OpenAI, Mega-Finanzierungsrunde

OpenAI peilt 750-Milliarden-Bewertung mit Mega-Finanzierungsrunde an

10.01.2026 - 20:53:12

OpenAI verhandelt über eine Kapitalspritze von bis zu 100 Milliarden Euro, um die Infrastruktur für KI-Projekte wie Stargate auszubauen und die Bewertung zu steigern. Der Kapitalwettlauf mit Konkurrenten wie xAI und Anthropic eskaliert.

OpenAI verhandelt über eine Finanzierungsrunde von bis zu 100 Milliarden Euro, die den KI-Riesen auf 750 Milliarden Euro bewerten würde. Das wäre ein historischer Kapitalschub für den Vorreiter der Generativen KI.

Die Gespräche mit Investoren laufen bereits. Das Ziel: Bis zu 100 Milliarden Euro frisches Kapital beschaffen. Damit würde sich der Unternehmenswert gegenüber Oktober 2025 um satte 50 Prozent erhöhen. Damals war OpenAI nach einem Mitarbeiter-Aktienverkauf auf etwa 500 Milliarden Euro taxiert worden.

Diese gewaltige Summe unterstreicht den immensen Kapitalhunger der Branche. Die Unternehmen wettlaufen um Rechenleistung und Energie-Infrastruktur für die nächste Modell-Generation.

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Historische Kapitalspritze für KI-Infrastruktur

Die potenzielle Finanzierung ist beispiellos. Sie übertrifft traditionelle Venture-Capital-Runden um Größenordnungen. Das Kapital soll vor allem in OpenAIs ambitionierte Hardware- und Infrastrukturprojekte fließen.

Parallel dazu hat OpenAI einen neuen Aktienpool für Mitarbeiter im Wert von etwa 50 Milliarden Euro eingerichtet. Das entspricht rund zehn Prozent der Unternehmensanteile. Zusammen mit früheren Beteiligungen besitzen die Beschäftigten nun über ein Viertel des Unternehmens – eine klare Strategie, um Top-Talente im erbitterten Wettbewerb zu halten.

Eine Bewertung von 750 Milliarden Euro würde OpenAI auf eine Stufe mit Tech-Giganten wie Tesla heben. Analysten sehen darin ein Zeichen des Investor*innenvertrauens in OpenAIs Fähigkeit, den Übergang zur Künstlichen Allgemeinen Intelligenz (AGI) zu dominieren.

Projekt Stargate: Der 500-Milliarden-Plan

Haupttreiber des Kapitalbedarfs ist das „Projekt Stargate“. Dieses initiierte OpenAI, um ein Netzwerk von KI-Rechenzentren in den USA zu errichten. Die Kosten werden auf rund 500 Milliarden Euro geschätzt.

Ein erster konkreter Schritt wurde am Freitag bekannt: OpenAI und die SoftBank Group investieren gemeinsam eine Milliarde Euro in den Erneuerbare-Energien-Entwickler SB Energy. Beide Unternehmen steuern 500 Millionen Euro bei, um die Strominfrastruktur in Texas auszubauen.

SB Energy soll in Milam County einen 1,2-Gigawatt-Standort für ein Rechenzentrum errichten und betreiben. Die Anlage wird direkt OpenAIs Rechenbedarf decken.

Diese direkten Investitionen in die Energieinfrastruktur markieren einen Strategiewechsel. Statt sich vollständig auf Drittanbieter wie Microsoft zu verlassen, sichert sich OpenAI zunehmend eigene Versorgungsketten. Das soll Engpässe beim Training neuer Modelle verhindern.

Der Billionen-Kampf der KI-Giganten

OpenAIs Vorstoß fällt in eine hektische Woche im KI-Sektor. Die Konkurrenz rüstet sich ebenfalls mit gewaltigen Summen – ein wahrer Kapital-Wettlauf ist entbrannt.

Erst vor wenigen Tagen, am 7. Januar, gab Elon Musks xAI bekannt, 20 Milliarden Euro bei einer Bewertung von etwa 230 Milliarden Euro eingesammelt zu haben. Gleichzeitig berichten Quellen, dass Anthropic, die Schöpfer des Claude-Chatbots, eine Finanzierungsrunde über 10 Milliarden Euro abschließt. Das würde das Unternehmen mit 350 Milliarden Euro bewerten – fast das Doppelte gegenüber Ende 2025.

Die rasante Eskalation der Bewertungen deutet darauf hin, dass Investor*innen den Markt als „The-winner-takes-most“-Szenario betrachten. Die kombinierten Bewertungen dieser drei privaten KI-Labore übersteigen mittlerweile 1,3 Billionen Euro. Diese Summe rivalisiert mit dem Bruttoinlandsprodukt großer Industrienationen.

Die Einstiegshürden für neue Konkurrenten werden nahezu unüberwindbar.

Börsengang 2026? Analysten bleiben skeptisch

Die 750-Milliarden-Bewertung zeigt immense Zuversicht, wirft aber auch Fragen zum Zeitplan für einen Börsengang auf. Investmentbanking-Kreise spekulieren, dass OpenAI einen Börsengang (IPO) bereits in der zweiten Hälfte 2026 vorbereiten könnte.

Marktskeptiker*innen halten dagegen: Die Bewertungen könnten die Umsatzrealität überholen. OpenAI soll bis Ende 2026 einen annualisierten Umsatz von etwa 20 Milliarden Euro erzielen. Gleichzeitig verbrennt das Unternehmen aufgrund der extremen Trainingskosten weiterhin erhebliche Summen.

Befürworter argumentieren, dass Standard-Bewertungsmetriken für eine Technologie mit dem disruptiven Potenzial der AGI nicht gelten. Die Beteiligung von Staatsfonds und strategischen Partnern wie SoftBank in dieser Runde ist daher entscheidend. Diese Investor*innen sind typischerweise geduldiger als traditionelle Venture-Capital-Geber – das passt zu OpenAIs langfristigem Profitabilitätshorizont.

Mit einer erfolgreichen 100-Milliarden-Finanzierung hätte OpenAI scheinbar unbegrenzte Mittel für die Entwicklung von GPT-5 und nachfolgenden Modellen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob das Unternehmen Milliarden in Megawatt und Rechenleistung umwandeln kann. Gelingt das, könnte OpenAI nicht nur den Venture-Capital-Markt, sondern auch das Stromnetz der USA neu definieren.

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