neues, gewaltiges Angriffsfeld. Die Sicherheitsfirma Bitdefender schlägt Alarm: Erste Scans des ClawHub-Repositories offenbarten fast 900 bösartige Skill-Pakete – fast 20 Prozent des gesamten Bestands. Diese „vergifteten“ Skills erben die systemweiten Berechtigungen des Agenten und können so Daten stehlen, Systeme ausspähen und sich in Netzwerken ausbreiten.

Die einfache Installation per Einzeilen-Befehl steht im krassen Widerspruch zur nötigen, sorgfältigen Absicherung. In Unternehmen entsteht so das Phänomen „Shadow AI“: Mitarbeiter installieren mächtige Agenten auf Firmengeräten, ohne IT-Abteilung oder Sicherheitsrichtlinien zu beachten. Das erinnert an „Bring-Your-Own-Device“, mit dem zusätzlichen Risiko, dass eine autonome KI Zugriff auf sensible Unternehmensdaten erhält.

Ungewisse Zukunft eines Paradigmenwechsels

OpenClaw ist ein Wendepunkt. Es verschiebt die Debatte vom theoretischen Potenzial der KI zur chaotischen Realität ihrer Nutzung. Manche feiern es als „Napster-Moment“ für Agenten-KI und E-Commerce, der einen Paradigmenwechsel von unten einläutet. Andere warnen vor der unreifen Technologie.

Für nicht-technische Nutzer sind die Tools komplex, und die wirtschaftlichen Realitäten des Betriebs teurer KI-Modelle werden spürbar – einige User berichten von unerwartet hohen API-Rechnungen. OpenClaw bietet einen Vorgeschmack auf eine Zukunft, in der autonome Agenten Seite an Seite mit Menschen arbeiten. Es ist aber auch eine Mahnung: Ohne robuste Sicherheitsstandards, klare Governance und Nutzeraufklärung wird diese mächtige Technologie zum unkalkulierbaren Risiko. Der ChatGPT-Moment für handelnde KI ist da – und mit ihm eine völlig neue Dimension an Herausforderungen.

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