OpenAI, Milliarden-Erfolgen

OpenAI will an Milliarden-Erfolgen mitverdienen

23.01.2026 - 05:02:12

OpenAI stellt sein Geschäftsmodell um und will künftig direkt am finanziellen Erfolg von Kundenentdeckungen partizipieren, etwa bei neuen Medikamenten.

OpenAI stellt sein Geschäftsmodell radikal um: Der KI-Pionier will künftig an den Gewinnen bahnbrechender Entdeckungen beteiligt werden, die seine Technologie ermöglicht. Diese Strategie könnte die Ökonomie der gesamten Branche neu definieren.

Die Pläne wurden diese Woche von Finanzchefin Sarah Friar umrissen. Sie skizzierte eine Zukunft, in der OpenAI nicht mehr nur Nutzungsgebühren kassiert, sondern direkt am finanziellen Erfolg von wissenschaftlichen und industriellen Durchbrüchen partizipiert. Das Unternehmen entwickelt dafür neue Lizenz- und erfolgsbasierte Preis-Modelle.

Vom Dienstleister zum Risikopartner

Der geplante „Value-Sharing“-Ansatz markiert einen klaren Bruch mit klassischen SaaS-Einnahmen. Statt nur für den Zugang zu seinen Tools zu kassieren, will sich OpenAI als Stakeholder in den Innovationen seiner Kunden positionieren.

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Friar nannte ein konkretes Beispiel: Wird mit Hilfe der OpenAI‑Plattform ein neues Medikament entdeckt, könnte das Unternehmen eine Lizenz daran erhalten. Die Folge: Der KI‑Entwickler bekäme einen Anteil am Umsatz des Medikaments. Die eigene Revenue wäre somit direkt mit dem Forschungserfolg der Kunden verknüpft.

Dieses Modell zielt auf Hochrisiko-Sektoren ab, in denen KI zu milliardenschweren Durchbrüchen führen kann – etwa in der Pharmaforschung, bei Energiesystemen oder im Finanzmodellieren. OpenAI sieht sich dabei nicht mehr als reiner Dienstleister, sondern als strategischer Forschungs- und Entwicklungspartner.

Fokus 2026: „Praktische Anwendung“

Die Neuausrichtung passt zum erklärten Jahresschwerpunkt 2026: die „praktische Adoption“ der Technologie voranzutreiben. Es gehe darum, die Lücke zwischen den Fähigkeiten der KI und ihrer täglichen Nutzung in Unternehmen zu schließen, so Friar.

Das Ziel ist ambitioniert. Die KI soll sich von der einfachen Aufgaben-Automatisierung zum „Betriebssystem für Wissensarbeit“ entwickeln. Erst diese tiefe Integration in komplexe Arbeitsabläufe mache erfolgsbasierte Vergütungsmodelle überhaupt möglich, weil der Beitrag der KI zum Endergebnis klarer definierbar werde.

Finanzierung des Mega-Hungers nach Rechenleistung

Hinter der Suche nach neuen Einnahmequellen steckt ein gewaltiger Kostendruck. Die Entwicklung und der Betrieb von Spitzen-KI-Modellen verschlingen Milliarden. Friar beschrieb einen sich selbst verstärkenden Zyklus: Die Investition in Rechenleistung treibe das Umsatzwachstum an.

Die verfügbare Rechenkapazität des Unternehmens verzehnfachte sich nahezu – von 0,2 Gigawatt 2023 auf etwa 1,9 Gigawatt 2025. Parallel dazu schnellte der jährliche wiederkehrende Umsatz von 2 Milliarden US-Dollar (2023) auf über 20 Milliarden US-Dollar (2025).

Da Rechenleistung die knappste Ressource in der KI ist, braucht es Geschäftsmodelle, die Einnahmen in einer Größenordnung generieren, die klassische Software-Abos weit übersteigt. CEO Sam Altman hatte zuvor von Ausgaben in Höhe von fast 1,4 Billionen US-Dollar in den nächsten acht Jahren gesprochen.

Branche vor neuem Präzedenzfall

OpenAIs Vorstoß könnte einen Präzedenzfall für die gesamte KI-Branche schaffen. Die Rolle der Modelle entwickelt sich vom Werkzeug zum kreativen Partner, der neuartige Ideen generiert. Das wirft komplexe Fragen zu geistigem Eigentum und Wertverteilung auf.

Gelingt das Modell, dürften andere KI‑Labore nachziehen. Die Art und Weise, wie KI‑Unternehmen mit Firmenkunden zusammenarbeiten, würde sich fundamental ändern. Die Herausforderung wird sein, Vereinbarungen zu schaffen, die von beiden Seiten als fair angesehen werden – und die den Wertbeitrag menschlicher Forscher und der KI‑Systeme gerecht verteilen.

OpenAI wird diese Wertteilungs-Verträge voraussichtlich zunächst mit strategischen Partnern in Schlüsselindustrien pilotieren. Der Erfolg dieser Pilotprojekte wird entscheidend sein, um die Machbarkeit zu beweisen und den komplexen rechtlichen Rahmen zu navigieren.

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