OnePlus, Markt-Ausstiegsgerüchte

OnePlus weist Markt-Ausstiegsgerüchte entschieden zurück

25.01.2026 - 12:31:12

Der Smartphone-Hersteller OnePlus weist Berichte über eine schrittweise Abwicklung zurück, während Analysten auf stark rückläufige Verkäufe und eine zunehmende Verschmelzung mit Oppo verweisen.

Trotz massiver Umsatzrückgänge und strategischer Turbulenzen behauptet der Smartphone-Hersteller, der Betrieb laufe “normal”. Branchenkenner sehen jedoch deutliche Warnsignale.

In einer Woche voller Spekulationen über die Zukunft der einstigen “Flagship-Killer”-Marke hat OnePlus Berichte über eine angebliche Zerschlagung und Vorbereitungen auf einen Marktaustritt scharf zurückgewiesen. Die Kontroverse brach nach einem investigativen Bericht aus, der behauptete, die zum BBK-Konzern gehörende Marke fahre ihre Aktivitäten angeschlagener Verkäufe und strategischer Umstrukturierungen herunter. OnePlus-Führungskräfte betonen, der Geschäftsbetrieb laufe normal. Analysten verweisen jedoch auf eine bedrohliche Mischung aus rückläufigen Auslieferungen, rechtlichen Problemen und einer zunehmenden Verschmelzung mit der Muttermarke Oppo.

Die Vorwürfe: „Abbau“ und „Ausbluten“

Auslöser des Sturms war ein Bericht von Android Headlines von vergangenen Dienstag. Darin hieß es aus Kreisen von Insidern, OnePlus werde systematisch „abgewickelt“. Die Marke, einst für ihre rebellische „Never Settle“-Philosophie gefeiert, stehe nur noch unter „Lebenserhaltung“ durch Oppo. Die Strategie: Bestehende Garantieverpflichtungen erfüllen, während die Markenpräsenz langsam ausgehöhlt wird, bis sie leise verschwindet – ein Muster, das von anderen gescheiterten Smartphone-Herstellern bekannt ist.

Konkret wurden die Absage zentraler Zukunftsmodelle behauptet, darunter das heiß erwartete Falt-Handy OnePlus Open 2 und das OnePlus 15s. Zudem seien die Forschungs- und Entwicklungsteams „ausgeweidet“ und verbliebenes Personal zu Oppo oder Realme transferiert worden. Dies sei keine plötzliche Pleite, sondern eine kalkulierte „Migration“ von Ressourcen weg von der OnePlus-Entität – eine schleichende Auflösung.

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Offizielle Dementi: Fokus auf Bestandskunden

OnePlus reagierte umgehend mit Dementis in allen Schlüsselmärkten. Robin Liu, CEO von OnePlus Indien, bezeichnete die Berichte in sozialen Medien als „haltlose Behauptungen“ und „Fehlinformationen“. Der Betrieb laufe wie gewohnt, die Marke bleibe dem Markt verpflichtet.

OnePlus Nordamerika betonte in einer Stellungnahme die volle Gewährleistung von Kundensupport, einschließlich Updates und Reparaturen. Branchenbeobachter merkten jedoch an, dass sich die Erklärung stark auf die Unterstützung bestehender Nutzer konzentrierte. Zum langfristigen Fahrplan für neue Hardware in westlichen Märkten blieb sie vage. Diese Nuance nährt weiterhin Zweifel: Support zu garantieren heißt nicht zwangsläufig, in Wachstum zu investieren.

Faktencheck: Deutlicher Abschwung belegbar

Unabhängig von Gerüchten ist der Abschwung von OnePlus messbar. Marktforschungsdaten für 2024 und Anfang 2025 zeigen, wie die Marke in einem gesättigten globalen Markt an Schwung verliert. Die Auslieferungen sollen 2024 um etwa 20 Prozent eingebrochen sein. Selbst auf dem einstigen Heimmarkt Indien verlor OnePlus laut Berichten deutlich Marktanteile an aggressive Konkurrenten im Premium-Mittelklasse-Segment.

Die bereits 2021 begonnene Integration mit Oppo schreitet voran. Die Produktlinien verschwimmen, was zu einer Identitätskrise der Submarke führt. Das Auslaufen der exklusiven Partnerschaft mit dem Kameraspezialisten Hasselblad – beim aktuellen OnePlus 15 nicht mehr vertreten – werten Kritiker als Sparmaßnahme und Zeichen schwindender Premium-Ambitionen. Die Spekulationen werden durch Gerüchte befeuert, dass der Konzernmutter BBK Electronics ihr Portfolio straffen und Doppelstrukturen abbauen will.

Weitere Warnsignale: Rechtsstreit und Produktabsagen

Die Lage wird durch rechtliche Probleme der Führungsetage verschärft. Tech-Medien berichteten diese Woche, dass Pete Lau, Mitgründer von OnePlus und Top-Manager bei Oppo, in Taiwan wegen angeblicher illegaler Einstellungspraktiken angeklagt wurde. Das Unternehmen äußerte sich dazu nicht im Detail, doch der Zeitpunkt verstärkt den Eindruck der Instabilität.

Besonders schwer wiegt die mutmaßliche Absage des OnePlus Open 2. Das Vorgängermodell galt 2023/24 als eines der besten Falt-Handys und war eine echte Herausforderung für Samsungs Dominanz. Würde der Nachfolger tatsächlich gestrichen, wäre das ein deutlicher Rückzug aus dem Innovationsrennen im High-End-Segment. Insider deuten an, Oppo wolle das Falt-Segment künftig exklusiv für seine eigene Find-N-Serie reservieren. OnePlus bliebe dann nur noch konventionellere, margenschwächere Geräte – ein erster Schritt zum Auslaufmodell.

Branchenvergleich: Ein bekanntes Muster

Die Smartphone-Branche hat den raschen Niedergang einstiger Top-Marken schon oft erlebt. Der beschriebene Pfad ähnelt auffällig dem von LG Mobile oder dem Schrumpfprozess bei HTC. Auch dort gab es offizielle Dementis bis kurz vor der endgültigen Austrittsankündigung. Analysten sprechen von „Smartphone-Migration“: Der schleichende Transfer von Nutzerbasis und Ressourcen in die Muttermarke, ein Prozess über Jahre.

Für aktuelle Kunden ändert sich kurzfristig wenig, da Garantien und Support vertraglich gesichert sind. Der psychologische Schaden für die enthusiastische Community, auf der der frühe Erfolg von OnePlus basierte, ist jedoch enorm. Die Marke wurde mit dem Anspruch gegründet, den Status quo herauszufordern. Zum Anhängsel eines Großkonzerns zu werden, untergräbt diese Identität fundamental.

Was kommt 2026? Der Produktfahrplan entscheidet

Das weitere Jahr 2026 wird zeigen, wie es wirklich um OnePlus steht. Die Ankündigung – oder das Ausbleiben – von typischen Mitteljahres-Updates („T“- oder „R“-Serie) wird zum Lackmustest. Sollte das OnePlus Open 2 bis zum dritten Quartal 2026 nicht erscheinen, würde dies die schlimmsten Befürchtungen bestätigen. Auch der Ausgang des Rechtsstreits um Pete Lau könnte weitere Führungswechsel im Oppo/OnePlus-Gefüge auslösen.

Derzeit werden noch Geräte verkauft und beworben. Doch die Welle der Zweifel dieser Woche macht klar: 2026 wird ein Schicksalsjahr für OnePlus. Die zentrale Frage für die Mobilfunkbranche lautet: Kann die Marke ihre einstige Stärke zurückgewinnen – oder wird sie still in der Oppo-Landschaft aufgehen?

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