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OpenAI und Common Sense Media vereinen Kinderschutz-Vorlagen

11.01.2026 - 17:01:12

OpenAI und Common Sense Media legen ihren Streit bei und bringen einen gemeinsamen Gesetzentwurf für den Schutz Minderjähriger vor KI-Chatbots in Kalifornien auf den Weg.

OpenAI und die Kinderschutz-Organisation Common Sense Media haben ihre konkurrierenden Gesetzesinitiativen zu einem gemeinsamen Entwurf verschmolzen. Der „Parents & Kids Safe AI Act“ soll in Kalifornien strikte Schutzvorkehrungen für Minderjährige im Umgang mit KI-Chatbots schaffen. Der ChatGPT-Hersteller unterstützt die Kampagne mit mindestens zehn Millionen Euro.

Bis vergangene Woche standen sich beide Seiten unversöhnlich gegenüber. Nun ziehen sie an einem Strang, um ihre Forderungen direkt den Wählern zur Abstimmung vorzulegen. Der Deal beendet einen drohenden, kostspieligen Abstimmungskampf mit rivalisierenden Vorlagen bei der Wahl im November 2026.

Ein historischer Kompromiss für die KI-Regulierung

Die Ankündigung markiert eine politische Waffenruhe zwischen dem KI-Schwergewicht und der einflussreichen Verbraucherschutzgruppe. „Während künstliche Intelligenz über enormes Wissen verfügt, bleiben Eltern die letzte Autorität für das Wohlergehen ihrer Kinder“, sagte Chris Lehane, OpenAIs Chef für globale Angelegenheiten. Sein Unternehmen steuert die zehn Millionen Euro bei, um die nötigen Unterschriften für den Wahlzettel zu sammeln.

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Jim Steyer, CEO von Common Sense Media, sprach von einem historischen Schritt. Die gemeinsame Initiative sei der bislang strengste Vorschlag für den Jugendschutz im Umgang mit KI in den USA. Durch das Bündnis wollen die Partner eine politische Blockade im kalifornischen Parlament umgehen.

Das steckt im „Parents & Kids Safe AI Act“

Der konsolidierte Gesetzentwurf konzentriert sich auf Plattform-Verantwortung und elterliche Kontrolle. Er schafft einen neuen Rahmen für den Umgang von KI-Unternehmen mit Nutzern unter 18 Jahren. Kernforderung: Entwickler müssen robuste Altersverifikationssysteme integrieren.

Zu den zentralen Bestimmungen gehören:
* Datenverkauf-Verbot: Das persönliche Daten von Minderjährigen dürfen nicht ohne ausdrückliche elterliche Zustimmung verkauft oder geteilt werden.
* Keine zielgerichtete Werbung: KI-Plattformen ist Werbung verboten, die speziell auf Kinder ausgerichtet ist.
* Psychologische Schutzvorkehrungen: KI-Chatbots dürfen keine romantischen Beziehungen mit Minderjährigen simulieren oder behaupten, empfindungsfähig zu sein.
* Elternkontrollen: Unternehmen müssen Tools bereitstellen, mit denen Eltern die Nutzungszeit ihrer Kinder begrenzen und deren Daten löschen können.
* Verpflichtende Audits: KI-Firmen müssen sich jährlichen unabhängigen Sicherheitsprüfungen unterziehen. Die Ergebnisse gehen an die Generalstaatsanwaltschaft.

Die Durchsetzung obläge künftig staatlichen Aufsichtsbehörden, nicht wie ursprünglich gefordert privaten Klagen.

Diese Zugeständnisse wurden gemacht

Für den Kompromiss mussten beide Seiten Federn lassen – besonders Common Sense Media. Aus der gemeinsamen Vorlage gestrichen wurden zwei umstrittene Punkte des ursprünglichen Entwurfs: ein generelles Smartphone-Verbot in kalifornischen Klassenzimmern und das sogenannte „Klagerecht für Privatpersonen“.

Letzteres hätte Eltern und Kindern erlaubt, KI-Unternehmen direkt auf Schadensersatz zu verklagen. Die jetzt zentralisierte staatliche Durchsetzung dürfte ein Hauptziel OpenAIs in den Verhandlungen gewesen sein. Die Advocacy-Gruppe hatte KI-Plattformen zuvor als „grundlegend unsicher“ für Teenager kritisiert, verfolgt nun aber einen kooperativen Kurs.

Der Weg zur Abstimmung 2026

Bis zum Gesetz ist es noch ein weiter Weg. Die Kampagne muss bis Juni etwa 875.000 gültige Wählerunterschriften sammeln, um für die Wahl im November 2026 zugelassen zu werden. Mit OpenAIs finanzieller Unterstützung dürfte die Unterschriftenaktion jedoch gut ausgestattet sein.

Der Vorstoß erfolgt vor einem gespannten legislativen Hintergrund. Gouverneur Gavin Newsom hatte ähnliche Gesetze zuvor mit einem Veto gestoppt, weil sie ihm zu restriktiv oder verfrüht erschienen. Die Initiative umgeht nun sein Amt und legt die Entscheidung direkt in die Hände der Wähler.

Strategen deuten an, dass das Bündnis andere Tech-Konkurrenten isolieren könnte, die sich gegen Regulierung sträuben. Wenn der Branchenführer OpenAI die Regeln mitsponsert, fällt es anderen KI-Firmen schwerer, deren Umsetzbarkeit oder wirtschaftliche Tragbarkeit in Frage zu stellen. Sollte der Act in Kalifornien Erfolg haben, könnte er de facto einen nationalen Standard für den Kinderschutz im KI-Zeitalter setzen.

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