OpenAI, Prism

OpenAI Prism: KI-Workspace soll Forscher-Alltag revolutionieren

06.02.2026 - 22:02:12

OpenAI stellt mit Prism eine kostenfreie KI-Plattform für Forscher vor, die GPT-5.2 in den wissenschaftlichen Workflow integriert und Funktionen wie LaTeX-Editierung und Literatursuche bündelt.

OpenAI startet mit Prism eine kostenlose KI-Plattform für die Wissenschaft. Das Tool integriert das leistungsstarke GPT-5.2-Modell direkt in den Forschungs-Workflow – von der Texterstellung bis zur Literaturrecherche. Ziel ist es, den zersplitterten Werkzeugkasten der Forscher in einer einzigen, intelligenten Umgebung zu vereinen.

Seit dem 27. Januar 2026 ist die cloudbasierte Plattform für alle Nutzer eines persönlichen ChatGPT-Kontos kostenfrei verfügbar. OpenAI reagiert damit auf eine massive Nachfrage: Allein in ChatGPT gingen zuletzt wöchentlich durchschnittlich 8,4 Millionen Nachrichten zu komplexen wissenschaftlichen Themen ein. Kevin Weil, Vizepräsident für Wissenschaft bei OpenAI, prophezeit: „2026 wird für die KI in der Wissenschaft ein Wendepunkt sein, ähnlich wie 2025 für die Softwareentwicklung.“

Ein Werkzeug gegen den Werkzeug-Wildwuchs

Die größte Hürde im Forschungsalltag ist oft die Fragmentierung. Wissenschaftler springen zwischen Textverarbeitung, Literaturverwaltung, Datenanalyse und Kollaborationstools hin und her. Prism bündelt diese Funktionen nun in einem LaTeX-nativen Workspace. Die Basis bildet die Technologie von Crixet, einer cloudbasierten LaTeX-Plattform, die OpenAI kürzlich übernommen hat.

Die KI agiert als kontextbewusster Assistent. Sie analysiert hochgeladene Dokumente, Datensätze und Notizen, erkennt Zusammenhänge und hilft beim Überarbeiten von Texten, Bewerten von Thesen oder Finden relevanter Literatur. „Es geht nicht darum, den Menschen zu ersetzen, sondern seine Arbeit zu erweitern“, betont das Unternehmen.

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Von der Handskizze zur Publikation: Das kann Prism

Die Stärke der Plattform liegt in der tiefen Verzahnung von GPT-5.2 mit einer kollaborativen Editierumgebung. Zu den Kernfunktionen zählen:

  • KI-gestütztes Schreiben: Das Tool hilft, Argumente zu schärfen, die Klarheit zu verbessern und die Konsistenz eines Paper s zu wahren.
  • Integrierte Literatursuche: Forscher finden relevante Papers und die KI unterstützt bei der automatischen Erstellung von Bibliografien.
  • LaTeX als Standard: Die Plattform beherrscht komplexe Formeln und professionelles Layout. Sie kann sogar handgeschriebene Diagramme oder Whiteboard-Gleichungen in publizierbare Formate umwandeln.
  • Echtzeit-Kollaboration: Eine unbegrenzte Anzahl von Mitautoren kann im Cloud-Workspace in Echtzeit zusammenarbeiten, kommentieren und Projekte verwalten.

In einer Demonstration zeigte OpenAI-Forscher Alex Lupsasca, wie Prism in Minuten ein komplexes Diagramm aus einer Whiteboard-Skizze generierte – eine Aufgabe, die sonst Stunden dauert. Er wies jedoch darauf hin, dass die Forscher stets die Verantwortung für die Prüfung KI-generierter Zitate behalten.

Strategischer Vorstoß in den Wissenschaftsmarkt

Mit Prism drängt OpenAI gezielt in den akademischen Markt, den auch Konkurrenten wie Google und Anthropic im Visier haben. Die Strategie: KI so tief in professionelle Arbeitsabläufe einzubetten, dass sie unverzichtbar wird.

Die Plattform ist für Privatnutzer zunächst kostenlos. Bald sollen aber Organisationstarife für Business, Enterprise und Bildungseinrichtungen folgen. Während das Basistool frei bleibt, plant OpenAI, leistungsfähigere KI-Features künftig über Bezahlmodelle anzubieten.

Analysten werten den Schritt als kluges Manöver, um in einer wertvollen Nutzergruppe Fuß zu fassen. Durch das mächtige Gratis-Tool senkt OpenAI die Einstiegshürde und hofft, sein Ökosystem zum Zentrum zukünftiger Forschung zu machen. Der Erfolg wird davon abhängen, ob die wissenschaftliche Community das Tool annimmt und ob es die Geschwindigkeit von Entdeckungen tatsächlich spürbar erhöht. Plattformen wie Prism könnten die Forschung – von der Hypothese bis zur Publikation – grundlegend verändern.

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