OpenAI, Softbank

OpenAI und Softbank investieren Milliarde in KI-Energieprojekt

12.01.2026 - 13:43:12

OpenAI und die Softbank Group investieren gemeinsam eine Milliarde Dollar in den Bau eines 1,2-Gigawatt-Rechenzentrums in Texas, um den kritischen Stromengpass für KI-Modelle zu lösen.

OpenAI und Softbank pumpen je 500 Millionen Euro in den Ausbau eines Mega-Rechenzentrums in Texas. Die Investition soll den größten Engpass der KI-Branche lösen: den akuten Strommangel.

Die Allianz der Tech-Giganten wird konkreter. Knapp ein Jahr nach der Ankündigung des „Stargate“-Projekts – einem 500-Milliarden-Dollar-Plan für amerikanische KI-Führerschaft – setzen OpenAI und die Softbank Group den nächsten Milliardenstein. Gemeinsam investieren sie eine Milliarde US-Dollar in SB Energy, eine auf Erneuerbare spezialisierte Tochter von Softbank. Das Ziel: den Bau eines 1,2-Gigawatt-starken KI-Rechenzentrums in Texas massiv zu beschleunigen.

Der Deal, der Ende letzter Woche bekannt wurde, adressiert das drängendste Problem der Branche. Die Entwicklung immer größerer KI-Modelle frisst gewaltige Mengen Strom. Verfügbare Kapazitäten sind knapp. „Die Skala der nötigen Infrastruktur ist beispiellos“, sagt Rich Hossfeld, Co-CEO von SB Energy. Die Partnerschaft soll nun Abhilfe schaffen.

Anzeige

Seit August 2024 gelten neue Regeln für KI-Systeme – viele Unternehmen riskieren unwissentlich Bußgelder und Compliance-Probleme. Gerade Großprojekte wie das „Stargate“-Netzwerk zeigen, wie wichtig korrekte Risikoklassifizierung, Kennzeichnung und lückenlose Dokumentation sind. Das kostenlose E‑Book zur EU‑KI‑Verordnung erklärt Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen, Dokumentationsanforderungen und Übergangsfristen sowie konkrete Schritte zur sofortigen Umsetzung für Entwickler und Betreiber von KI-Systemen. Kostenloses KI-Verordnung‑E-Book herunterladen

Symbiose aus Strom und Rechenkraft

Die Investition ist zweckgebunden für den Standort Milam County, Texas. Die geplante Anlage würde genug Strom für fast 900.000 Haushalte verbrauchen und zählt zu den größten Einzelstandorten weltweit. SB Energy, das zusätzlich 800 Millionen Euro von Ares Management erhielt, übernimmt Bau und Betrieb.

Die Zusammenarbeit ist symbiotisch. Während SB Energy die physische Infrastruktur für OpenAIs KI-Modelle errichtet, wird das Energieunternehmen gleichzeitig zum Großkunden der KI-Software. Es plant, OpenAIs APIs und ChatGPT Enterprise flächendeckend einzusetzen, um Betrieb und Projektmanagement zu optimieren.

Für OpenAI-Präsident Greg Brockman kombiniert die Partnerschaft das Infrastruktur-Know-how von SB Energy mit der technischen Expertise seines Unternehmens in Rechenzentrums-Engineering. Das Ergebnis sollen hochoptimierte Anlagen sein, die Rechenkapazitäten schneller und zuverlässiger skalieren lassen.

Stargate: Vom Plan zur Baustelle

Die Milliarden-Investition ist der bisher konkreteste Schritt im „Stargate“-Projekt. Die Initiative von OpenAI, Softbank und Oracle zielt darauf ab, ein Netzwerk von Supercomputing-Clustern in den USA zu errichten. Sie sollen KI-Modelle trainieren, die heutige Systeme wie GPT-4 weit in den Schatten stellen.

Der Standort Texas ist strategisch klug gewählt. Der Bundesstaat betreibt ein eigenes, unabhängiges Stromnetz (ERCOT) mit vergleichsweise einfachen Anschlussverfahren. Zudem wirbt Texas aktiv mit förderlichen Regulierungen und seinen reichen Wind- und Solarressourcen um Tech-Investitionen.

Doch die schiere Energiedichte der geplanten Anlage stellt eine enorme Herausforderung dar. Während traditionelle Rechenzentren 30 bis 50 Megawatt benötigen, sind in Milam County 1.200 Megawatt (1,2 GW) geplant. SB Energy betont, die Anlage solle den Wasserverbrauch minimieren und durch den Bau eigener Erzeugungskapazitäten Strompreisspitzen für texanische Verbraucher vermeiden.

Softbanks „All-in“-Wette auf KI

Für den Softbank-Gründer Masayoshi Son markiert der Deal den nächsten aggressiven Zug in seiner „All-in“-KI-Strategie. Nach einer defensiven Phase ist der japanische Investor seit zwölf Monaten wieder in der Offensive.

Ende 2025 führte Softbank bereits eine historische 40-Milliarden-Dollar-Finanzierungsrunde für OpenAI an. Um diese gewaltigen Ausgaben zu stemmen, liquidierte der Konzern bedeutende Assets – darunter seinen gesamten Nvidia-Anteil im Wert von rund 5,8 Milliarden Dollar im November 2025.

Marktbeobachter sehen in der SB-Energy-Investition eine Strategie, auf mehreren Ebenen der KI-Wertschöpfungskette zu profitieren. Softbank finanziert nicht nur die Software-Ebene über seine OpenAI-Beteiligung, sondern jetzt auch die physische Infrastruktur, auf der diese Software läuft. Eine Art „Doppel-Dip“-Strategie, die das Unternehmen zum Vermieter und Bankier der KI-Revolution zugleich macht.

Wettlauf gegen Zeit und Konkurrenz

Der Zeitplan ist ambitioniert. Mit den Bauarbeiten wurde bereits begonnen; erste Kapazitäten sollen noch 2026 ans Netz gehen. Die Dringlichkeit ist hoch. OpenAI befindet sich im erbitterten Wettlauf mit Googles Gemini und anderen Konkurrenten um die Vorherrschaft im Markt für generative KI.

Diese Partnerschaft könnte eine Welle ähnlicher, infrastrukturgetriebener Allianzen auslösen. Die Verfügbarkeit von Gigawatt-Standorten ist zum primären Wachstumshemmnis geworden. Tech-Giganten können sich nicht länger auf externe Rechenzentrumsbetreiber verlassen – sie müssen im Energiesektor mitgestalten.

Für die Tech-Branche signalisiert der Deal: Die Ära der „permissionless Innovation“ in der Software weicht einer Phase kapitalintensiver Industrieprojekte. Die erste Milliarde ist nur ein kleiner Teil der für Stargate veranschlagten Summen. Doch sie setzt den ersten sichtbaren Meilenstein für die KI-Fabriken der Zukunft.

Anzeige

Übrigens: Gigantische KI-Rechenzentren erhöhen auch das Risiko für Cyberangriffe und Betriebsunterbrechungen – ein Ausfall kann enorme wirtschaftliche Folgen haben. Der gratis Cyber‑Security‑Awareness‑Report erklärt aktuelle Bedrohungen, zeigt, welche Auswirkungen neue KI-Regeln auf Ihre Sicherheitsanforderungen haben und liefert praxisnahe Schutzmaßnahmen, die Unternehmen sofort umsetzen können. Jetzt kostenlosen Cyber‑Security‑Report sichern

@ boerse-global.de