OpenAI, SoftBank

OpenAI und SoftBank investieren Milliarde in US-Energieriesen

21.01.2026 - 12:12:12

OpenAI und SoftBank pumpen je 500 Millionen Euro in den Energiekonzern SB Energy. Die Investition ist der Startschuss für den Bau gigantischer, grüner KI-Rechenzentren in den USA – ein strategischer Schachzug im globalen Tech-Wettlauf.

Die Finanzspritze ist die erste große Kapitalfreigabe seit der Ankündigung des „Stargate“-Projekts im Januar 2025. Das Vorhaben, einst im Weißen Haus präsentiert, hat ein Volumen von rund 500 Milliarden Euro. Ziel ist es, die USA mit der physischen Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) und künftige Artificial General Intelligence (AGI) auszustatten.

Aus der politischen Vision wird nun operative Realität. Das Geld fließt in „KI-Superfabriken“ – integrierte Anlagen, die Rechenpower und eigene Stromerzeugung vereinen. OpenAI beteiligt sich damit erstmals direkt an der Energieinfrastruktur. Ein klares Signal: Das Unternehmen will Engpässe bei der Stromversorgung für seine riesigen KI-Modelle von vornherein ausschalten.

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Blaupause im texanischen Milam County

Der erste konkrete Bau ist ein 1,2-Gigawatt-Rechenzentrum in Milam County, Texas. Die Anlage, eine der größten der Welt, soll mit Solarstrom und Batteriespeichern betrieben werden. Sie dient als Blaupause für künftige Stargate-Standorte.

Die Besonderheit: Recheninfrastruktur und Energieerzeugung werden von Grund auf gemeinsam geplant. Das minimiert Übertragungsverluste und Abhängigkeiten vom öffentlichen Netz. SB Energy wird zudem zum Großkunden von OpenAI und setzt KI-Tools wie ChatGPT im eigenen Betrieb ein.

Strom wird zum limitierenden Faktor

Das Deal-Timing ist kein Zufall. Der Energiebedarf der KI-Branche explodiert. Der Zugang zu Strom ist zum größten Wachstumshemmnis geworden – noch vor der Chip-Versorgung. Während Konkurrenten wie Google langfristige Stromlieferverträge abschließen, setzen OpenAI und SoftBank auf vertikale Integration.

Sie steigen selbst in die Energieentwicklung ein. So behalten sie die Kontrolle über Bauzeitpläne und können die Stromverfügbarkeit exakt auf die Installation neuer Rechencluster abstimmen. Die Investition baut auf einer starken Kapitalbasis von SB Energy auf und soll weitere Milliarden an Fremdfinanzierung für den Bau mobilisieren.

Globale Ambitionen und ein Strategiewechsel

Milam County ist nur der Anfang. Die Stargate-Roadmap sieht bis Ende des Jahrzehnts eine Kapazität von 10 Gigawatt vor. Das würde die heutige globale KI-Infrastruktur in den Schatten stellen.

Für SoftBank markiert das Investment eine strategische Wende. Der japanische Mischkonzern richtet seinen Fokus weg von reiner Software hin zu „harten“ KI-Assets: Chips, Roboter und jetzt Kraftwerke. Diese Ausrichtung an der US-Industriepolitik stärkt SoftBanks Standing in Washington, wo KI-Infrastruktur zunehmend als Frage der nationalen Sicherheit gilt.

Der Baufortschritt in Texas wird nun zum Lackmustest. Gelingt es, die 1,2-Gigawatt-Anlage planmäßig ans Netz zu bringen, könnte sich ein neuer Standard etablieren: KI-Konzerne werden nicht mehr nur Cloud-Mieter, sondern Betreiber und Eigentümer ihrer eigenen industriellen Energieversorgung.

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