OpenAI und Jony Ive entwickeln das Anti-iPhone
03.01.2026 - 00:10:12OpenAI bündelt seine Kräfte, um mit iPhone-Designer Jony Ive ein revolutionäres, bildschirmloses KI-Gerät zu entwickeln. Das Projekt soll die Ära des Smartphones beenden.
Der KI-Gigant hat laut einem Bericht von The Information seine Ingenieurs-, Produkt- und Forschungsteams zusammengelegt. Das Ziel ist eindeutig: Die Entwicklung eines “überwiegend audio-basierten” KI-Geräts. Der legendäre iPhone-Designer Jony Ive zeichnet für das Design verantwortlich. Es handelt sich um den bisher ambitioniertesten Versuch aus dem Silicon Valley, die Welt über den Smartphone-Bildschirm hinauszuführen.
Die Vision: Ein Begleiter ohne Display
Für OpenAI markiert die Entwicklung eine strategische Wende – vom Software-Unternehmen zum Anbieter von Consumer-Hardware. Das Gerät soll die Abhängigkeit vom Bildschirm verringern, eine Philosophie, die Jony Ive vehement vertritt. Branchenkenner rechnen mit einem Marktstart Ende 2026 oder 2027. Es soll weniger ein Werkzeug, sondern vielmehr ein intuitiver “Begleiter” sein.
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Ives Designfirma LoveFrom leitet das Industriedesign. Das Produkt soll Sprachinteraktion über grafische Benutzeroberflächen stellen. Während das ursprüngliche iPhone die Ära des Touchscreens definierte, will diese Kollaboration nun die “süchtig machende” Natur moderner Bildschirme rückgängig machen.
Aktuelle Gerüchte deuten auf mehrere mögliche Formfaktoren hin. Neben einem intelligenten Stift mit dem Codenamen “Gumdrop” werden auch bildschirmlose Lautsprecher oder wearable Audio-Accessoires wie Smart Glasses diskutiert. Der gemeinsame Nenner aller Prototypen: Das traditionelle Display ist nicht die primäre Eingabemethode.
Die Technik: KI mit menschlicher Konversationsfähigkeit
Für ein Gerät, das fast ausschließlich auf Sprache setzt, braucht es eine völlig neue KI. OpenAI plant daher für das erste Quartal 2026 die Veröffentlichung eines radikal fortschrittlichen Audio-Modells.
Dieses neue Modell soll die Limitierungen heutiger Sprachassistenten überwinden, die oft an Latenz und roboterhafter Sprache leiden. Die kommende KI soll folgende Fähigkeiten besitzen:
* Menschliche Latenz: Die Fähigkeit, Sprache sofort zu verarbeiten und zu antworten und so natürliche Konversation zu imitieren.
* Unterbrechungen verstehen: Das System soll es elegant handhaben, wenn Nutzer es unterbrechen oder mitten im Satz das Thema wechseln.
* Simultan-Kommunikation: Eine “Duplex”-Fähigkeit, die es der KI erlaubt, gleichzeitig zuzuhören und zu sprechen – ähnlich wie ein menschlicher Gesprächspartner, der verbale Rückmeldungen gibt (“Aha”, “Verstehe”), während der andere redet.
Diese Software-Überholung ist entscheidend. Eine bildschirmloses Gerät kann nur Erfolg haben, wenn die Sprachschnittstelle nicht frustrierend oder langsam ist. Die neue Teamstruktur bei OpenAI soll genau die Lücke zwischen textbasierten GPT-Modellen und diesen Echtzeit-Audio-Fähigkeiten schließen.
Die Produktion: Foxconn statt Luxshare
Auch in der Lieferkette sind die Weichen bereits gestellt. Berichten vom 2. Januar zufolge hat OpenAI seine wichtigsten Fertigungsaufträge vom chinesischen Unternehmen Luxshare zu Foxconn verlagert.
Laut Lieferketten-Experten wird dieser Schritt von dem Wunsch getrieben, die Produktionsstandorte zu diversifizieren. Das Gerät soll voraussichtlich in Vietnam oder möglicherweise in Foxconns Fabriken in den USA gefertigt werden. Dies passt zu einem branchenweiten Trend, Lieferketten gegen geopolitische Spannungen abzusichern. Der Wechsel zu Foxconn – dem langjährigen Hersteller des iPhones – signalisiert den Maßstab, in dem OpenAI operieren will.
Die Analyse: Ein Paradigmenwechsel mit hohem Risiko
Die Zusammenarbeit zwischen Sam Altman und Jony Ive wird von Marktbeobachtern als direkte Herausforderung des Smartphone-Paradigmas gewertet, das Ive selbst bei Apple miterschaffen hat. Indem OpenAI den Bildschirm entfernt, setzt das Unternehmen auf “Ambient Computing” – eine Technologie, die in den Hintergrund tritt.
“Dabei geht es nicht nur um ein neues Gadget, sondern darum, unser Verhalten beim Zugriff auf Informationen zu ändern”, kommentieren Tech-Analysten. Der Vergleich zum Betriebssystem aus dem Film Her wird immer treffender: Eine stets verfügbare, sprachorientierte Assistentin, die keine visuelle Aufmerksamkeit erfordert.
Doch die Hürden sind hoch. Frühere Versuche mit “AI Pins” und bildschirmlosen Geräten in den Jahren 2024 und 2025 scheiterten an kurzer Akkulaufzeit, Überhitzung und begrenztem Nutzen. OpenAIs großer Vorteil ist die vertikale Integration: Das Unternehmen besitzt die leistungsfähigsten KI-Modelle der Welt und beschäftigt nun auch den gefeiertsten Hardware-Designer.
Der unmittelbare Meilenstein, den es zu beobachten gilt, ist die Veröffentlichung des neuen Audio-Modells im ersten Quartal 2026. Es wird das “Gehirn” und die “Stimme” der zukünftigen Hardware sein. Gelingt das Projekt, könnte es Sam Altmans Vorhersage bestätigen, dass KI das Smartphone letztlich obsolet machen wird. Die Branche wartet gespannt darauf, ob das Team, das das iPhone baute, nun auch seinen Nachfolger erschaffen kann.
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