OpenAI verabschiedet GPT-4o und schließt die Ära der Vorgängermodelle
30.01.2026 - 11:22:12OpenAI schaltet die beliebten KI-Modelle GPT-4o und o4-mini ab. Ab Mitte Februar stehen Nutzern nur noch die neuesten GPT-5-Modelle zur Verfügung – eine strategische Konsolidierung, die den rasanten Fortschritt der Technologie unterstreicht.
Das Ende einer Ära für ChatGPT-Nutzer
Am 13. Februar 2026 ist es soweit: Die KI-Modelle GPT-4o, GPT-4.1 und das kompakte o4-mini verschwinden aus der Benutzeroberfläche von ChatGPT. Das gab der KI-Pionier in einer aktuellen Mitteilung bekannt. Für die Millionen täglichen Nutzer bedeutet das: Das Auswahlmenü wird radikal vereinfacht und konzentriert sich vollständig auf die GPT-5-Serie, insbesondere das stabile GPT-5.2-Ökosystem.
Die Abschaltung betrifft jedoch nur die direkte Nutzung über die Chat-Oberfläche. Entwickler behalten vorerst den Zugriff über die Programmierschnittstelle (API), was für viele Geschäftsanwendungen entscheidend ist. GPT-4o, im Mai 2024 als „omni“-fähiges Flaggschiff mit emotionaler Resonanz gestartet, diente fast zwei Jahre als Brücke zwischen den Generationen. Seine Pensionierung signalisiert: OpenAI ist überzeugt, dass die Nachfolger ihre Vorgänger in allen Belangen übertreffen.
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Warum OpenAI jetzt konsolidiert
Der Hauptgrund für diesen radikalen Schnitt sind harte Zahlen. Laut OpenAI nutzen bereits heute weniger als 0,1 Prozent der täglichen User aktiv das GPT-4o-Modell. Die „überwältigende Mehrheit“ sei bereits auf GPT-5.2 gewechselt, das am 11. Dezember 2025 veröffentlicht wurde. Für das Unternehmen ist die parallele Wartung mehrerer Modell-Generationen ein enormer Aufwand – sowohl technisch als auch in der Nutzerführung.
„Die Aufrechterhaltung verschiedener Generationen riesiger Sprachmodelle ist rechenintensiv und verwirrend für den Durchschnittsnutzer“, analysieren Branchenbeobachter. Durch die Bereinigung des Angebots spart OpenAI wertvolle Serverkapazität. Diese kann nun für die rechenhungrigen Features von GPT-5.2 genutzt werden, wie tiefgehende Recherche oder komplexe Schlussfolgerungen.
Die kurze Lebensdauer der 2025er Modelle GPT-4.1 und o4-mini zeigt zudem das atemberaubende Tempo der KI-Entwicklung. Leistungssprünge finden inzwischen im Quartalstakt statt, nicht mehr jährlich.
Der Abschiedsschmerz der Power-User
Dennoch löste die Ankündigung Diskussionen in der Community aus. Vor allem unter Power-Usern hatte GPT-4o eine treue Fangemeinde. Sie schätzten seinen einzigartigen „Charakter“, seine „Wärme“ und seinen kreativen Gesprächsstil. Als GPT-5 Mitte 2025 eingeführt wurde, kritisierten einige dessen kühlere, klinischere Art.
OpenAI ging auf diese Kritik ein. Das Unternehmen gab zu, GPT-4o bewusst länger online gelassen zu haben, um diese Nutzergruppe nicht zu vergraulen. Als Lösung verweist man nun auf ein kürzliches Update für GPT-5.2. Das „Personality System Prompt Update“ vom 22. Januar 2026 soll die Konversationsnuancen von GPT-4o erreichen oder übertreffen. Zusätzliche Anpassungsregler erlauben es, „Wärme“ und „Enthusiasmus“ des Assistenten manuell einzustellen.
Eine neue Ära der Spezialisierung bricht an
Die Abschaltung ist Teil einer größeren Neuausrichtung. Erst am 28. Januar 2026 stellte OpenAI „ChatGPT Prism“ vor – einen spezialisierten Arbeitsbereich für wissenschaftliche Forschung und komplexes Schreiben. Angetrieben von GPT-5.2, steht Prism für die neue Strategie: Statt einem Menü leicht unterschiedlicher Modelle setzt man auf spezialisierte Tools, die alle auf einem einzigen, leistungsstarken Fundamentmodell aufbauen.
Die Einstellung von o4-mini passt in dieses Bild. Die separate „o“-Serie für Reasoning-Aufgaben wird überflüssig, weil diese Fähigkeiten nun direkt in GPT-5.2 integriert sind. Für Marktbeobachter ist diese Konsolidierung ein klares Signal: OpenAI schafft technischen Ballast aus den Jahren 2024 und 2025 ab, um Ressourcen für den nächsten großen Sprung – die GPT-6-Serie – freizumachen.
Für Abonnenten von ChatGPT Plus und Pro bleiben noch etwa zwei Wochen, um laufende Projekte mit den alten Modellen abzuschließen. Danach werden alle Chats zwar archiviert bleiben, neue Unterhaltungen laufen aber ausschließlich auf der neuen Architektur. Die Botschaft ist klar: KI-Modelle sind heute dynamische Dienste, keine statische Software, an die man sich ewig klammern kann.
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