OpenAI, Datenpanne

OpenAI: Datenpanne bei Drittanbieter trifft API-Nutzer

28.11.2025 - 02:40:12

OpenAI räumt erstmals öffentlich eine Datenpanne ein – allerdings nicht durch eigene Schwachstellen. Ein Cyberangriff auf den Analyse-Dienstleister Mixpanel hat Nutzerdaten der Entwicklerplattform offengelegt. Die Folge? Potenziell perfekte Phishing-Fallen für API-Kunden.

Die Panne zeigt einmal mehr: Selbst Technologieführer sind nur so sicher wie ihre schwächsten Partner. Während ChatGPT-Nutzer aufatmen können, müssen Entwickler nun mit gezielten Angriffen rechnen.

Der Vorfall nahm bereits Anfang November seinen Lauf. Unbekannte Angreifer setzten auf sogenanntes “Smishing” – Phishing per SMS – und nahmen Mitarbeiter von Mixpanel ins Visier. Der kalifornische Analytics-Anbieter, dessen Dienste zahlreiche Tech-Konzerne zur Nutzeranalyse einsetzen, entdeckte den unbefugten Zugriff am 8. November 2025.

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Was folgte, war ein mehrtägiges Verschleiern des wahren Ausmaßes. Erst am 25. November teilte Mixpanel die betroffenen Datensätze mit OpenAI. Das KI-Unternehmen reagierte umgehend: Am Donnerstagabend kam die öffentliche Warnung, Mixpanel flog noch am selben Tag aus der Produktivumgebung.

OpenAI betont ausdrücklich: Die eigenen Systeme blieben sicher. Keine Chats, keine API-Anfragen, keine Zahlungsdaten wurden kompromittiert. Doch die entwendeten Informationen reichen für etwas anderes – hochpräzise Social-Engineering-Angriffe.

Diese Daten sind im Umlauf

Der geleakte Datensatz enthält zwar keine Passwörter oder API-Schlüssel, bietet Kriminellen aber dennoch eine gefährliche Ausgangslage. Betroffen sind ausschließlich Nutzer der Entwicklerplattform platform.openai.com, nicht die Consumer-Version ChatGPT.

Folgende Informationen wurden offengelegt:

  • Vollständige Namen der Kontoinhaber
  • E-Mail-Adressen
  • Organisations- und Nutzer-IDs
  • Ungefähre Standorte (Stadt, Bundesland, Land)
  • Geräteinformationen (Betriebssystem, Browser)
  • Verweisende Webseiten

Besonders brisant: Die Kombination aus E-Mail-Adresse und Organisations-ID. Angreifer können damit täuschend echte E-Mails verfassen, die angeblich vom OpenAI-Support stammen und interne Kontodetails korrekt referenzieren.

Perfekte Tarnung für Phishing-Attacken

Was macht diese Datenpanne so gefährlich? Nicht der direkte Zugriff auf Konten – sondern die Möglichkeit, Vertrauen aufzubauen. Cyberkriminelle können nun glaubwürdige Nachrichten versenden, die echte Organisations-IDs nennen, den korrekten Browser erwähnen oder sogar die zuletzt besuchte Webseite referenzieren.

“Die eigentliche Gefahr liegt in den Folgeangriffen”, warnt ein unabhängiger Sicherheitsexperte. Denkbar seien E-Mails, die zur Bestätigung von Passwörtern auffordern oder angebliche Sicherheitsupdates zum Download anbieten.

OpenAI stellt klar: Das Unternehmen wird niemals per E-Mail oder Chat nach sensiblen Informationen wie Passwörtern oder API-Schlüsseln fragen. Nutzer sollten verdächtige Nachrichten genau prüfen – insbesondere die Absender-Domain.

Lieferkette als Schwachstelle

Der Vorfall offenbart ein strukturelles Problem der Tech-Branche: Selbst Unternehmen mit höchsten Sicherheitsstandards bleiben verwundbar durch ihre Dienstleister. OpenAI mag eine “Festung” sein – doch Daten, die mit Analytics-Partnern geteilt werden, verlassen den direkten Kontrollbereich.

Mixpanel hat mittlerweile forensische Experten und Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet. Neben OpenAI war offenbar auch der Krypto-Portfolio-Tracker CoinTracker betroffen. Die kompromittierten Konten wurden gesichert, aktive Sitzungen widerrufen.

Die drastische Reaktion von OpenAI – komplette Entfernung von Mixpanel aus der Infrastruktur – signalisiert eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Sicherheitslücken bei Drittanbietern. Branchenbeobachter erwarten nun strengere Audit-Verfahren für externe Partner.

Was Nutzer jetzt tun sollten

Betroffene API-Kunden erhalten derzeit direkte Benachrichtigungen von OpenAI. Passwörter oder Schlüssel müssen nicht geändert werden – sie waren nie gefährdet. Doch in den kommenden Wochen dürfte eine Welle gefälschter Support-E-Mails über Entwickler hereinbrechen.

Sicherheitsteams in Unternehmen sollten ihre Entwickler sensibilisieren: Jede E-Mail, die zur Kontobestätigung auffordert, gehört auf den Prüfstand. Verdächtige Nachrichten am besten direkt an OpenAI melden – über die offiziellen Kanäle, nicht per Antwort auf dubiose Mails.

Bis Jahresende will OpenAI verschärfte Kontrollen für Dienstleister einführen. Die Untersuchung mit Mixpanel läuft noch. Eines steht fest: Der Vorfall wird die Debatte über Vendor-Sicherheit in der KI-Branche neu entfachen.

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